HERISAU: Co-Präsidentin neu solo

Die Ausserrhoder Frauenzentrale wählt drei neue Vorstandsmitglieder. Für Unterhaltung sorgt eine junge Slam-Poetin.

Elias Eggenberger
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Die Präsidentin Ariane Brunner und die neuen Vorstandsmitglieder: Petra Schwab, Marlies Longatti und Simone Bischofberger (Bild: ELE)

Die Präsidentin Ariane Brunner und die neuen Vorstandsmitglieder: Petra Schwab, Marlies Longatti und Simone Bischofberger (Bild: ELE)

Elias Eggenberger

elias.eggenberger@ appenzellerzeitung.ch

Die Hauptversammlung der Frauenzentrale startet lustig: Die Slam-Poetin Miriam Schöb liest ihre Texte vor. Die Ideologie des Poetry-Slams sei, dass Lyrik für alle zugänglich werde, sagt sie. Aufgelockert durch die lebens­nahen Werke von Schöb, wendet sich die Frauenzentrale Appenzell Ausserrhoden dem Geschäftlichen zu.

Co-Präsidentin Barbara Zeller nutzt die Begrüssungsrede ­anlässlich ihres anstehenden Rücktritts gleichermassen als Abschiedsrede. «Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt», begründet sie ihren Rücktritt. Sie schaue auf eine aufregende Zeit zurück. Es sei eine sehr wertvolle Erfahrung gewesen, Co-Präsidentin der Frauenzentrale zu sein. Ihre Zeit als Präsidentin sei geprägt gewesen durch Gender-, Männer- und Frauenfragen, oftmals seien diese politischer Natur. Ein Kränzchen windet sie dem Vorstand: «Ich habe die Zusammenarbeit sehr geschätzt. Es wurde stets sachlich und fair diskutiert und am Ende entschied man demokratisch.» Nur miteinander könne man etwas bewegen. Zum Schluss fügt sie an, dass weiterhin an der Toleranz und der Akzeptanz gearbeitet werden müsse. Das Präsidialamt wird die zweite Co-Präsidentin Ariane Brunner in Zukunft alleine übernehmen. Die zurücktretenden Vorstandsmitglieder Silvia Droz, Marianne Göldi, Andrea Schläpfer und Ursula Rohrer werden ersetzt durch Simone Bischofberger, Petra Schwab und Marlies Longatti. Ein Sitz bleibt vakant. Der Verein sucht weiterhin nach einem Vorstandsmitglied im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Die Rechnung und der Revisorenbericht werden diskussionslos abgesegnet. Als Verein, der über 400 Mitglieder zählt, wird die Frauenzentrale vor allem über deren Beiträge finanziert. Kleinere Beträge erhielt er von Gemeinden und Gönnern. Weiter berichtet der Vorstand über die verschiedenen Arbeiten der Frauenzentrale. Es wurden Kurse, Infoveranstaltungen und Diskussionsabende zu politischen und gesellschaftlichen Themen organisiert. Am alljährlichen «Equal Day» verteilte die Frauenzentrale Spitzbuben mit «Lätsch», um auf die nach wie vor bestehende Lohnbenachteiligung der Frauen aufmerksam zu machen. Eine Diskussion fand zum Thema «Bedingungsloses Grundeinkommen» statt. Zudem organisierte der Verein drei Abende, an welchen über das Asylverfahren informiert wurde.

Diverse Anlässe stehen auch dieses Jahr wieder an. Beispielsweise ein Referat über Gender­erziehung «Was ist typisch Mädchen, was ist typisch Jungs». Im November werden die Frauen zusammen mit den Ausserrhoder Nationalräten Andrea Caroni und David Zuberbühler das Bundeshaus besichtigen.