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HERISAU: Exzellenter Auftakt im Casino

Das renommierte deutsche Amaryllis-Streichquartett sorgte mit Werken von Haydn, Beethoven und Béla Bartók für einen begeisternden Beginn der Casino-Konzertsaison.
Ferdinand Ortner
Das Quartett bot in Herisau ein erstklassiges Kontrastprogramm. (Bild: FO)

Das Quartett bot in Herisau ein erstklassiges Kontrastprogramm. (Bild: FO)

Ferdinand Ortner

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Das Konzert des bekannten Amaryllis-Streichquartetts am Mittwoch in den voll besetzten kleinen Casinosälen war ein exquisiter Genuss für Musikästheten und ein überzeugender Einstieg in das von Andreas Bosshard interessant konzipierte Programm für 2017/18. Prominente Instrumental- und Vokalsolisten sowie namhafte internationale Kammermusikensembles präsentieren an sechs Terminen bis April 2018 bei den traditionellen Casino-Konzerten delikate Werke der klassischen europäischen Kammermusik von Barock und Klassik bis ins 20. Jahrhundert. Beim begeisternden Saisonauftakt spielte das Amaryllis-Quartett – es konzertierte schon im Frühjahr 2014 erfolgreich in Herisau – Joseph Haydns «Lerchenquartett», das 3. Streichquartett des Ungarn Béla Bartók und – als Höhepunkt des Abends – Beethovens ge­niales Streichquartett in Es-Dur, op. 127.

Famoses Künstlerensemble

Das Künstlerensemble mit Primgeiger Gustav Frielinghaus, den beiden «Neuen» – Lena Sandoz (Violine) und Tomoko Akasaka (Bratsche) – sowie dem Cellisten Yves Sandoz bestätigte seine hohe musikalische Kompetenz und Klasse überzeugend. Be­eindruckend die spieltechnische Souveränität, die subtile Gestaltungskraft sowie die Effizienz und Spontaneität im Vortrag, die den Funken direkt überspringen liessen. Mit der Aufführung von Joseph Haydns Streichquartett in D-Dur, op. 64/5 «Die Lerche», gelang ein bezaubernder Konzertauftakt. Im einzigartigen «Alle­gro»-Kopfsatz faszinierte die ausdrucksvolle Melodieführung der ersten Violine, die sich wie ein Vogelruf erhob und jubilierend entfaltete. Erfrischend die leichtfüssig strömende Melodik, die spielerisch-natürlichen Dialoge und die Transparenz des Ausdrucks! Beim «Adagio», einem innigen Liebeslied, erblühte die ariose Kantilene in lieblichen Farben. Das neckische Menuett, ein Kabinettstück eleganter moti­vischer und kontrapunktischer Kunst, liess auch ernstere Töne anklingen. Das brillante Finale bestach durch graziöse Leichtigkeit und Virtuosität. In starkem Kontrast zur galanten höfischen Klangwelt Haydns (1732–1809) stand das für Interpreten und ­Zuhörer sehr fordernde Streichquartett Nr. 3 von Béla Bartók (1881–1945), der seinerzeit als Revolutionär der Moderne galt. Er hatte mit der Tradition ge­brochen und verband die modale Harmonik und die elementare Rhythmik der Volksmusik mit der Chromatik des extremen Expressionismus. Seine Kompositionen entwickelte er experimentierfreudig aus einer Idee heraus mit eigenwilliger herber Tonsprache und elegischer Melodik mit oft dissonierenden Wirkungen. Dem engagiert agierenden Quartett glückte eine mitreissende Interpretation des anspruchsvollen Werkes.

Höhepunkt des Abends

Glanzlicht des Abends war das Streichquartett in Es-Dur, op. 127 von Ludwig van Beethoven (1770– 1827) – ein geniales Spätwerk im Umfeld der «Missa solemnis» und der «Neunten». Nach dem lebendig musizierten vielschichtigen Kopfsatz «Maestoso-Allegro» gestalteten die Künstler auf zartem Klangbackground den wundersam abgeklärten Variationensatz «Adagio ma non troppo e molto cantabile» zum emotionalen Highlight des Werkes. Hier kamen einmal mehr auch die exzellenten solistischen Qualitäten des Primgeigers und des Cellisten zur Geltung. Sehr transparent und rhythmisch elegant spielte das Quartett das duftige «Scherzando vivace», mit viel Spielfreude und Temperament das volkstümlich gehaltene kontrastreiche Rondo-Finale. Mit stürmischem Beifall belohnt wurde dann auch die Zugabe des 1. Satzes aus dem «Dissonanzen-Quartett» in C-Dur (KV 465) von W. A. Mozart.

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