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HERISAU: Aggeler unter Beschuss

Glen Aggelers Wahl in den Gemeinderat gilt als unbestritten. Nun spricht ein Leser dem CVP-Politiker die Eignung für das öffentliche Amt aufgrund eines Vorfalls ab.
Simon Roth
Die Mitarbeitenden der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde müssen über viel Fingerspitzengefühl verfügen. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Die Mitarbeitenden der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde müssen über viel Fingerspitzengefühl verfügen. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

Glen Aggeler wird voraussichtlich neuer Gemeinderat von Herisau. Der CVP-Mann ist der einzige Kandidat auf den frei werdenden Sitz von Parteikollegin Ursula Rütsche. Nun spricht ein Leserbriefschreiber dem Politiker die Eignung für dieses öffentliche Amt ab.

Im «Toggenburger Tagblatt» wirft Pavel Beco dem Kandidaten für den Gemeinderat vor, im Zuge einer Kesb-Aktion «eigenmächtig» und «voreilig» gehandelt zu haben. Glen Aggeler ist Präsident der Toggenburger Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde.

Kinder «ohne Begründung» weggenommen

Mehrere Kinder von drei Familien seien «zwangsweise weggeholt» worden, obwohl dafür «keine rechtliche Begründung» existiert habe. Dies habe sich nachträglich herausgestellt, schreibt die betroffene Person und wirft dem Toggenburger Kesb-Chef Machtmissbrauch vor. Weiter schreibt der Verfasser des Leserbriefs, dass Glen Aggeler nachträglich zugegeben habe, von «falschen Annahmen» für die Aktion ausgegangen zu sein. Der Kesb-Leiter soll in einem persönlichen Gespräch gesagt haben, dass diese «voreilig» und «unnötig» gewesen sei.

In einer Gegendarstellung, die am vergangenen Samstag im «Toggenburger Tagblatt» abgedruckt wurde, bestreitet die Kesb Toggenburg die Anschuldigungen: «Die Schilderungen von Pavel Beco entsprechen nicht den Tatsachen.» Der Autor lasse unerwähnt, eine Aufsichtsbeschwerde im Fall eingereicht zu haben, welche die Handlungsweise der Kesb überprüft und für «korrekt» befunden habe.

Pavel Beco stört sich in seinem Leserbrief an der Tatsache, dass Aggeler sich nicht bei den Eltern und Kindern entschuldigt habe. Dem Kesb-Chef fehle die «Grösse, einen Fehler zuzugeben und den entstandenen seelischen Schaden zu begrenzen». Die Kinder seien traumatisiert, ihr Vertrauen in die Behörden hätten sie verloren. Pavel Beco attestiert dem Gemeinderat in spe Charakterschwäche, die diesen «seines Erachtens» für ein öffentliches Amt ungeeignet mache. Auf Nachfrage doppelt er nach: «Diesem Mann sollte man nicht noch mehr Macht verleihen.» Er hofft, dass sich für die Wahl am 8. April ein Gegenkandidat finde, der Glen Aggeler «Paroli bietet».

Gesprächsangebot nicht genutzt

Glen Aggeler erwidert, dass seine Behörde Hand geboten habe, die Situation aus den verschiedenen Betrachtungswinkeln zu reflektieren. Diesen Umstand bestreitet Pavel Beco nicht, er habe das Angebot nicht genutzt, weil die Kesb auf dem Standpunkt der Aufsichtsbehörde beharre. Diese hält laut Aggeler fest, dass die Intervention im vorliegenden Fall «umsichtig» geplant und durchgeführt worden sei. Die Kesb habe einen schwierigen Auftrag zu erfüllen, wobei man sich nicht immer Freunde schaffe.

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