HERISAU: Das Zukunftsprojekt

Der Gemeinderat beantragt einen Projektierungskredit über brutto 1,3 Millionen Franken, um ein Bauprojekt für den Bahnhofplatz mit Bushof ausarbeiten zu lassen.

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Eine Visualisierung, wie es am Bahnhof Herisau dereinst aussehen könnte. Vorne die Passerelle zum Ebnet. (Bild: PD)

Eine Visualisierung, wie es am Bahnhof Herisau dereinst aussehen könnte. Vorne die Passerelle zum Ebnet. (Bild: PD)

2007 wurden erste Schritte unternommen, um das Bahnhofareal in Herisau aufzuwerten und den gesetzlichen Vorschriften bezüglich Behindertengerechtigkeit und Sicherheit anzupassen. Seither haben die beteiligten Grundeigentümer – Kanton, Appenzeller Bahnen (AB), Südostbahn (SOB), Post Immobilien AG – sowie die Regiobus AG unter der Federführung der Gemeinde Studien erarbeitet, eine Entwicklungsvereinbarung unterschrieben sowie gemeinsam einen «Masterplan» verabschiedet. Zudem wurde das Projekt beim Agglomerationsprogramm des Bundes eingereicht.

Wie die Gemeindekanzlei mitteilt, beginnt nun die konkrete Planung: Der Gemeinderat hat zuhanden des Einwohnerrates einem Projektierungskredit über brutto 1,3 Mio. zugestimmt. Bis im Mai 2018 soll ein Bauprojekt mit detailliertem Kostenvoranschlag erarbeitet werden. Als Basis dient das 2014 öffentlich vorgestellte siegreiche Arealentwicklungskonzept mit dem darin enthaltenen Vorprojekt für den «Bahnhofplatz mit Bushof».

Kreisel sowie Gleis und Perron werden verlegt

Das Projekt umfasst zusammen mit der Verlegung des Bahnhofkreisels durch den Kanton den tiefgreifenden Umbau der Verkehrsdrehscheibe am Bahnhof Herisau. Insbesondere müssen die Gleis- und Perronanlagen der AB verlegt werden, um Platz für den neuen, überdachten Bushof zu schaffen. «Die AB haben vorausschauend mit dem neuen, teils provisorischen Aussenperron bereits einen ersten Schritt realisiert. Dazu kommen die Gestaltung der öffentlichen Plätze, die hindernisfreie Fusswegverbindung zum Ebnet, Velostationen, der Zentralplatz von SOB und Post, die Passerelle und das Belvedere als Übergang von der Bahnhofstrasse zum neuen Bahnhofareal sowie weitere ­Anpassungen bei den Gleiszugängen, insbesondere den Un­terführungen», heisst es in der Medienmitteilung. Dank dieser Neugestaltung wandle sich das bestehende Flickwerk zu einem übersichtlichen Bahnhofareal, das wieder Jahrzehnte Bestand haben wird. Aus der heute eher tristen Umgebung werde ein einladender Ort für die Herisauer, aber auch für alle Besucher wie zum Beispiel Geschäftskunden von Unternehmen, politische Gäste und Militärangehörige aus der ganzen Schweiz. Gleichzeitig entstehe Raum für neue Gewerbe- und Wohnbauten.

Bereits sind Studien von privaten Investoren in verschiedenen Bereichen des Areals in Arbeit: für eine Busgarage der Regiobus AG mit darüberliegenden Bürogeschossen, für einen Neubau eines Grossverteilers samt Wohnungen, für einen Neu- oder Umbau des Parkhauses der SOB und für einen neuen Firmensitz einer Herisauer Firma mit circa 150 Arbeitsplätzen. Ebenfalls grosses Potenzial bieten in einem späteren Schritt die weiter östlich gelegenen Flächen entlang der Gleise und der Güterstrasse.

Volksabstimmung im November 2018

Das nun auszuarbeitende Bauprojekt bezieht sich auf die Konkretisierung des Vorprojektes für den Bereich des Gemeindeprojektes «Bahnhofplatz mit Bushof». Das resultierende Bauprojekt mit Kostenvoranschlag bildet dann die Grundlage für einen Baukredit, der voraussichtlich im November 2018 gemeinsam mit dem Kreditantrag des Kantons für den Umbau des Verkehrsknotens Bahnhof-, Mühle- und Güterstrasse (Projekt Bahnhofkreisel) dem Volk vorgelegt werden soll.

Die zu erwartenden Nettokosten für die Gemeinde bewegen sich gemäss jetzigem Stand bei geschätzten 15 bis 17 Mio. Franken, bei Gesamtkosten von brutto circa 38 Mio. Franken. Der Betrag ist vor allem abhängig von den Beiträgen des Bundes im Rahmen des Agglomerationsprogramms (ca. 30 bis 40 Prozent), aber auch von den Verhandlungen über Beiträge des Kantons für den öffentlichen Verkehr an den Busbetrieb sowie Beiträge der Projektpartner. Dazu kommen die gesetzlichen Strassenbeiträge der Gemeinde von ca. 2,5 Mio. Franken an die Investitionen des Kantons für den Kreisel und die Güterstrasse. (gk)

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