HEMBERG: Ein Dorf sorgt sich um Geld

Die Vorversammlung der Primarschulgemeinde und der Politischen Gemeinde Hemberg war gleichzeitig der öffentliche Einstand des neuen Gemeindepräsidenten.

Cecilia Hess-Lombriser
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Elsbeth Roth informierte über die Arbeit des Primarschulrates; Christian Gertsch leitete seine erste Vorversammlung als Gemeindepräsident von Hemberg. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Elsbeth Roth informierte über die Arbeit des Primarschulrates; Christian Gertsch leitete seine erste Vorversammlung als Gemeindepräsident von Hemberg. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Cecilia Hess-Lombriser

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Christian Gertsch leitete als Gemeindepräsident von Hemberg seine erste Vorversammlung nach weniger als 100 Tagen im Amt. Er und der Gemeinderat bekennen sich zu einer attraktiven Gemeinde für Familien, und dafür wollen sie sich einsetzen. Die Baumöglichkeiten sind klein, bestehende Bausubstanz soll hingegen unter die Lupe genommen werden. Sorge bereiteten die Finanzen. Hemberg ist steuerkraftmässig das Schlusslicht des Kantons. «Wir machen uns grosse Sorgen für die Zukunft und werden ein Finanzierungskonzept erstellen», informierte Gertsch.

Der hohen Lebensqualität Sorge tragen

«Es war eine tolle Übergabe und ich bin gut gestartet», bemerkte Christian Gertsch zu Beginn seiner Ausführungen zum Amtsbericht, den Finanzen und den Vorhaben für das laufende Jahr. Ausserdem stellte er die Legislaturziele 2017–2020 vor. Diese sind, unterteilt in «anstehende Aufgaben» und «mögliche Ziele», für die Bereiche Familien, Soziales, Alter, Asyl, Gewerbe, Natur, Kultur, Tourismus, Raum, Verkehr und Sicherheit, Gemeinderat, Verwaltung, Finanzen und Personal definiert worden. «Familienfreundlichen Wohnraum schaffen» steht zuoberst auf der Liste. Allerdings, so musste der Gemeindepräsident zugeben, seien die Möglichkeiten eingeschränkt, weil kaum Bauland zur Verfügung stehe. «Wir wollen die Lebendigkeit erhalten, dazu gehört auch die Weiterführung des Ladens, wozu es einen gewissen Umsatz braucht.» Das Gewerbe, Naturprojekte und Kulturangebote fördern ist weiter notiert worden oder die Anbindung an den öffentlichen Verkehr erhalten. Der Gemeinderat will zudem eine gemeinde- und bürgernahe Politik betreiben und Kontakte pflegen.

Die Steuerkraft von Hemberg sinkt

Die personellen Ressourcen auf der Gemeindeverwaltung sind in Hemberg kleiner geworden. Die Öffnungszeiten verändern sich dadurch. Am Montag und Donnerstag bleibt das Gemeindehaus geschlossen. Nach einem Jahr soll Bilanz gezogen werden. Ende Januar zählte Hemberg 898 Einwohner, aktuell sind es 907. Die Steuerkraft sinkt. Trotzdem schloss die Rechnung mit einem Überschuss von knapp 34000 Franken bei einem Ertrag von rund sechs Millionen Franken. Der Steuerfuss wird bei 148 Prozent belassen. Das Budget rechnet mit einem Aufwandüberschuss von knapp 102000 Franken. Für die Bildung waren im vergangenen Jahr 52000 Franken weniger nötig als budgetiert. 1,7 Millionen betrug der Finanzbedarf 2016 wie Schulratspräsidentin Elsbeth Roth informierte. Die Schülerzahlen seien stabil geblieben. Über 100 Kinder besuchen die Primarschule in Hemberg und Bächli. 2010 waren es 73 gewesen. Elsbeth Roth äusserte eingangs zu ihrem Informationsteil Gedanken zu Talenten, dem Alter bei Schuleintritt und Schulaustritt und über den Auftrag der Schule. Im letzten Jahr habe vor allem der geplante Bau der Mehrzweckhalle den Schulrat beschäftig. Ende November war der Baukredit über 5 Millionen Franken von den Schulbürgerinnen und -bürgern erteilt worden. Die Baueingabe erfolgte und danach eine Einsprache, die noch hängig ist. «Der Baubeginn ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden», informierte Elsbeth Roth. Auch der Gemeinderat beschäftige sich mit dem Bau. In der Diskussionsrunde störte sich ein Votant an dieser Einsprache. Dieses Rechtsmittel stehe jedem Bürger offen, sagte Christian Gertsch darauf. Unter Umständen könne es auch eine Chance sein, das Projekt nochmals zu überdenken.

Die Bürgerversammlung der Politischen Gemeinde Hemberg und der Primarschulgemeinde Hemberg findet am Mittwoch, 22. März, um 20.15 Uhr in der evangelischen Kirche statt.