HERISAU: Eine Alternative gibt es nicht

Kommt auf das Dach des Bushofes eine Solaranlage? Gibt es eine Tiefgarage? Fragen wie diese wurden an den Gemeinderat gerichtet. Weitere können noch gestellt werden. Die Bevölkerung wird um Feedback ersucht.

Astrid Zysset
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So soll der neue Bahnhof Herisau einmal aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll der neue Bahnhof Herisau einmal aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

«Einen Plan B haben wir nicht», sagte Gemeinderat Max Eugster, Ressortchef Hochbau/Ortsplanung, am Informationsanlass vergangenen Montagabend im Casino auf die Frage eines Bürgers hin, was denn geschehe, wenn die Abstimmungen abgelehnt werden. Im November nächsten Jahres kommen die kantonale Vorlage betreffend Verschiebung des Bahnhofskreisels wie auch die kommunale betreffend Gemeindebeitrag zur Bahnhofsneugestaltung vors Volk; 15 bis 17 Millionen Franken würde Herisau das Generationenprojekt kosten. Wenn die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger eine oder gar beide Vorlagen ablehnen, dann ist das Bahnhofsprojekt vom Tisch. «Ich würde zuerst einmal leer schlucken, wenn dieser Fall eintreten sollte», so Eugster. Und nach einer kurzen Pause fügte er an: «Die Generation nach uns wird sich dann den Überlegungen annehmen müssen, wie der Bahnhof aufgewertet werden soll.»

Die Frage nach einem möglichen Nein an der Urne war eine von vielen. Von den Bürgerinnen und Bürgern wurden noch weitere gestellt: Wo wird eine Tiefgarage gebaut? Kann auf dem Dach des Bushofes eine Solaranlage installiert werden? Und bleibt der Bahnhof für den Durchgangsverkehr überhaupt offen? Eugster musste einräumen, dass viele Punkte im Detail noch nicht besprochen wurden. So sei nach wir vor unklar, wo eine Tiefgarage entstehen soll. Wie generell das Thema Energie gehandhabt wird, sei ebenfalls noch nicht bedacht worden. Auch darüber, wer konkret in das Generationenprojekt investieren wird, lassen die Verantwortlichen nichts verlauten. «Es hat erste Gespräche gegeben und die sind positiv verlaufen. Doch Namen können wir noch keine nennen», so Eugster. Eine der wenigen konkreten Punkte: Die Durchlässigkeit zur St. Gallerstrasse bleibt gegeben. Mit 20 Stundenkilometern dürften die Autos den Bahnhof passieren. Alle Verkehrsteilnehmer würden gleich gewichtet werden.

Eugster hielt fest, dass das neue Bahnhofsareal nicht das Dorfzentrum konkurrenzieren soll. «Wir schauen die jeweiligen Nutzungen genau an», führte er aus. Aber der Bahnhof verdiene eine zukunftsmässige Gestaltung. Und der Verkehr müsse «entflechtet» werden. Ein entscheidender Beitrag hierzu liefert die Kreiselverschiebung. Mit dieser könnte der Bahnhof vom Durchgangsverkehr weitgehend entlastet werden. Die Kantonsstrassen Gossauer-, Mühle-, Bahnhofs- und Güterstrasse würden in den neuen Kreisel münden. 18 bis 20 Millionen Franken würde die Verschiebung kosten.

Mitwirkungsverfahren hat begonnen

Ab sofort beginnt die Mitwirkungsphase. Die Bürgerinnen und Bürger können bis zum 15. Dezember ihre Rückmeldungen zum Teilzonenplan wie auch Teilrichtplan – sozusagen die Grundlagen für die Bahnhofsneugestaltung – eingeben. Die Inputs werden ausgewertet und allenfalls in der weiteren Planung berücksichtigt. Der Teilzonenplan komme anschliessend nicht mehr gross in die Öffentlichkeit, so Andreas Irniger, Leiter Ortsplanung und Gemeindeentwicklung. Der Plan wird dem Gemeinderat zum Erlass eingereicht, anschliessend dem Einwohnerrat vorgelegt. Zu guter Letzt müsste der Regierungsrat den Teilrichtplan noch genehmigen. Der Teilzonenplan wird hingegen öffentlich aufgelegt. Anschliessend kommt auch dieser in den Einwohnerrat und muss dem Regierungsrat zur Genehmigung unterbreitet werden.