HERISAU: Die Fronten verhärten sich

Die Salt Mobile SA hat mit den Antennengegnern im Gebiet Ifang verhandelt. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Es gibt grosse Differenzen.

Jesko Calderara
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Salt Mobile SA plant auf dem Gelände der Firma Tecnofol AG eine Mobilfunkanlage. (Bild: Jesko Calderara)

Salt Mobile SA plant auf dem Gelände der Firma Tecnofol AG eine Mobilfunkanlage. (Bild: Jesko Calderara)

Jesko Calderara

jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch

In den Streit um das Antennen-Projekt der Salt Mobile SA im Ifang-Quartier kommt Bewegung. Kürzlich gab es die ersten Einspracheverhandlungen. Anwohner, Vertreter des Bauherrn und des kantonalen Amts für Umwelt haben bei einem Augenschein vor Ort strittige Punkte diskutiert. Insgesamt wurden gegen das Vorhaben 38 Einsprachen von 246 Personen eingereicht. Salt plant auf dem Grundstück der Firma Tecnofol AG eine 25 Meter hohe Mobilfunkanlage mit acht Antennen. Mit ihrem Vorhaben will sie die Netzabdeckung im Südwesten Herisaus verbessern. «Ich sehe keine Chance auf eine Einigung», sagt Gabriella Hagger. Die Herisauer Einwohnerrätin ist Präsidentin des Vereins Lebensqualität Ifang. Zu gross sind offenbar die Differenzen zwischen dem Telekommunikationsunternehmen und den Gegnern. Befürchtungen gibt es über die zu erwartende Strahlenbelastung in der Umgebung des vorgesehenen Standorts. Dazu hat ein Sachverständiger im Auftrag der Gegnerschaft Berechnungen angestellt. Demnach wird die geplante Mobilfunkanlage eine Reichweite von bis zu eineinhalb Kilometern haben.

Als kritischen Punkt in Bezug auf die starke Belastung nennt Hagger den Pausenplatz des Schulhauses Ifang. Zudem würden in jene Richtung, wo die grösste Strahlung zu erwarten ist, jeweils geschützte Vogelarten nisten. Eine wichtige Rolle in den Begründungen der Einsprachen spielt der Grillplatz, den der Quartierverein bauen liess. «Falls die Mobilfunkanlage kommt, müssten wir ihn schliessen», bedauert Hagger. Keine Freude an den Salt-Plänen hat auch der ­Besitzer des nahe gelegenen Waldstücks. Der vorgeschriebene ­Mindestabstand zur Anlage von 20 Metern könnte nicht eingehalten werden. Aus diesem Grund müsste eine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Der Waldeigentümer befürchtet, für allfällige Schäden an der Mobilfunkanlage haftbar gemacht zu werden. Eine Gefahr könnten beispielsweise umfallende Bäume darstellen.

Einsprecher wollen den Rechtsweg beschreiten

Als nächstes liegt der Ball bei verschiedenen kantonalen und kommunalen Behörden. Sofern die Bewilligung erteilt werde, würden sie den Rechtsweg beschreiten, betont Hagger. Die Forderung des Vereins Lebensqualität Ifang ist unmissverständlich: Die Salt Mobile SA soll einen anderen Standort in Herisau suchen. Der vorgesehene Ort mache aufgrund der topografischen Lage keinen Sinn, sagt Hagger.