HERISAU: Bunte Velos laden zum Shoppen

Vor diversen Geschäften stehen Fahrräder in allen Farben und kunstvoll verziert. Gestaltet wurden diese von Kindergarten- und Unterstufenkindern. Dabei zielt man auch auf einen Effekt bei der jüngsten Generation.

Roger Fuchs
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Statt «der Nase nach» kann in Herisau derzeit gesagt werden: «Den Velos nach» auf Einkaufstour. (Bild: Roger Fuchs)

Statt «der Nase nach» kann in Herisau derzeit gesagt werden: «Den Velos nach» auf Einkaufstour. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Sie sind blau, gelb, rot. Mal mit grossen Farbstiften verziert, mal als Blumenständer gestaltet, mal als Blaulicht-Velo. Bis zu den Sommerferien finden sich vor etlichen Herisauer Geschäften Fahrräder. Deren Gestaltung widerspiegelt in einigen Fällen das Angebot im entsprechenden Laden. Die Velos sollen nicht nur das Einkaufserlebnis zu einer ungewöhnlichen Entdeckungsreise machen, sondern auch auf Geschäfte hinweisen, die sonst vielleicht überhaupt nicht als solche erkannt werden. «Ich habe schon Echos von Kundinnen und Kunden erhalten, die erst durch diese Aktion auf einzelne Läden aufmerksam wurden», sagt Nicole Scheiwiller von der Schlossmetzg. Sie verantwortet zusammen mit Jürg Mohler, Inhaber der Bürodesign AG, diese Aktion im Namen des Herisauer Gewerbevereins.

Gemäss Scheiwiller ist man über mehrere Quellen zu den benötigten Fahrrädern gekommen. Um die zwanzig Stück hätten sie von der Polizei erhalten, weitere gab es vom WinWin-Markt und der Projektwerkstatt St. Gallen. «Alles in allem sind fünfzig Fahrräder zusammengekommen», sagt Nicole Scheiwiller. Die Mitarbeitenden des WinWin-Markts hätten schliesslich bei der ganzen Logistik geholfen, die Velos gereinigt und in die Kindergärten gebracht, welche sich freiwillig für die Gestaltung gemeldet haben. Im Waisenhaus, Ifang und Saum haben überdies Unterstufenklassen mitgemacht. Die Wünsche der Kinder, für welches Geschäft sie gerne Velos gestalten, seien wenn immer möglich berücksichtigt worden. Durch diese Aktion erhofft sich Nicole Scheiwiller denn auch einen Effekt bei der jüngsten Generation. «Sie sind unsere Zukunft. Natürlich wünschen wir uns, dass sie durch die Beteiligung lernen, wie toll es ist, vor Ort einzukaufen.»

Schon seit Jahren geplant

Wie von Jürg Mohler zu erfahren ist, setzt das Gewerbe mit den Velos eine Idee um, die schon vor drei Jahren aufkam. Damals hätten sie aber erfahren müssen, dass es nicht einfach sei, die notwendigen Fahrräder aufzutreiben. Inzwischen sind diese, wie sich zeigt, zusammengekommen.

«Mit der Aktion wollen wir auf die Läden in Herisau und auf deren Angebote aufmerksam machen», begründet Jürg Mohler. «Die Fahrräder sollen die Lust wecken, sich auf eine Shoppingtour durch Herisau zu begeben.» Und um den Anreiz noch weiter zu steigern, ist das Ganze mit einem Wettbewerb verbunden. Dabei gilt es gemäss Jürg Mohler herauszufinden, wo die fünf pinken Velos stehen. Zu gewinnen gibt es mehrere Preise in Form von HeriChecks.

Schliesslich kündigt Jürg Mohler an, dass abseits der Geschäfte bald auch bunte Fahrräder an einem markanten Strassenpunkt zu bestaunen sein werden. Bis alle Absprachen getätigt sind, bleibt der exakte Standort geheim. Was umgekehrt natürlich motivieren soll, in nächster Zeit mit offenen Augen durch Herisau zu gehen.