HERISAU: In Elektromobilität investiert

Die Gemeinde setzt auf Naturstrom für Elektrofahrzeuge. Seit gestern sind drei E-Ladestationen für Fahrzeuge in Betrieb. Der Tankvorgang ist wie bei einer herkömmlichen Zapfsäule.

Andy Lehmann
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Jürg Solenthaler und Alexandra Asfour, Leiterin E-Mobilität SAK, zeigen die Nutzungsmöglichkeiten der Schnellladestation. (Bild: Andy Lehmann)

Jürg Solenthaler und Alexandra Asfour, Leiterin E-Mobilität SAK, zeigen die Nutzungsmöglichkeiten der Schnellladestation. (Bild: Andy Lehmann)

Andy Lehmann

andreas.lehmann@appenzellerzeitung.ch

Das Auto mit Strom statt Benzin oder Diesel tanken, das ist seit gestern in Herisau an drei Standorten möglich. Schweizweit sind rund 25000 elektrisch betriebene Fahrzeuge unterwegs. Weltweit steigende Absatzzahlen bestätigen, dass die E-Mobilität im Hier und Jetzt angekommen ist. Diesem Umstand trägt auch die Gemeinde Herisau Rechnung. «In Zusammenarbeit mit der St. Gallisch Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) und der ­Firma Green Motion wurde das Tankstellenkonzept erarbeitet. Die Gemeinde stellt drei Ladeplätze für die Dauer von zehn Jahren zur Verfügung und beteiligt sich einmalig mit 10000 Franken», sagte Gemeinderätin Regula Ammann-Höhener anlässlich der Einweihung der Schnell-Ladestation bei der Chälblihalle. In Inner- und Ausserrhoden sind 13 Ladestationen in Betrieb. «Bis 2019 werden in der ganzen Schweiz 1600 Ladestation installiert. Die SAK baut 230 E-Tankstellen in der Ostschweiz Die Stationen werden mit Naturstrom betrieben», sagt Jürg Solenthaler, Mitglied der SAK-Geschäftsleitung.

In Herisau sind beim Sportzentrum und hinter dem Gemeindehaus eine Normalladestation installiert. «Die Schnellladestation bei der Chälblihalle kostet 42000 Franken. Dies hat mit den hohen Sicherheitsvorkehrungen zu tun», sagt Marco Hobi, Verkaufsberater E-Mobilität bei der SAK. Die Schnellladestation lädt einen E-Golf mit 24-kWh-Batterie in einer halben Stunde auf. Der Tankvorgang ist identisch wie bei der Kraftstoffsäule. Die Standorte wurden bewusst gewählt. «Gerade im Zentrum gibt es viele Mieterinnen und Mieter, die nicht über einen elektrischen Aussenanschluss verfügen, welcher direkt über ihren Zähler läuft. Dies hat die Standortwahl massgeblich beeinflusst», sagt Regula Ammann. Die Firma Green Motion stellt die Ladestationen her und liefert die Software dazu. Bezahlt wird über die Evpass-App, mit der Evpass-Karte von Green Motion oder mit dem Swiss-Pass der SBB sowie mit der kontaktlosen Kredit- oder Debitkarte. Bargeldzahlung ist nicht möglich. «Wir sind stolz, gemeinsam mit der Gemeinde Herisau einen nächsten Schritt in Richtung Energiezukunft gehen zu können», sagt Jürg Solenthaler. Die Gemeinde Herisau verfügt bereits über drei Elektrofahrzeuge. Ganz neu ist ein kleines, wendiges Fahrzeug für die Zentrumsreinigung in Betrieb genommen worden. Der Verbrauch eines Elektroautos ist kostengünstig. Das Einsatzauto der Gemeinde (Mittelklassewagen) verbraucht auf 100 Kilometer Naturstrom für rund vier Franken. Die Elektrofahrzeuge ersetzten allesamt benzinbetriebene Autos. «Der geringere CO2-Ausstoss unserer Elektrofahrzeuge trägt somit zur Schonung der Umwelt in Herisau bei», sagt die Gemeinderätin.

Am kommenden Samstag, 10. Juni, ist Herisau erster Etappenort der Elektro-Ralley Wave 2017. Es werden 115 Elektro-Teams mit E-Bikes, E-Motorrädern und E-Autos ab 16 Uhr auf dem Obstmarkt eintreffen. Die meisten können an der Oberdorfstrasse besichtigt werden. Auf dem Ebnet werden rund hundert Fahrzeuge gleichzeitig mit Naturstrom aufgeladen. Der Anlass wird von der Gemeinde, der SAK, dem TCS und dem Verein Energie AR/AI unterstützt.