Hemberg und Lütisburg haben die tiefste Sozialhilfequote

TOGGENBURG. Mit einer durchschnittlichen Sozialhilfequote von 1,8 Prozent liegen die Toggenburger Gemeinden deutlich unter dem Kantonswert. Am wenigsten Sozialhilfe wird in Hemberg, Lütisburg und Oberhelfenschwil ausbezahlt.

Serge Hediger
Drucken
Teilen
Gang aufs Sozialamt: In Wattwil, Kirchberg und Neckertal sind am meisten Personen auf Sozialhilfe angewiesen. (Bild: Reto Martin)

Gang aufs Sozialamt: In Wattwil, Kirchberg und Neckertal sind am meisten Personen auf Sozialhilfe angewiesen. (Bild: Reto Martin)

TOGGENBURG. Mit einer durchschnittlichen Sozialhilfequote von 1,8 Prozent liegen die Toggenburger Gemeinden deutlich unter dem Kantonswert. Am wenigsten Sozialhilfe wird in Hemberg, Lütisburg und Oberhelfenschwil ausbezahlt.

Städte mit höherer Quote

2014 bezogen 10 853 Personen im Kanton St. Gallen finanzielle Leistungen der Sozialhilfe – das entspricht in etwa dem Vorjahreswert. Dies zeigen die jüngsten Zahlen der kürzlich veröffentlichten kantonalen Statistik. Danach liegt die Sozialhilfequote kantonsweit unverändert bei 2,2 Prozent. Schweizweit indessen sind es noch rund ein Prozent mehr Menschen, die Sozialhilfe beanspruchen. Allerdings variieren die Zahlen deutlich. Generell lässt sich sagen: Je städtischer ein Gebiet, desto mehr Sozialhilfebezüger werden gezählt. Landesweiter Spitzenreiter bei den Kantonen ist Neuenburg mit einer durchschnittlichen Sozialhilfequote von 7,1 Prozent; die tiefste Quote weist Appenzell Innerrhoden aus mit 0,8 Sozialhilfebezüger auf 100 Einwohner. Auch im Kanton St. Gallen sind die Unterschiede gross: 4,3 Prozent in der Stadt St. Gallen sowie 3,7 Prozent in Wil und Uznach. Mit 0,2 Prozent verschwindend gering dagegen ist die Quote in den Gemeinden Häggenschwil, Muolen, Untereggen und Eichberg.

Unter dem Durchschnitt

Bei durchschnittlich 1,8 Prozent liegen die zwölf Toggenburger Gemeinden unter dem kantonalen Durchschnitt. Unterschiede sind auch hier erkennbar: In der Zentrumsgemeinde Wattwil (3,2 Prozent) sowie in Kirchberg (2,9) und Neckertal (2,6) sind am meisten Personen auf Sozialhilfe angewiesen; in Hemberg (0,5), Oberhelfenschwil und Lütisburg (je 1,0) am wenigsten. Im Vergleich zum Vorjahr (2013) liegt die Sozialhilfequote in fünf Gemeinden tiefer; in sechs Gemeinden des Thur- und Neckertals indessen stieg sie an.

Indikator für Armut

Die Sozialhilfequote gilt als Indikator für das Ausmass der bekämpften Armut in einer Gesellschaft. Sozialhilfe wird ausbezahlt, wenn Finanzen und Ressourcen einer Person nicht ausreichen, um die Existenz gemäss einem definierten Existenzminimum selbst abzusichern. In ländlichen Gebieten wie dem Toggenburg ist die Hemmschwelle, staatliche Leistungen zu beziehen, auf Grund der weniger ausgeprägten Anonymität grösser als in städtischen.

Aktuelle Nachrichten