Heisse Köpfe wegen Winterdienst

KRINAU. An der Vorgemeinde in Krinau äusserten einige Bürgerinnen und Bürger ihren Unmut über die Neuregelungen bei der Schneeräumung. Die Rechnung, das Budget und das Vorgehen bei der Gemeindefusion riefen keine Diskussionen hervor.

Sabine Schmid
Drucken
Teilen
Finanzverwalterin Edith Baur stellt an der Vorgemeinde die Jahresrechnung der Gemeinde Krinau vor, rechts sitzt Gemeindepräsidentin Madlen Früh. (Bild: sas)

Finanzverwalterin Edith Baur stellt an der Vorgemeinde die Jahresrechnung der Gemeinde Krinau vor, rechts sitzt Gemeindepräsidentin Madlen Früh. (Bild: sas)

Seit 33 Jahren lag der Winterdienst in Krinau in den Händen von Alfred Brunner. Er habe das sehr gut gemacht und die Krinauer verwöhnt, lobte Gemeindepräsidentin Madlen Früh. Im Zuge der Sparmassnahmen hat der Gemeinderat den Winterdienst neu organisiert. Bei leichtem Schneefall erledigt der Bauamtsmitarbeiter Walter Brander die Schneeräumung. Gibt es grössere Mengen an Schnee zu beseitigen, kann er auf Alfred Brunner zurückgreifen.

Für Unmut in der Bevölkerung sorgte aber die Bestimmung, dass die Räumung privater Plätze nur noch auf ausdrücklichen Wunsch und gegen Verrechnung eines Pauschalbetrages übernommen wird. Madlen Früh nahm die zum Teil heftig vorgetragene Kritik zur Kenntnis und versicherte, dass der Gemeinderat die Situation unter Berücksichtigung der gemachten Erfahrungen neu beurteilt.

Zeichen stehen auf Fusion

Die Gemeindepräsidentin nutzte die Vorgemeinde, um über den Stand der Vorarbeiten der Gemeindefusion mit Wattwil zu informieren. Sie sei sich bewusst, dass es für eine Gemeinde schmerzhaft sei, ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Weh tue aber auch, wenn die Steuerfuss ins Unendliche steige. Die Folge davon wären viele Wegzüge und schliesslich wäre das Dorf leer.

In einer Fusion zwischen Wattwil und Krinau sehen beide Seiten wenig Entwicklungspotenzial und auch die Nutzung von Synergien sei recht klein, erklärte Madlen Früh. Aus diesem Grund wolle man zuerst wissen, wie hoch der Beitrag des Kantons ausfalle. Der Finanzbedarf und weitere Fragen werden derzeit in verschiedenen Arbeitsgruppen geklärt.

Diese beschäftigen sich mit Themen wie Finanzen, Liegenschaften, Friedhof, Dorfgemeinschaft und auch mit dem Namen der neuen Gemeinde. Weniger aktuell sind Fragen betreffend der Feuerwehren, deren Zusammenschluss so oder so kommen wird, sowie betreffend der Wasserversorgung. Dieser Zusammenschluss würde Krinau rund 400 000 Franken kosten und das kann sich die Gemeinde derzeit nicht leisten.

Die Terminplanung sieht vor, bis Ende Mai die Ergebnisse der Arbeitsgruppen an die Regierung zu schicken. Diese braucht rund ein halbes Jahr, um die Höhe des Förderbeitrages auszurechnen. An der Bürgerversammlung im nächsten Jahr wird in den Gemeinden Krinau und Wattwil der Grundsatzentscheid gefällt. Fällt dieser positiv aus, wird im Herbst 2011 an der Urne über die Fusion abgestimmt.

Budget unbestritten

Die Finanzverwalterin Edith Baur stellte die Rechnung vor und führte einige Konten aus. Die Schulgemeinde Wattwil-Krinau brauchte weniger Geld als budgetiert. Die rund 24 000 Franken, die 2009 zu viel gezahlt wurden, werden mit der Zahlung von 2010 verrechnet. Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern gab es einen massiven Rückgang, da einige Steuerzahler weggezogen sind.

Dafür haben sich die Einnahmen bei der Quellensteuer erhöht und die Schuldzinsen sind infolge neuer Kreditverträge für abgelaufene Festkredite leicht gesunken. Die Rechnung schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 13 000 Franken. Für das laufende Jahr sieht Krinau keine grossen Investitionen vor. Für das Fusionsprojekt sind 180 000 Franken vorgesehen.

Die Hälfte davon kann beim Kanton als «Projektkosten» zurückgefordert werden, die andere Hälfte wird dem Übergangsausgleich angerechnet. Im Konto für Asylsuchende ist ein Beitrag budgetiert, obwohl im Moment kein Asylsuchender in Krinau untergebracht ist. Dies könne sich aber schnell ändern, erklärte Madlen Früh. Budgetiert ist zudem die Anschaffung von neuen Feuerwehr-Pagern und von einem Schneepflug, zudem bezahlt die Gemeinde den Bürgern einen Beitrag an die Anschaffung von Grüngutcontainern.

Im Budget erscheint eine Abschreibung von 100 000 Franken. Diese erfolgt auf eine Wertkorrektur von Liegenschaften, welche zu hoch bewertet werden und gemäss Gesetz abgeschrieben werden müssen. Sowohl die Rechnung wie auch das Budget gaben an der Vorgemeinde keinen Anlass zu Diskussionen.

Die Bürgerversammlung der Gemeinde Krinau findet am Freitag, 26. März, um 20.15 Uhr in der Kirche Krinau statt.

Aktuelle Nachrichten