Heizen mit Umweltwärme

Rund 75 Mitglieder und weitere Energie-Interessierte folgten am vergangenen Dienstagabend der Einladung des Vereins Energie AR zu News rund um das Heizen mit Wärmepumpen.

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Stiess auf Interesse: Der Informationsabend von Energie AR im BBZ in Herisau. (Bild: pd)

Stiess auf Interesse: Der Informationsabend von Energie AR im BBZ in Herisau. (Bild: pd)

Herisau. Das Publikum wurde von Lorenz Neher, Energieberater des Vereins Energie AR, begrüsst. Er machte dabei auf die Beratungsdienstleistungen des Vereins Energie AR für Energieeffizienz und erneuerbare Energien aufmerksam.

Wärmekosten konkurrenzfähig

Peter Hubacher, «Wärmepumpendoktor» und Ombudsmann bei der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz FWS, zeigte auf, dass in den letzten Jahren mehr Wärmepumpen als Öl- oder Gaskessel verkauft wurden. Im Neubau werden sogar 83 Prozent aller Wohnbauten mit einer Wärmepumpe beheizt. Dies braucht mehr Strom, doch benötigen alle Wärmepumpen zusammen bisher nur 2,5 Prozent des schweizerischen Strombedarfs. Wenn alle Elektroheizungen und Elektroboiler mit Wärmepumpen ersetzt würden, könnten zusätzlich eine Million Einfamilienhäuser damit beheizt werden. Peter Hubacher: «Die Wärmekosten aus einer Wärmepumpe sind konkurrenzfähig, die Wärmepumpe braucht wenig Wartung, ist sehr zuverlässig und ist nicht vom schwankenden Ölpreis abhängig.»

Bis zu 100 Bohrungen

Ernst Rohner von der Geowatt AG führte die Zuhörer in die Welt der Erdsonden-Bohrung ein. Enge Platzverhältnisse oder schmale Zufahrtsstrassen erfordern dabei Massarbeit. In Ausserrhoden werden jährlich 80 bis 100 Erdwärmesonden gebohrt. In der Schweiz wurden 2010 2,5 Millionen Meter Erdwärmesonden gebohrt und verlegt. Zum Schluss erläuterte Rohner die neue SIA-Norm für Erdwärmesonden, welche als Planungshilfe dient.

Lorenz Neher führte seine Erfahrungen mit dem Umbau des Heizsystems von Ölkessel auf Erdwärmesonde aus. Er verwies zudem auf das Förderprogramm des Kantons Ausserrhoden, welches eine Erdsonden-Wärmepumpe mit 5000 Franken unterstützt.

Potenzialstudien für Herisau

Marco Huwiler von den Stadtwerken St. Gallen stellte das Geothermie-Projekt im Sittertobel vor. Bei der KVA und ARA im Sittertobel wird nun der Bohrplatz vorbereitet, so dass im Herbst 2011 mit den Bohrarbeiten begonnen werden kann. Falls man fündig wird und das bis 170 Grad heisse Wasser kontinuierlich fliesst, kann das Geothermie-Kraftwerk rund 15 Prozent der Stadt St. Gallen mit Wärme versorgen und rund drei Prozent des Strombedarfs decken. Bereits laufen auch Potenzialstudien für Geothermie in Gossau und Herisau. (pd)

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