HERISAU: Das kleine Stuhlfest in den Gassen

Wenn viele Stühle unterschiedlicher Couleur das Dorfzentrum prägen, dann ist «Usegstuehlet»-Zeit. In ungezwungenem Rahmen flanieren, plaudern und sich hinsetzen, wo es beliebt, lautet das Motto.

Andy Lehmann
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Verschiedenste Sitzgelegenheiten kamen zum Einsatz.

Verschiedenste Sitzgelegenheiten kamen zum Einsatz.

Andy Lehmann

andreas.lehmann

@appenzellerzeitung.ch

Ob Bürostuhl, Bänkli oder Polstersessel, alles was eine Sitzgelegenheit darstellt, kommt auf die Strasse. So geschehen am Samstag im Zentrum von Herisau und das bei strahlendem Wetter.

Der Startschuss fiel bereits um 11 Uhr mit dem Rosengartentag. Zum 11. Mal lud die Steinegg Stiftung als Eigentümerin in den Rosenpark in der Windegg. Viele Herisauerinnen und Herisauer nutzten die Gelegenheit und verweilten, begleitet von Klängen der Musikschule und einem Ensemble des Musikvereins, im Park. Auch der Stiftungsratspräsident Heinz Stamm zeigte sich erfreut über die vielen Besucher.

Nachdem der Wochenmarkt auf dem Obstmarkt beendet war, verwandelte sich das Dorfzentrum in eine bestuhlte Begegnungszone für Alt und Jung. Es wurde ein buntes Programm an kulinarischen und musikalischen Genüssen geboten. An der Oberdorfstrasse kamen auch die Kinder auf ihre Kosten und sie wurden von «Oli de Spielma» musikalisch unterhalten. Der Musikkünstler spielt mehrere Instrumente wie Gitarre, Mundharmonika und Schlagzeugelemente gleichzeitig. Man konnte sich überall hinsetzen und in ungezwungener Atmosphäre verweilen und Leute kennen lernen.

Zum ersten Mal konnte man sich mit Ross und Wagen auf eine «Usegstuehlet»-Dorftour begeben. Das Angebot wurde gerne und oft in Anspruch genommen. Die beiden Kutscher eroberten auch immer mehr Wegstrecke im Zentrum. Etwa zur Vesperzeit waren wohl die meisten Stühle besetzt. Auf dem Obstmarkt flitzten Bikerinnen und Biker in rasantem Tempo über den Hindernisparcours. An der Gossauerstrasse sassen die Leute beim mit Blumenblüten gefüllten Brunnen gemütlich beisammen. Am Clara Nef-Weg wurde Truthahn serviert und Herisauer Bier kredenzt. Auch das Kinderschminken war beliebt und in der Windegg konnte unter anderem beim «Selewiemobil» ein kleiner Jasskurs besucht werden.

Das «Usegstuehlet» erfreut sich grosser Beliebtheit. Man lernt teils versteckte Orte kennen und verweilt dort, wo es gefällt. Es ist gut, dass sich die Herisauerinnen und Herisauer nicht Polo Hofers Lied «Stüel ewäg» zum Vorbild genommen haben. Stattdessen wurde «Usegstuehlet» und mit rund 60 Teilnehmern wurde ein neuer Rekord erzielt.