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HERISAU: Die Viehschausaison ist eröffnet

Auf dem Ebnet zog gestern die Viehschau viel Publikum an. Dabei gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von über 100 Tieren. OK-Präsident Peter Tobler will daraus jedoch keinen Trend ableiten.
Gianni Amstutz
Kühe, wohin das Auge reicht. 383 waren es gestern an der Viehschau in Herisau. (Bilder: Gianni Amstutz)

Kühe, wohin das Auge reicht. 383 waren es gestern an der Viehschau in Herisau. (Bilder: Gianni Amstutz)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@appenzellerzeitung.ch

Wenn die Luft vom Duft nach Kuhmist erfüllt ist, Menschen die Strasse zum Ebnet hoch säumen und Kühe durch das Dorf ziehen, dann ist Viehschauzeit in Herisau. Mit dieser wurde die Saison im Appenzellerland gestern offiziell eröffnet.

Bis 10 Uhr waren alle Kühe auf dem Parkplatz bei der Chälblihalle angekommen. Ihre Besitzer und einige Helfer hatten alle Hände voll damit zu tun, sie nach verschiedenen Kategorien auf dem Areal zu verteilen und anzubinden. Manche Kuh zeigte sich dabei bockig wie ein Muni und versuchte sich bereits vorzeitig auf den Heimweg zu begeben. Gekonnt wurde das von den Bauern verhindert, und auch die widerwilligsten Rindviecher wurden schliesslich an ihren vorgesehenen Platz geführt.

Rund 100 Kühe weniger als im Vorjahr

383 Tiere von 13 Bauern nahmen in diesem Jahr am Schönheitswettbewerb teil. Das sind rund 100 weniger als noch vor einem Jahr. «Damals feierte die Viehschau Herisau ihr Jubiläum, weshalb ich daraus keinen Trend ableiten würde», sagt OK-Präsident Peter Tobler. Doch auch ein Jahr davor habe man noch mehr Kühe auf dem Platz gehabt. In Herisau sei es für die Bauern jedoch etwas umständlicher als andernorts, zum Viehschauplatz zu gelangen, da sie ihre Kühe durch das vergleichsweise stark befahrene Dorf führen müssten. Das könne den Rückgang erklären. Da viele Einsatzkräfte den Verkehr regeln müssten und auch die Nutzung des Parkplatzes die Gemeinde etwas koste, sei die Viehschau in Herisau die teuerste des Kantons, sagt Peter Tobler.

Deshalb wolle man der Gemeinde etwas zurückgeben und lade jeweils Kindergarten- und Primarschulklassen zum Anlass ein. «Ausserdem ist es wichtig, den Kindern zu zeigen, dass die Milch von der Kuh und nicht etwa von der Migros kommt.» Das wüssten heutzutage viele nicht mehr, sagt Tobler. Viele Klassen folgten der Einladung und schlenderten über den Platz. «Achtung, die Chuä macht gad Bisi», warnte eine Schülerin ihre Kollegin, die dank der Warnung die «Gefahrenzone» gerade noch rechtzeitig verlassen konnte. Beliebt waren bei den kleinen Besuchern insbesondere der Streichelzoo in der Chälblihalle sowie der Jungzüchterwettbewerb. Mit diesem wolle man die Begeisterung für die tierischen Misswahlen auf die nachfolgende Generation übertragen, sagte der OK-Präsident. Beim Nachwuchs wurde keine Rangliste geführt. Ganz anders sieht das bei den Erwachsenen aus.

Die schönste Kuh im ganzen Dorf

Den Morgen über waren Experten damit beschäftigt, die Kühe nach ihrer Schönheit anzuordnen. Doch was macht eine schöne Kuh überhaupt aus? «Dazu gibt es klare Vorgaben, die dem Schweizerischen Zuchtziel entsprechen müssen», erklärt Tobler. In Herisau entscheide ­ausschliesslich das Aussehen. ­Beschriftungen, die einen Rückschluss auf die Leistung zuliessen, gebe es keine. Wichtig seien ein schöner Euter und Rahmen. Diese beiden Aspekte machen zusammen 60 Prozent der Bewertung aus. Aber natürlich habe jeder Juror auch seine eigenen Präferenzen, was bei einer knappen Entscheidung ausschlaggebend sein könne.

Die Zuchtziele werden alle vier Jahre angepasst. Dabei gehe die Tendenz wieder hin zu kleineren Kühen. «Eine Kuh muss nicht 900 Kilogramm wiegen, um viel Milch zu geben», sagt Tobler. Im Gegenteil: Kleinere Kühe seien gar effizienter, was die Milchproduktion angehe.

Was an der Viehschau in Herisau auffällt, ist, dass nur Braunvieh vertreten ist. Andere Rassen seien zwar nicht verboten, liessen sich aber nicht mit der Appenzeller Tradition vereinbaren. «Solange ich Präsident bin, wird es keine anderen Kühe hier geben», verspricht Tobler.

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