HERISAU: Ein Zeichen setzen

Die Unterschriften für eine Volksinitiative zum kontrollierten Bau von Antennenanlagen wurden der Gemeinde übergeben. Der Einwohnerrat berät 2018 darüber.

Astrid Zysset
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Die Mitglieder des Vereins Lebensqualität Ifang übergeben Gemeindeschreiber Thomas Baumgartner die Unterschriften. (Bild: PD)

Die Mitglieder des Vereins Lebensqualität Ifang übergeben Gemeindeschreiber Thomas Baumgartner die Unterschriften. (Bild: PD)

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

171 Unterschriften kamen für die Volksinitiative «Für den kontrollierten Bau von Antennenanlagen» zusammen. Initiiert wurde die Sammlung vom Verein Lebensqualität Ifang. Dessen Präsidentin Gabriella Hagger: «Wir sind sehr zufrieden mit der Anzahl. Unsere Mitglieder haben fleissig gesammelt.» Im Quartier seien sie von Haus zu Haus gegangen und hätten ihr Anliegen vorgetragen. Über Bekannte und Freunde kamen noch zusätzliche Unterschriften zusammen. Und bei den Anwohnern der Degersheimerstrasse stiess das Anliegen des Vereins ebenfalls auf Zustimmung. «Es ist ein Zeichen, das wir mit diesen 171 Unterschriften setzen können. Ein Zeichen für mehr Sorgfalt bei der Evaluation eines Antennenstandorts», so Hagger weiter. Diese gebe es bis anhin nicht. Die Mobilfunkunternehmen suchen sich ihre eigenen Standorte und geben ein Baugesuch bei der Gemeinde ein. Problem: «Die Gemeinde hat gar nicht die Möglichkeit, ein entsprechendes Bau­gesuch abzulehnen, wenn die formellen Vorgaben alle eingehalten sind», so Hagger. Da möchte der Verein ansetzen. Vor rund sechs Wochen hat er die Unterschriftensammlung lanciert, die das Ziel hat, das Baureglement der Gemeinde Herisau um einen Absatz zu ergänzen. Eine Standortevaluation soll vor­ausgesetzt werden. Der Gemeinderat würde den Platz für die Antennenanlage festsetzen. Vergangenen Montag wurden die gesammelten Unterschriften Gemeindeschreiber Thomas Baumgartner übergeben. Diese werden nun auf ihre Gültigkeit hin überprüft. Anschliessend muss der Gemeinderat formell über das Zustandekommen der Volksinitiative befinden. Danach kommt die mögliche Reglementsanpassung in den Einwohnerrat. Auf einen möglichen Zeitpunkt, wann dies der Fall sein wird, wollte sich Baumgartner noch nicht konkret festlegen. «Gut möglich, dass der Einwohnerrat in der ­ersten Jahreshälfte 2018 dazu ­befragt wird.»

Baubewilligung für Antenne im Ifang steht noch aus

Stein des Anstosses für die Volksinitiative: Das Mobilfunkunternehmen Salt Mobile SA plant auf dem Grundstück der Firma Tecnofol AG eine 25 Meter hohe Mobilfunkanlage mit acht Antennen, um die Netzabdeckung im Südwesten Herisaus zu verbessern. Dagegen regte sich Widerstand. 38 Einsprachen gingen ein. Die Baubewilligung steht seit vergangenem August aus. Eines ist für Hagger aber bereits klar: Erhält Salt die Bewilligung, die Antenne zu errichten, werde der Verein Rekurs einlegen und den Entscheid an die nächste Instanz weiterziehen. Denn: Die gesundheitliche Belastung durch die Strahlen, die der Verein befürchtet, werde nicht einfach hingenommen. Als kritischen Punkt nennt Hagger den Pausenplatz des Schulhauses Ifang. Zudem würden in jene Richtung, wo die grösste Strahlung zu erwarten ist, jeweils geschützte Vogelarten nisten. Weiter spielt der Grillplatz, den der Quartierverein bauen liess, eine wichtige Rolle. «Falls die Mobilfunkanlage kommt, müssten wir ihn schliessen», bedauert Hagger.