Herisau macht vorwärts

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Als Bürger, Einwohner und Steuerzahler stelle ich mit grossem Stolz fest, dass Herisau tatsächlich vorwärts macht. Herisau hat sich in kurzer Zeit von der Energiestadt zur Alpenstadt, dann zur Konzeptstadt und nun zur Realisierungsstadt entwickelt. Ein beträchtlicher Leistungsausweis. War ich bei der Energie- und Alpenstadt noch etwas skeptisch, kann ich die Beförderung zur Konzeptstadt nur unterstützen. Herisau hat in den letzten Jahren unglaublich viele Ideen gesammelt, konzipiert, projektiert und diskutiert. Böse Zungen nennen das «heisse Luft produzieren», wohl weil sie nicht wissen, wie viel Arbeit und Steuerfranken dahinterstecken. Ab dem Jahr 1983 durfte ich in der Baukommission zur Renovation des Regierungsgebäudes mitarbeiten. Damals schon, also vor 34 Jahren, wollte die Baukommission eine Neugestaltung des Obstmarktes in die Planung einbeziehen. Die Idee scheiterte aber an den Besitzverhältnissen, denn nur ein kleiner Teil ist Eigentum des Kantons. Da man sich nicht einigte, hat dann die Gemeinde Herisau die Verantwortung für die Gestaltung des Obstmarktes übernommen. Ich habe die Projekte, Skizzen und Ideen nicht gezählt, aber ich schätze, es sind weit über zwanzig. Das vorläufige Resultat in diesen rund 34 Jahren waren einige grosse Blumentöpfe und eine Tafel «Herisau macht vorwärts», die leider wieder verschwunden ist. Plötzlich nun hat sich aber Herisau zur Realisierungsstadt gemausert. Mit grosser Freude habe ich gelesen, dass die Parkplätze auf dem Obstmarkt leicht verschoben werden. Und zwar deshalb mit Freude, weil damit die Lebensqualität vieler Einwohner, und auch meine, enorm erhöht wird. Tatsächlich: «Im Zentrum läuft etwas.» Und nicht nur das, es geht weiter! Die Rahmenbedingungen für ein weiteres Konzept sind in Aussicht gestellt (wohl das 21.?). Also noch ein weiteres Konzept zu den vielen anderen wie Verkehrs-, Zentrums-, Park-, Bahnhof-, Kirchenumbaukonzept, Konzept für unbebaute Gemeindeflächen, Litteringkonzept und viele mehr. Bei all diesen Aktivitäten beschleicht mich ein grosser Kummer. Ich fürchte, heutige und zukünftige Behördenmitglieder könnten den Überblick verlieren. Nach schlaflosen Nächten ist mir deshalb die Idee gekommen, man könnte ein Konzept zur Verwaltung der Konzepte in Auftrag geben. Ich stelle mir vor, dass alle bisherigen Konzepte aufbereitet, digitalisiert und gespeichert werden. Dann wird ein Suchschlüssel konzipiert, mit dem man auf verschiedenen Wegen Zugriff auf die vielen Konzepte erhält. Sollte dieses Konzept realisiert werden, könnten Behördenmitglieder, Steuerzahler, Lehrer, Schüler, Grossväter mit Enkeln und Lokalhistoriker immer wieder nachschauen, wie viele gute Ideen für das Wohlbefinden der Herisauer Einwohner geplant wurden.

Emil Ramsauer, Bahnhofstrasse 2, 9100 Herisau