Helikoptereinsatz für Rundweg

Eine aus dem Felsen herausragende Treppe soll zur Attraktion des neuen Europa-Rundwegs auf dem Hohen Kasten werden. Mit dem Helikopter wurden gestern die einzelnen Elemente zum Gipfel geflogen und im Felsen verankert.

Roger Fuchs
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Neun Wegelemente, neun Flüge. Das schwerste Teil wiegt um die vier Tonnen. Gesamtgewicht der montierten Stahltreppe: Gut 14 Tonnen. (Bilder: rf)

Neun Wegelemente, neun Flüge. Das schwerste Teil wiegt um die vier Tonnen. Gesamtgewicht der montierten Stahltreppe: Gut 14 Tonnen. (Bilder: rf)

BRÜLISAU. Allenthalben ist sie spürbar: die Nervosität. Ob Emil Koller, Verwaltungsratspräsident der Kastenbahn, Sepp Fässler, Verantwortlicher für das Ressort Bau im Verwaltungsrat, oder Martin Ebneter, Geschäftsführer der Kastenbahn – sie alle sind sich einig, dass mit dem Anbringen der freischwebenden Stahltreppe am Felsen eine der grössten Herausforderungen beim Bau des 259 Meter langen Europa-Rundwegs bevorsteht. Im Beisein weiterer Involvierter haben sie sich gestern morgen auf dem Gipfel des Hohen Kastens versammelt. Von Brülisau her ertönt der Lärm von Rotoren. Ein Schwerlasthelikopter der Firma Rotex aus Balzers ist dabei, Bäume aus einem am Hang liegenden Waldstück zu einem Lager zu transportieren.

Derselbe Helikopter steht Minuten später beim Gipfel im Einsatz. Ein Blick vom Hohen Kasten hinüber zum Kamor zeigt: Sämtliche Treppenteile für den Europa-Rundweg liegen bereit. Ein Treppenteil nach dem anderen holt der Helikopter dort ab und fliegt sie zum Felsen unterhalb des Drehrestaurants. Mindestens 15 Männer – Handwerker und Leute der Flugsicherung – stehen auf einem Gerüst bereit.

Toleranz der Gäste

Schnell zeigt sich: Das heikle Manöver läuft zügiger als erwartet. Sämtliche in der Altstätter Metallbaufirma Wüst vorbereiteten Teile passen. Geschäftsführer Walter Wüst spricht von intensiven Planungen, die bezüglich Statik notwendig gewesen seien. Im Sommer hätten sie dann mit der Produktion der Elemente begonnen.

Während der Arbeiten auf dem Hohen Kasten sind die Wanderwege um den Berg herum gesperrt. Nicht alle Gäste wollen dies an diesem Morgen begreifen. Martin Ebneter erreicht ein Funkspruch, wonach ein Wanderer unbedingt in Richtung Stauberen aufbrechen wolle. Ebneter verneint. «Das geht nicht», funkt er zurück. Alles in allem hätten sie während der diesjährigen Bauphase von den Gästen sehr viel Toleranz erlebt, gibt er sodann zu Protokoll.

Spielt das Wetter mit, könnten womöglich noch in diesem Jahr die ersten Touristen auf dem Europa-Rundweg unterwegs sein. Dank dieses Projekts sollen gemäss Martin Ebneter künftig alle Gäste, egal welches Schuhwerk sie geschnürt haben, rund um den Gipfel herum die Aussicht geniessen können.

Nächster Höhepunkt im 2020

Wie Verwaltungsratspräsident Emil Koller sagt, soll im Frühjahr 2016 ein Einweihungsfest stattfinden. Längstens verfüge der Verwaltungsrat auch über seitenweise Ideen, was man als nächstes anpacken könnte. Doch vorerst soll nun eine Konsolidierungsphase kommen. «Bei einem Planungshorizont von drei bis fünf Jahren ist 2020 ein weiterer Höhepunkt denkbar», so Koller. Details verrate er noch nicht.

Montage der freischwebenden Treppe. Die «Stiftzähne» in den Betonfundamenten reichen bis zu acht Meter in den Felsen.

Montage der freischwebenden Treppe. Die «Stiftzähne» in den Betonfundamenten reichen bis zu acht Meter in den Felsen.