HERISAU: Nach Bauernhaus-Brand: 4500 Liter Heizöl in Bach geflossen

Der Brand, der am Donnerstag in den frühen Morgenstunden ein Bauernhaus zerstörte, hat keine Opfer gefordert. Mit dem Löschwasser gelangten aber mehrere tausend Liter Heizöl in die Umwelt.

Karin Erni
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Das zerstörte Bauernhaus an der Nieschbergstrasse wurde von zwei alleinstehenden Männern bewohnt. (Bilder: Karin Erni)

Das zerstörte Bauernhaus an der Nieschbergstrasse wurde von zwei alleinstehenden Männern bewohnt. (Bilder: Karin Erni)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Als die alarmierte Stützpunktfeuerwehr Herisau am Donnerstagmorgen kurz nach 4 Uhr zum ehemaligen Bauernhaus an der Nieschbergstrasse vorgedrungen war, stand das Gebäude bereits in Vollbrand. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil die enge und steile Zufahrtsstrasse für die Fahrzeuge nicht passierbar war. Es mussten Schläuche vom Hydranten bis zum brennenden Haus verlegt werden und alles Löschmaterial den Hang hinauf getragen werden.

Zu Beginn der Löscharbeiten habe man im unteren Stockwerk noch nach Personen gesucht, da einer der beiden Bewohner der Liegenschaft vermisst wurde, sagt Kommandant Roger Schläpfer. «Der obere Stock konnte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr betreten werden.» Es hat sich herausgestellt, dass sich keine Personen und Tiere im Gebäude befanden. Die Brandursache ist gemäss der Ausserrhoder Kantonspolizei noch unklar und wird durch den eigenen kriminaltechnischen Dienst abgeklärt. Das Gebäude erlitt Totalschaden, die Schadensumme kann gemäss Polizeimeldung noch nicht beziffert werden.

Erdreich und Wasser verschmutzt

Im Keller des Hauses befanden sich drei Öltanks mit insgesamt rund 4500 Liter Heizöl. Durch die enorme Hitze des Feuers schmolzen die Kunststofftanks, das Öl floss mitsamt dem Löschwasser in den nahegelegenen Bach. Die Feuerwehr errichtete umgehend mehrere Ölsperren, damit das verseuchte Wasser nicht in den weiter unten gelegenen Sägebach gelangen kann. Spezialmaterialien saugen das Öl vor Ort auf und können anschliessend der Kehrichtverbrennung zugeführt werden. Kurz vor der Einmündung in den Sägebach werde der Bach gestaut und das Wasser der Kläranlage Herisau zugeführt, erklärt René Glogger vom Amt für Umwelt, der die Massnahmen koordiniert. «Die Kläranlage verfügt über einen vorgelagerten Ölabscheider, der das Öl aus dem Schmutzwasser entfernt.» Unterhalb des Brandplatzes liegen auch einige Quellen und ein privates Reservoir. «Dieses Trinkwasser wird nur durch einen Haushalt genutzt. Dieser kann bereits wieder durch Wasser einer anderen Quelle versorgt werden», so Glogger weiter. Die Trinkwasserquellen, welche die Gemeinde Herisau nutze, befänden sich alle oberhalb der Brandstelle und seien somit nicht von der Verschmutzung betroffen. Auch das Erdreich in der Umgebung des Brandplatzes wurde kontaminiert. Glogger rechnet mit 300 bis 500 Tonnen Material, die entsorgt werden müssen. Dies geschieht entweder in einem speziellen Bodenwaschwerk oder die Erde wird in einem Zementwerk verbrannt. Die Aushubarbeiten beginnen bereits heute. «Ob das Öl die Bodenplatte des Hauses durchdrungen habe und dort den Untergrund verschmutzt habe, werde sich erst beim Abbruch der Gebäudereste zeigen», sagt Glogger. Der Ölgeruch werde noch längere Zeit feststellbar sein. «Von einem ähnlichen Fall in Teufen wissen wir, dass es rund ein Jahr dauert, bis alles weg ist.»