HERISAU: Erfolg braucht Platz

Als Zwei-Mann-Firma hat die Firma Hawiag Laser AG ihren Betrieb aufgenommen. ­Inzwischen platzt die Firma aus allen Nähten. In der «Tiefe» liegt die Lösung.

Bruno Eisenhut
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Samuel und Roman Hasler mit Vater Hans (von links) freuen sich auf die künftige Produktion in den topmodernen Produktionsräumen. (Bild: bei)

Samuel und Roman Hasler mit Vater Hans (von links) freuen sich auf die künftige Produktion in den topmodernen Produktionsräumen. (Bild: bei)

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut

@appenzellerzeitung.ch

Es ist das Horrorszenario eines jeden Gemeindeoberhaupts: Eine Firma floriert und sucht nach Expansionsmöglichkeiten. Weil sie im eigenen Gemeindegebiet nichts Passendes findet, zieht sie fort – die Arbeitsplätze sind weg, die Steuereinnahmen für die Gemeinde ebenso.

Für Herisau hätte sich ein solcher Hergang gut und gerne mit der Metallbearbeitungsfirma Hawiag AG abspielen können. Vor 19 Jahren mit zwei Personen gestartet, beschäftigt die Firma inzwischen 15 Mitarbeitende. Das Industrieunternehmen stellt mit Laserstanztechnik Rohlinge für weiterverarbeitende Firmen her. Seit Jahren beabsichtigte die an der Schützenstrasse angesiedelte Firma, ihre Produktion auszubauen. Zwar hatte Firmeninhaber Hans Hasler ein Bauprojekt angrenzend an die bestehende Firma ausgearbeitet. Letztlich verschwand dieses Vorhaben aber aus verschiedenen Gründen in der Schublade. «Zum Glück», dürfte sich Hans Hasler heute sagen. Kürzlich konnte die Hawiag AG nämlich das Industriegebiet «Tiefe» nahe der Grenze zu Gossau vom bisherigen Besitzer Huber und Suhner abkaufen. Auf dem Areal von gut 15000 Quadratmetern stehen dort Industriebauten, die im Innenbereich topmodern eingerichtet sind. «Für uns ist der Kauf dieses Areals ein Glücksfall», so Hasler. Dass er sich mit der Firma Huber und Suhner zum Kauf einigen konnte, sei nicht zuletzt der bestehenden Geschäftspartnerschaft zu verdanken. Seit vielen Jahren beliefert die Firma Hawiag AG den bisherigen Besitzer Huber und Suhner mit Rohstoffteilen.

Auch wenn die Firma Hawiag AG rund 30 Prozent vom Umsatz mit Exportgeschäften erwirtschaftet, Firmeninhaber Hans Hasler glaubt an eine Zukunft des Wirtschaftsstandorts Schweiz. «Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir einem starken Kostendruck ausgesetzt sind», so Hans Hasler. Die Strategie der Firma sieht deshalb vor, die Produktion zu optimieren. Am neuen Standort will die Firma in einen automatisierten und hochtechnologischen Maschinenpark investieren. Ist dieser installiert, kann die Produktion trotz Umzug im kommenden Sommer ohne Unterbruch fortgesetzt werden.

Zukunft und Nachfolge geregelt

In der Firma Hawiag AG dreht sich alles um die Blech- und Metallbearbeitung. Beschäftigt werden nebst dem Büropersonal Personen verschiedener Berufs­gattungen: Lasermaschinisten, Anlage- und Apparatebauer, Metallbauer, Konstrukteure oder CNC-Programmierer. Auch als Ausbildner ist das Industrieunternehmen tätig. Derzeit lassen sich zwei Jugendliche zu gelernten Konstrukteuren oder ­Anlage- und Apparatebauern ­ausbilden.

Mit dem Wegzug vom bisherigen Standort an der Schützenstrasse im kommenden Sommer endet für die Industriefirma Hawiag AG die Zeit der engen und aufwendigen Produktion. Es warten vielseitig nutzbare Räume, die der Firma einfache Arbeitsabläufe und die angestrebte Expansion ermöglichen. «Mit dem Kauf dieser Liegenschaft können wir ein weiteres Kapitel in der Firmengeschichte schreiben», so der Firmenchef. Ein nächstes zeichnet sich schon ab. Die beiden Söhne des Firmeninhabers, Samuel und Roman, arbeiten bereits jetzt im Unternehmen und werden dieses weiterführen.

Auch an der Schützenstrasse gibt es eine Zukunft für die Industrie: Die Schlosserei Frischknecht aus Waldstatt zieht ein.