HEMBERG: Schälen, hobeln, schleifen – freiwillig

Mitarbeiter der St. Galler Kantonalbank bearbeiteten in einem Freiwilligeneinsatz zahlreiche Holzstämme für den Baumwipfelpfad in Mogelsberg. Bei den Stämmen handelt es sich um Weisstannen aus der Region.

Michael Hug
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Freiwillige der St. Galler Kantonalbank und einheimische Helfer bearbeiten im Müliloch bei Hemberg die Stämme. (Bild: Michael Hug)

Freiwillige der St. Galler Kantonalbank und einheimische Helfer bearbeiten im Müliloch bei Hemberg die Stämme. (Bild: Michael Hug)

Michael Hug

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@toggenburgmedien.ch

Das sei schon mal was anderes, meinen die Bänkler unisono. Arbeiten in der freien Natur, an der frischen Luft, bei strahlendem Sonnenschein. Und auch wenn diese Arbeit viel anstrengender ist als das, was die Angestellten der St. Galler Kantonalbank sonst tun – zumindest körperlich anstrengender, weniger geistig –, so sind sie doch alle mit viel Elan und Motivation an der Arbeit. Schälen, hobeln, schleifen, schwitzen. Jeder der zwölf Bänkler hat seinen Job, seine Aufgabe, seinen Kampf mit dem Baum.

150 Kubikmeter geschlagenes Holz

150 Kubikmeter frisches Holz haben die Initianten des Mogelsberger Baumwipfelpfades in den umliegenden Wäldern schlagen lassen. «Ausschliesslich Weisstanne», betont Werner Ackermann, Präsident der Genossenschaft Baumwipfelpfad, «und ausschliesslich einheimisches Holz!» Gerade gewachsen, schnurgerade sogar, denn nur die schönsten Stämme dürfen dereinst den Pfad durch den Wald hoch über Mogelsberg tragen. Sie sind maschinell von der Rinde befreit worden, erklärt Werner Ackermann weiter, nun folge die Feinarbeit: «Hobeln und schleifen, dann werden sie noch gegen Pilze behandelt.» Der Feinschliff erfolgt mit Schäleisen, Hobel- und Schleifmaschinen. Trotz Maschineneinsatz ist das eine Knochenarbeit.

Allein, das heisst nur mit dem Team der Initianten des Baumwipfelpfades, hätten diese es wohl nicht so schnell geschafft. 150 Kubikmeter Stämme schälen und schleifen ist kein Pappenstiel, auch bei noch so viel Enthusiasmus.

Deshalb sind Freiwillige willkommen, doch da man Freiwilligen manchmal zu ihrem Glück ein wenig nachhelfen muss, hilft die Bank, die auch einen Teil der Kosten des Baumwipfelpfades übernimmt, mit Man- und Womenpower aus ihren Büros und Schalterhallen. «Freiwilligentage sind das», erklärt einer der ins grüne T-Shirt gesteckten Banker. Zwei bezahlte Arbeitstage pro Jahr kann man mit einem Freiwilligeneinsatz einziehen. Eine interne Organisation schaut, dass jedes Jahr sinnvolle Projekte für solche Einsätze zur Verfügung stehen.

Fünf Tage schleifen und hobeln

Dieses Jahr ist es also der Baumwipfelpfad. Fünf Tage sind für die Bearbeitung der Stämme vorgesehen. Rund sechs einheimische Helfer und ein Dutzend Bankangestellte sind jeweils im Einsatz. So auch vorgestern Donnerstag. Das Wetter war exakt auf die Aktion abgestimmt, als wär’s so bestellt worden. Nicht zu viel Sonne, kein Regentropfen, angenehme Temperatur.

Bankuniform wie Krawatten, weisse Hemden und schwarze Jupes waren nicht gefragt. Arbeitshosen, gute Schuhe und Handschuhe schon eher. Kaffee zum Znüni und ein währschaftes Eingeklemmtes zum Zmittag. Und dann ran an den Stamm.

Mancher kritzelte am Schluss sein Erkennungszeichen ins Holz, auf dass er – oder sie – dereinst bei der Eröffnung des Baumwipfelpfades «seinen» Stamm wiederfindet und stolz sagen kann: «Diesen Baum habe ich so schön poliert!»