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HEMBERG: "Meine Kühe laufen aus"

Für Menschen in der Stadt ist ein Stromausfall meistens nur eine lästige Angelegenheit. Wie ernst ein mehrstündiger Ausfall für Landwirte allerdings werden kann, weiss der Hemberger Milchbauer Florian Schweizer. Er kriegte es langsam aber sicher mit der Angst zu tun.
Sandro Zulian/Fm1today
Der 26-jährige Bauer Florian Schweizer musste bange Stunden aushalten. (Bild: FM1Today/Raphael Rohner)

Der 26-jährige Bauer Florian Schweizer musste bange Stunden aushalten. (Bild: FM1Today/Raphael Rohner)

Dieser Text ist am 16. Dezember 2017 zuerst auf FM1Today erschienen.

«Seit 15 Uhr haben wir keinen Strom mehr.» Mit diesen Worten meldet sich Florian Schweizer aus Hemberg am späteren Freitagnachmittag per Facebook bei FM1Today. Er betreibt zusammen mit seinem Vater in Bächli bei Hemberg, nahe der Grenze zu Appenzell Ausserrhoden, einen Bio-Betrieb mit etwa 20 Milchkühen und ca. 30 Stück Jungvieh. Der fehlende Strom sei in der Regel kein Problem, wenn er nicht länger als eine Stunde wegbleibt. Allerdings sah sich der 26-jährige nach gut vier Stunden Stromausfall mit einem grossen Problem konfrontiert: Seine Kühe wurden seit über 10 Stunden nicht mehr gemolken.

Besorgnis weicht der Angst

Auf dem Hof zeigt Florian Schweizer mithilfe seiner Handy-Lampe die unruhigen Tiere. «Einige der Euter meiner Tiere laufen bereits aus. Das ist ein Schutzmechanismus, damit das Euter nicht platzt.» Wenn die Milch unkontrolliert ausläuft, ist auch der Milchkanal offen und die Milch könnte schlecht werden. Die Tiere sind dadurch erheblichen Schmerzen ausgesetzt. «Ab 15 bis 18 Stunden in diesem Zustand spricht man von Tierquälerei», sagt Schweizer.


Euter zum Bersten voll

Plötzlich die Erleichterung: Das Licht geht wieder an, Gerätschaften fangen an zu surren. «Endlich!», entfährt es Florian Schweizer. Ein Lachen macht sich auf seinem Gesicht breit und der 26-jährige beginnt sofort, seine Kühe in Richtung Melkmaschine zu treiben. «Siehst du das? Diese Kuh hat bestimmt schon einen oder zwei Liter Milch verloren, als sie warten musste.» Die Kuh steht schwerfällig auf und macht sich breitbeinig auf den Weg in Richtung Melkanlage. «Es ist hart wie Beton», sagt der junge Landwirt, als er über die adrige Haut des Euters fährt. Die angesprochene Kuh hat schliesslich über 20 Liter Milch gegeben.

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