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HERISAU: Jürg Frischknecht ist gestorben

Der Journalist und Buchautor Jürg Frischknecht ist am Montag in Zürich nach einer Krebserkrankung mit 69 Jahren gestorben. Der Herisauer war seit den 70er-Jahren einer der profiliertesten Schweizer Journalisten.
Jürg Frischknecht (1947 - 2016). (Bild: Keystone)

Jürg Frischknecht (1947 - 2016). (Bild: Keystone)

HERISAU. Landesweit bekannt wurde Frischknecht im November 1976, als er zusammen mit anderen Aktivisten des Demokratischen Manifests einen Spitzel des Zürcher Subversivenjägers Ernst Cincera enttarnte, sich in Cinceras Archiv führen liess und dort einen Teil der Karteikarten und Unterlagen behändigte. Der damalige FDP-Nationalrat hatte systematisch die Linke in der Schweiz bespitzelt.

"Unheimlichen Patrioten" auf der Spur
Als freier Journalist schrieb Jürg Frischknecht zunächst für die Basler "National-Zeitung" sowie verschiedene Regionalzeitungen. Er spezialisierte sich dabei auf Medienjournalismus und beschäftigte sich kritisch mit Fragen der Überwachung. 1994 erhielt er für sein journalistisches Engagement den Frischhof-Preis der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus.

Als Autor und Co-Autor veröffentlichte der Journalist zahlreiche Sachbücher. Für Aufsehen sorgten insbesondere "Die unheimlichen Patrioten" (1979) und "Rechte Seilschaften" (1998) − zwei Werke, in denen er die Rechtsgruppierungen ausserhalb der traditionellen Parteien analysierte. 1983 veröffentlichte Frischknecht zusammen mit dem Filmemacher Mathias Knaur "Die unterbrochene Spur" über die antifaschistische Emigration in der Schweiz zwischen 1933 und 1945.

Mit kritischem Blick die Natur erwandert
Einen Namen machte sich Frischknecht auch als kritischer Wanderer. 1987 erschien mit "Wandert in der Schweiz, solang es sie noch gibt" das erste einer Reihe von thematischen Wanderbüchern, in denen er umstrittene ökologische Projekte beleuchtete. Verbunden habe er in diesen Werken "seine Leidenschaft für die Berge und den Anspruch, journalistisch nicht nur zu informieren, sondern zu intervenieren und (umwelt-)politische Bewegungen zu unterstützen", schreibt die Wochenzeitung "WOZ" in einer Würdigung Frischknechts.

Preis für herausragende Reiseliteratur
Weitere Wanderbücher verfasste Frischknecht mit seiner Partnerin Ursula Bauer. Zuletzt erschien im vergangenen Jahr "Solothurn, Olten, Aarau. Wandern, wo die Schweiz entstand". Für ihre Arbeiten erhielten die beiden den Binding-Preis für Natur− und Umweltschutz, den signaTour-Medienpreis für herausragende Reiseliteratur und den King Albert Mountain Award.

Schon früh politisiert
Jürg Frischknecht wurde 1947 als jüngstes Kind einer Lehrerfamilie in Herisau geboren. Er besuchte die Kantonsschule in St.Gallen. Von 1967 bis 1973 studierte er an der Universität Zürich Soziologie, Publizistik und Geschichte.

Politisch begann er sich schon früh zu engagieren, zuerst im appenzellischen Forum für politische Unternehmungen, dann an der Uni Zürich. Gefragt war er auch als Ausbildner angehender Journalisten bei Radio und Fernsehen sowie am Medienausbildungszentrum (MAZ) in Luzern. Grosse Verlage holten Frischknecht immer wieder für Kurse in Recherchetechnik. (sda)

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