HERISAU: Katze landet in Marderfalle

Eine Frau sucht stundenlang nach ihrem Büsi – und findet es schliesslich in einer Marderfalle. Deren Nutzung ist während der Schonzeiten untersagt.

Alessia Pagani
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In dieser Marderfalle in Herisau war die Katze gefangen. (Bild: PD)

In dieser Marderfalle in Herisau war die Katze gefangen. (Bild: PD)

Eine Katzenbesitzerin* im Dorfzentrum von Herisau ist beunruhigt. Am Sonntag fand sie ihr geliebtes Büsi eingeschlossen in einer Marderfalle in Nachbars Garten. «Ich bin sehr erschrocken und habe die Katze schnell freigelassen.» Sie kann nicht verstehen, wie so etwas passieren kann. «In Herisau verschwinden so viele Katzen. Ich hatte Angst.» Das Büsi wurde erst kürzlich aus dem Tierheim abgeholt und darf deshalb nur jeweils für eine kurze Dauer nach draussen. Sie höre sehr gut auf ihren Namen und komme immer heim, wenn sie gerufen werde, so die Katzenbesitzerin. Nicht so am Sonntagmorgen. «Nach langem Rufen habe ich sie schliesslich ganz leise Miauen gehört und habe dann die Falle entdeckt. Sie muss mehrere Stunden darin eingesperrt gewesen sein.» Mittlerweile wurde die Katze wieder fremdplatziert.

Der betreffende Hausbesitzer* hat gemäss eigenen Aussagen seit Jahren mit einer Marderplage zu kämpfen. «Wir haben alles versucht und auch Gitter angebracht, aber die Marder kommen trotzdem noch ins Haus.» Im Dach würden sie die ganze Isolation kaputtmachen. Er halte sich jeweils an die vorgegebenen Schonzeiten. «Die Fallen sind zwar aufgestellt, sind nicht immer scharf und die Tiere können nicht hinein.» Es sei das erste Mal, dass eine Katze in der Falle eingesperrt worden sei, einmal hätte er einen Igel darin gefunden. Diesen habe er schnell wieder freigelassen. «Ich schaue regelmässig nach, ob ein Tier in der Falle ist. Das mit der Katze ist dumm gelaufen», sagt der Herisauer und weist darauf hin, dass die Samtpfote noch sehr jung gewesen sei und nur vorübergehend in Herisau untergebracht war.

Fallen sind meldepflichtig

Gemäss Wildhüter Roland Guntli ist es Privatpersonen erlaubt, Selbsthilfemassnahmen und Fallen aufzustellen. Dies allerdings nur in Rücksprache mit der Jagdverwaltung und ausserhalb der Schonzeiten. «Momentan haben praktisch alle Wildtiere Schonzeit. Es ist absolut tabu, den Tieren auch nur ein Haar zu krümmen. Die Tiere sind geschützt», erklärt Guntli. Die Schonfrist der Marder laufe bereits seit Mitte Februar, diejenige der Füchse ab morgen. Der Einbezug der Jagdverwaltung sei wichtig, weil das Tier danach fachmännisch getötet werden muss. «Es passiert immer wieder, dass sich Katzen in die Fallen schleichen und dann darin eingesperrt werden», sagt Guntli. Dies sei insofern nicht weiter tragisch, als in der Schweiz nur Lebendfallen verwendet werden dürfen. Den Tieren passiert in der Regel nichts. Je nachdem, welchen Köder man benutzt, werden auch andere als die anvisierten Tiere gefangen. Wer eine Falle aufstellt und keine ungebetenen Gäste darin vorfinden möchte, sollte auf den Köder achten. «Die von Mardern geliebten Eier locken Katzen sicherlich weniger an als beispielsweise ein Stück Fleisch.» Roland Guntli rät bei Marderplagen, mit verdünntem Parfüm oder Kleidern vorzugehen.

* Namen der Redaktion bekannt