Heiri Aerne, 1926 – 2013

Heiri Aerne ist im Weiler Viehberg in Oberhelfenschwil aufgewachsen. Sein Vater war Kaminfeger. Leider starben seine beiden Geschwister im Kindesalter. In Marbach fand er in der Schule für geistig Behinderte eine ihm zusagende Schulmöglichkeit.

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Heiri Aerne ist im Weiler Viehberg in Oberhelfenschwil aufgewachsen. Sein Vater war Kaminfeger. Leider starben seine beiden Geschwister im Kindesalter. In Marbach fand er in der Schule für geistig Behinderte eine ihm zusagende Schulmöglichkeit. Heinrich hatte seit jungen Jahren eine Liebe zu den Mitmenschen. Als Hilfspfleger betreute er, solange er konnte, behinderte Menschen im Gründerhaus in Rehetobel und später im Ebenezerheim in Teufen. Mit seinem Geburtsort Oberhelfenschwil blieb er verbunden. An freien Tagen besuchte er dort gerne seine Mutter, wobei er den stündigen Fussmarsch ab Brunnadern gerne und alleine bewältigte.

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Später durfte seine Mutter den Lebensabend im Gründerhaus in Rehetobel verbringen, und Heinrich besuchte sie regelmässig oft zu Fuss von Teufen. In der Freizeit durfte der kontaktfreudige Heiri viel Schönes erleben. Er liebte die Behindersportgruppe PluSport, und mehrere Male durfte er verschiedene betreute Ferienlager im Bündnerland oder im Tessin besuchen. Gerne erinnerte er sich auch an die schönen Ferienwochen im Blaukreuzheim Heimetli in Nesslau. Erst im Alter von 63 Jahren begann er zu zeichnen. Er durfte regelmässig in St. Gallen Malkurse besuchen, und so entstanden innert kurzer Zeit ganz verschiedene Kunstwerke. Als Krönung seiner künstlerischen Tätigkeit durfte er 1997 in der Hechtremise in Teufen an der Ausstellung «Kunst und Therapie» teilnehmen. Zwei seiner Kunstwerke haben einen Ehrenplatz im Sitzungszimmer des Altersheims Bächli erhalten. Ebenso wurden seine Bilder (Landschaften, Häuser) an Ausstellungen im Alten Zeughaus in Herisau, im Waaghaus und Lagerhaus in St. Gallen gezeigt. Volle 45 Jahre war Heiri für die Stiftung Waldheim in Rehetobel und Teufen als Hilfspfleger tätig.

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Seine Fröhlichkeit und sein herzhaftes Lachen wurden von den Mitbewohnern und auch von den Mitarbeitern geschätzt. Heiri war in Teufen bekannt und galt als liebenswürdiges Dorforiginal. Liebevoll unterstützt wurde er von der leider viel zu früh verstorbenen Päuli Dort, und Familienanschluss fand er bei Regula Marti. Während 36 Jahren wurde Heiri von seinem langjährigen Vormund und Beistand Kurt Nüssli betreut. Am 3. Juni 2013 ist Heiri Aerne friedlich eingeschlafen.

Kurt Nüssli, Gais