HERISAU: Die Post geht nicht mehr ab

Die Post betreibt künftig keine Postfächer mehr am Bahnhof. Ersatz dafür gibt es in der Hauptagentur. Hauptgrund für die Schliessungen ist der E-Mail-Verkehr.

Elias Eggenberger
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Wer ein Postfach am Bahnhof hat, muss die Post bald in der Hauptagentur abholen. (Bild: Elias Eggenberger)

Wer ein Postfach am Bahnhof hat, muss die Post bald in der Hauptagentur abholen. (Bild: Elias Eggenberger)

Elias Eggenberger

elias.eggenberger@ appenzellerzeitung.ch

Nach dem Lädelisterben kommt das Postfachsterben: Die Postfächer am Bahnhof Herisau werden ab August nicht mehr betrieben. Die beiden Postfachanlagen in der Gemeinde werden zusammengelegt. Künftig werden alle Postfachnutzer ihre Post in der Hauptagentur an der Poststrasse abholen müssen. Grund für die Schliessung seien rückläufige Nutzerzahlen, sagt Markus Werner, Pressesprecher der Post. «Beide Postfachstandorte sind nur zu 50 Prozent ausgelastet», führt er weiter aus. Deshalb habe die Post beschlossen, die Postfächer am Standort Bahnhof zu schliessen. Die Agentur am Bahnhof werde aber weiterhin betrieben. Eine Schliessung aller Postfächer in Herisau sei kein Thema. Der gelbe Riese habe keine Absichten, die Postfachzustellung generell aufzuheben.

Dass die Verkehrsbelastung im Zentrum durch die Verlegung der Postfächer gross zunehmen wird, glaubt der Gemeindepräsident Renzo Andreani nicht: «Das muss man abwarten. Wir kennen das Verhalten der Postfachkunden noch nicht. Falls sich der Verkehr zu einem Problem entwickeln würde, müsste man natürlich Mass­nahmen dagegen überlegen.»

Nicht nur Herisau kennt das Problem. Schweizweit werden Postfächer aufgrund rückläufiger Nachfrage geschlossen. In Zürich wurden bereits im Jahr 2014 drei Standorte geschlossen, dasselbe Problem hat Bern. Gründe dafür sieht die Post im E-Mail-Verkehr. Die Digitalisierung habe dazu geführt, dass über 50 Prozent des Briefverkehrs eingebrochen sei, sagt Oliver Flüeler, Mediensprecher der Post gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Schlecht genutzte Dienstleistungen könne sich die Post nicht leisten.