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HERISAU: BVD verhindert Normalbetrieb

Die Tierseuche BVD auf seinem Hof ist für Willy Preisig nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen ein harter Schlag. Dabei unternimmt er alles, dass diese Seuche ausgemerzt werden kann.
Martin Brunner
Trotz BVD-Seuche hat Willy Preisig das Lachen nicht verlernt. (Bild: Martin Brunner)

Trotz BVD-Seuche hat Willy Preisig das Lachen nicht verlernt. (Bild: Martin Brunner)

Martin Brunner

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Im Anbindestall von Willy Preisig auf der Sturzenegg in Herisau herrscht eine angenehme Atmosphäre. Prächtige Tiere fressen friedlich oder ruhen sich auf ihren Lägern aus. «Die Kühe sind mein Ein und Alles», sagt der Landwirt. «Für sie unternehme ich alles, damit es ihnen gut geht.» Sie danken es ihm mit beachtlichen Milchmengen von bis zu 50 Kilo pro Tag.

Umso frustrierender ist es für ihn, dass er auf seinem Betrieb nur eingeschränkt handlungsfähig ist. Der Grund liegt darin, dass einzelne Tiere positiv auf die Tierseuche BVD getestet worden sind. Ob diese Infektion auf die Sömmerung auf Alpen in Weesen und auf dem Unterboden zurückzuführen ist, ist noch nicht geklärt. «Das bedeutet aber, dass im Moment keine Tiere meinen Hof verlassen dürfen», erklärt er. «Entscheidend ist dies vor allem für die Kälber, die weiter in die Mast gehen. Ich muss die Tiere viel zu lange bei mir behalten, was wirtschaftlich ein grosser Nachteil ist.» Das gilt auch für die Nachzucht. Die Besamung hat er Mitte Dezember 2017 gestoppt, als er von der Seuche auf seinem Hof erfuhr. Rund 50 Kühe tragen im Moment deshalb kein Kalb, wodurch ihm nochmals Einnahmen entgehen werden. Alles in allem ein grosser fehlender Betrag. Normal verwerten kann er die Konsummilch der rund 43 Kühe. Muss ein Tier geschlachtet werden, so ist auch dies mit dem direkten Weg in den Schlachthof möglich.

Ungewisse Dauer

«Wie lange diese Situation andauern wird, weiss ich nicht genau», sagt Preisig. «Im besten Fall ist unser Hof bald BVD-frei. Weil ich aber noch wenige tragende Kühe habe, könnte im schlechteren Fall eine Kuh nochmals ein Junges Kalb gebären, das positiv ist.» So ein Kalb könnte wegen Preisigs Betriebsausrichtung nochmals grosse Auswirkungen haben. Der Grund: Im Winter sind seine Kühe und Rinder bei ihm auf der Sturzenegg. Dafür reicht das Futter seiner 30 Hektaren. Falls die Kühe im Sommer nicht auf die Alpen könnten, müsste er aber Futter zukaufen. «Kommt dazu, dass die Sennen auf den Alpen die Tiere brauchen und wir beide auf die Sömmerungsbeiträge angewiesen sind.»

Die Abklärungen laufen

Willy Preisig betont, dass er als Landwirt grundlegend interessiert sei, dass diese Seuche so schnell wie möglich verschwinde. Stutzig gemacht hat ihn deshalb, dass seine Ansprechpersonen, die ebenfalls Tiere in Weesen und auf dem Urnerboden sömmerten, bis heute nicht offiziell informiert wurden. Der Kantonstierarzt Sascha Quaile sagt dazu, dass er Anfang Januar vom BVD-Geschehen bei Willy Preisig Kenntnis bekommen habe. Nach den notwendigen Untersuchungen und Nachuntersuchungen habe er am 22. Januar die Veterinärämter der Kantone St. Gallen und der Urkantone informiert. In St. Gallen sagt der Amtsleiter Albert Fritsche, dass in der Folge die lokalen Bestandestierärzte in seinem Auftrag immer noch daran seien, von den Tieren der Weesener Alp Blutproben zu entnehmen. Das brauche Zeit, weshalb es durchaus möglich sei, dass noch nicht alle Landwirte informiert seien. Definitive Resultate gebe es noch nicht. Keine Verdachtsmomente haben die Tankmilchuntersuchungen jener St. Galler Betriebe ergeben, welche Tiere auf der Weesener Alp gesömmert haben. Für die Urkantone erklärt der zuständige Kantonstierarzt Andreas Ewy, dass bereits 1000 Tiere kontrolliert worden seien. Dabei habe man noch kein BVD-Täter-Tier gefunden, Folgeinfektionen bei Neugeborenen allerdings schon. Eine Information an die Tierhalter erfolge immer dann, wenn ein Infektionsverdacht vorliege.

Bleibt noch der Zeitraum, bis ein Landwirt konkrete Laborresultate bekommt. Dieser gibt in BVD-Fällen immer wieder zu reden. Auch Preisig hat schon bis zu zwei Wochen gewartet. «Dabei wären schnelle Resultate für einen betroffenen Landwirt von grosser Bedeutung, damit er sofort handeln kann», betont er. Trotz allem hat er die Hoffnung nicht verloren. «Sollte eine der sechs trächtigen Kühe nochmals ein positives Kalb gebären, so habe ich die Erlaubnis bekommen, diese auf unserem zweiten Betrieb zu halten, womit nicht der ganze Hof gesperrt wäre. Welche Lösung sich für die Alpung meiner Tiere ergibt, weiss ich noch nicht.»

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