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HERISAU: Abschied nach 38 Jahren

Seit Freitag ist Marcel Dörig Präsident des Quartiervereins Säge. Sein Vorgänger Hanspeter Kessler hatte dieses Amt über dreissig Jahre lang inne. Er blickt auf eine Zeit zurück, in der sich das Quartier stark verändert hat.
Roger Fuchs
Hanspeter Kessler freut sich, mit Marcel Dörig einen Nachfolger für das Präsidium des Quartiervereins Säge gefunden zu haben. (Bild: Roger Fuchs)

Hanspeter Kessler freut sich, mit Marcel Dörig einen Nachfolger für das Präsidium des Quartiervereins Säge gefunden zu haben. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

«Quartiervereine haben Zukunft», sagt Hanspeter Kessler. Und er muss es wissen. 38 Jahre lang sass er im Vorstand des Quartiervereins Säge — 31 Jahre davon als Präsident. Um erfolgreich zu sein, müssen seinen Ausführungen zufolge Quartiervereine bereit sein, sich den Bedürfnissen der Einwohnerinnen und Einwohner anzupassen. Sein Rat an Nachfolger Marcel Dörig ist deshalb, diese Bedürfnisse herauszuspüren und die Anlässe entsprechend weiterzuentwickeln.

Der Verein für das Säge-Quartier links und rechts der Alpsteinstrasse ist 1980 aus der Lesegesellschaft heraus entstanden. Hanspeter Kessler war noch das letzte Gründungsmitglied im Vorstand. Am Freitagabend wurde er gebührend verabschiedet. Mit Glanz in den Augen blickt er auf diesen Moment zurück. Zusammen mit seiner Frau Erika habe er um 18 Uhr bereitstehen müssen. In der Langelen-Aula folgten ein Empfang und ein Programm, die berührt haben. Selbst Schauspieler Philipp Langenegger wurde aufgeboten und hat als Sägler-Nachtwächter die Geschichte des Quartiers erzählt. Das Fyrobet-Chörli Herisau unterhielt musikalisch.

Ein Quartier im Laufe der Zeit

Blickt Hanspeter Kessler auf sein Leben und die Erlebnisse in der Säge zurück, spürt man seine Verbundenheit. Ein Wegzug war nie Thema. In seinen Erzählungen fokussiert er nicht nur auf die starke Bautätigkeit sowie das Wohn- und Verkehrswachstum, sondern spricht auch über Aktualitäten wie das Selewie oder den Dauerbrenner «Umfahrungsstrasse». Dass bezüglich Letzterem nach wie vor nichts realisiert sei, wertet er als bitterste Pille. Aktuell ist das Projekt auf Bundesebene angesiedelt, weshalb Kesslers Nachfolger Marcel Dörig denn auch festhält, dass die Einflussnahme nicht zu euphorisch betrachtet werden dürfe. «Ein wenig Druck beispielsweise in Form einer Petition wäre früher oder später aber sicher gut», ergänzt Hanspeter Kessler. Schliesslich würde eine Umfahrungsstrasse die Wohnqualität im Quartier aufwerten.

Den Treffpunkt Selewie bezeichnen die beiden unisono als «segensreiche Sache». Doch es stehen Veränderungen an. Der gleichnamige Verein wird das Projekt, das vorab von sozial Schwächeren aufgesucht wird, aus Finanzgründen nicht weiterführen. Bei der geplanten Integration in die Gemeinde steht der heutige Standort auf der Kippe. «Für die Säge wäre das ein grosser Verlust», so Hanspeter Kessler. Gleichzeitig wollen er und Dörig aber auch nicht dramatisieren. «Ich habe mir schon überlegt, ob man die Anlaufstelle allenfalls als Quartiertreff weiterführen könnte», so Marcel Dörig. Ob solches umsetzbar wäre, hänge aber unter anderem davon ab, ob man Freiwillige dafür finde.

Ein anderes Ereignis der letzten Jahre war die Schliessung des Spar. Im gleichen Gebäude führt seither die Migros eine Filiale. Noch gibt es gemäss Kesslers Informationen beim Verkauf Potenzial nach oben, dennoch ist er zuversichtlich, dass die Migros bleiben wird.

Beim Quartierverein jetzt loszulassen, falle ihm nicht schwer, sagt der 72-Jährige. Sein 43jähriger Nachfolger wohnt seit 2006 im Quartier und ist von Kessler peu à peu mit dem Präsidium betraut worden.

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