HERISAU: Komiker macht Schreiner fit

Das ganze Jahr über veranstaltet der Schreinermeisterverband sogenannte Fitmacher-Tage. Gestern war Tourhalt im Hinterland. Als prominenter Trainer trimmt Fabian Unteregger die Schreiner auf Erfolgskurs. In einem Videotalk zeigt er seine Fähigkeiten.

Roger Fuchs
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Komiker Fabian Unteregger motiviert Schreiner für Weiterbildungen und präsentiert Ausschnitte aus seinem Programm. (Bild: Roger Fuchs)

Komiker Fabian Unteregger motiviert Schreiner für Weiterbildungen und präsentiert Ausschnitte aus seinem Programm. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

Die Schreiner sollen in ihrem Beruf und Wirken noch fitter werden. Und sie sollen sich dazu vermehrt weiterbilden. «Unser Berufsstand hat diesbezüglich Aufholbedarf», sagt Patrik Ettlin vom Schweizer Schreinermeisterverband. Dabei hätte gemäss Gesamtarbeitsvertrag jeder Vollangestellte Anrecht auf zwei Tage Weiterbildung pro Jahr. Damit diese künftig vermehrt genutzt werden, tourt der Verband mit sogenannten Fitmacher-Tagen durch das Land. Gestern wurde Halt in Herisau gemacht. Spielerisch und in Werkstätten lernten die rund hundert Anwesenden neue Werkzeuge kennen, und sie bekamen Tipps, wie sie im Beruf noch erfolgreicher werden können.

Selber Verantwortung übernehmen

Damit sich die Fitmacher-Tage auch lohnen und Schreinerpublikum anziehen, wurde der Schweizer Komiker Fabian Unteregger sozusagen als Lockvogel verpflichtet. Sein Einsatz besteht aus zwei Teilen. Zum einen präsentiert er Ausschnitte aus seinem Programm «Doktorspiele», zum andern schildert er persönliche Erfahrungen. Selbst bezeichnet er sich als neugierigen Menschen. Ungewünschte Lebenssituationen könne man überwinden, indem man selber Verantwortung übernehme, lässt er die Schreiner wissen. Und Verantwortung übernehmen bedeute, sich selbst mit Weiterbildungen fit zu machen. Würde er schlechte Auftritte an den Tag legen, hätte er bald kein Publikum mehr. So sei es auch im Berufsleben. Es gelte, eine gute Büez abzuliefern. Und weil niemand wisse, was die Zukunft bringe, sei es auch lohnenswert, sich für die Zukunft mit Weiterbildungen à jour zu halten, so Fabian Unteregger.

ZBW als Anlaufstelle zur Weiterbildung

Schreiner aus der Region des Appenzellerlandes waren gestern klar untervertreten. Einige hätten aber den Fitmacher-Tag an anderen Orten genutzt, sagt Patrik Ettlin. Einer, der gestern das Programm mitmachte, war Daniel Ackermann, Präsident des Schreinermeisterverbandes AR/AI und Geschäftsleiter bei der Blumer Schreinerei AG in Waldstatt. Er zeigte sich überzeugt, dass es mit dem Fitmacher-Tag gelingen wird, die Schreiner aufs Neue für Weiterbildungen zu motivieren. Von den Betrieben wünscht er sich, dass diese die Mitarbeiter, die sich weiterbilden wollen, noch besser unterstützen und den Jungen die entsprechende Möglichkeit geben. Mit dem Zentrum für berufliche Weiterbildungen (ZBW) St. Gallen hätten die Schreiner schliesslich eine gute Anlaufstelle in unmittelbarer Nähe, um sich neue Inputs zu holen. Unter anderem angeboten wird dort die Ausbildung zum Projektleiter mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis. Solche Personen seien heute in der Arbeitswelt gesucht, sagt Roland Koch, Leiter der Schreinerlehrgänge am ZBW. Projektleiter in einem Schreinereibetrieb könnten vom Chef einen Auftrag entgegennehmen und diesen mit den Mitarbeitenden selbstständig umsetzen. Die Ausbildung zum Projektleiter dauert drei Jahre, jährlich werden 24 Personen für diese Weiterbildung aufgenommen.

Der Schreinermeisterverband ist noch bis im Frühjahr 2018 mit Fitmacher-Tagen unterwegs. Eine Übersicht über die Durchführungen findet sich auf www.fitmacher-tour.ch .