HERISAU: Dritte Integrationsklasse zeichnet sich ab

Die ordentlichen Geschäfte hat der Einwohnerrat Herisau am Mittwochabend diskussionslos verabschiedet. In der anschliessenden Fragestunde beschäftigte vor allem die Flüchtlings- und Asylpolitik.

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Herisaus Gemeinderäte standen dem Einwohnerrat am Mittwochabend Red und Antwort. (Bild: pag)

Herisaus Gemeinderäte standen dem Einwohnerrat am Mittwochabend Red und Antwort. (Bild: pag)

HERISAU. Über die Hälfte der 400 Flüchtlinge in Appenzell Ausserrhoden lebt in Herisau. Dies sagte Gemeinderätin und Ressortchefin Soziales Sandra Nater am Mittwoch an der Fragestunde im Einwohnerrat. Peter Erny (SVP) und Jeannette Locher (FDP) wollten Informationen zur Flüchtlings- und Asylpolitik. Im Zentrum standen die Kosten sowie die Zusammenarbeit der Schule Herisau und der Beratungsstelle für Flüchtlinge in bezug auf Integrationsmassnahmen.

Jugendliche werden neu am BBZ unterrichtet

Gemäss Sandra Nater werden Kosten für anerkannte sowie vorläufig aufgenommene Flüchtlinge, die in Sozialhilfe leben, von der Beratungsstelle für Flüchtlinge übernommen. «Diese werden dann im Verteilschlüssel mit den anderen 19 Gemeinden aufgeteilt», so Nater. Ein «Freikaufen» von Asylsuchenden ist für die Gemeinde mangels rechtlicher Grundlage indes keine Option. Vielmehr sei es Ziel, mit «massiven Integrationsmassnahmen» nichterwerbstätige beziehungsweise vorläufig aufgenommene Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit der Umsetzung eines Teils der Integration sei die Beratungsstelle für Flüchtlinge beauftragt worden, dies für alle Gemeinden im Kanton.

Die Beratungsstelle für Flüchtlinge biete für kleine Kinder vom Kindergarten bis zum Vorschulalter keine speziellen Integrationsmassnahmen an, sagte Gemeinderätin und Ressortchefin Schule Annette Joos. Die rund 49 Kinder von Flüchtlingsfamilien würden durch Massnahmen im Bereich der Schule integriert. Kinder bis zur 3. Klasse werden direkt in die Klassen eingeteilt und bekommen bei Bedarf Deutschunterricht. «Die Integration ist in diesem Alter deutlich einfacher, und es ist erwiesen, dass die Kinder die Sprache besonders gut in einem deutsch sprechenden Umfeld erlernen», so Joos. Für Kinder ab der 3. Klasse führt die Gemeinde zurzeit zwei Integrationsklassen. Diese seien bereits jetzt sehr gross. Joos: «Herisau ist vorbereitet, allenfalls eine dritte Integrationsklasse zu eröffnen.» Jugendliche werden neu vom Kanton in Integrationsklassen am BBZ geschult. (pag)