Heimbonus ist nicht genug

Die Miete des Fürstenlandsaals ist für Vereine aus Gossau günstiger als für Auswärtige. Dennoch gibt die Tarifstruktur zu reden, insbesondere bei den Zusatzleistungen.

Angelina Donati
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Für Zusatzleistungen im Fürstenlandsaal in Gossau zahlen alle Organisatoren gleich viel – seien es Gossauer Vereine oder auswärtige Veranstalter, wie hier im Bild der FC St. Gallen. Ganz zum Ärger der heimischen Vereine, die sich von der Stadt benachteiligt fühlen. (Archivbild: Urs Jaudas)

Für Zusatzleistungen im Fürstenlandsaal in Gossau zahlen alle Organisatoren gleich viel – seien es Gossauer Vereine oder auswärtige Veranstalter, wie hier im Bild der FC St. Gallen. Ganz zum Ärger der heimischen Vereine, die sich von der Stadt benachteiligt fühlen. (Archivbild: Urs Jaudas)

GOSSAU. Wird der Fürstenlandsaal für einen Anlass gemietet, bleibt es wohl in den meisten Fällen nicht bei einer einfachen Nutzung. Vereine wie auch kommerzielle Veranstalter benötigen einen Diaprojektor, beanspruchen Bühnen-, Licht- und Tontechnik und sind auf die Mithilfe des Saalwarts sowie weiteres Personal angewiesen. Auch müssen die entsprechenden Räume nach der Nutzung wieder in Ursprungsform zurück verwandelt und gereinigt werden.

Tarife nicht nachvollziehbar

Für diese wie auch weitere Zusatzleistungen verrechnet die Stadt Gossau den Vereinen gleich viel wie Auswärtigen oder Grossveranstaltern. Ganz zum Ärger der heimischen Vereine, die je nach Mitgliederzahl diese Kosten kaum oder gar nicht tragen können. Zwar gilt für die Saalmiete eine Tarifstruktur, die in drei Gruppen abgestuft ist. So zahlen Gossauer Vereine nur einen Drittel der Vollkosten. Dass die Zusatzleistungen nicht in einem ähnlichen Rahmen abgestuft werden, können einige Vereine nicht nachvollziehen.

Mehr Unterstützung erwünscht

Ein Beispiel etwa sind die Stadtjodler Gossau. Der Verein, der aus 17 Mitgliedern besteht, stösst bei einem Auftritt im Fürstenlandsaal rasch an seine Grenzen: Über 1500 Franken habe die Gruppe für einen Abend zu berappen, rechnet Jörg Burkhalter, Präsident der Stadtjodler, auf Anfrage überschlagsmässig zusammen. Ausgaben, die dem Verein ungelegen kommen und den Reingewinn, der für ihn von zentraler Bedeutung ist, verkleinern. «Mangels Alternativen können wir nicht in einen anderen Saal in Gossau ausweichen», sagt der Präsident. Die Auftritte nach Andwil oder in eine andere Gemeinde zu verlegen, möchte er nicht – schliesslich sei der Verein wie auch das Publikum hier in Gossau heimisch.

Im Austausch unter Vereinen werden die Gebühren oft zum Gesprächsthema. Jörg Burkhalter will sogar Vereine wissen, die aus Kostengründen in einer Kirche Konzerte geben. Die Stadtjodler versuchen derweil die anfallenden Kosten für einen Auftritt im Fürstenlandsaal so tief wie nur möglich zu halten, wie der Präsident erläutert. Von Seiten der Stadt wäre laut Burkhalter aber generell mehr Unterstützung im kulturellen Bereich erwünscht.

Anpassung ist nicht vorgesehen

Die Gebühren des Fürstenlandsaals in Gossau– die schon länger diskutiert werden – sprach Georges Meyer, Präsident der IG Kultur, an der kürzlich durchgeführten Versammlung an. Immer wieder würden die Kosten zu reden geben, besonders eben die Zusatzleistungen seien ein Ärgernis für einige Vereine. Wie Meyer festhielt, hätten die beiden Interessengemeinschaften Sport und Kultur mit dem Stadtrat einzig die Rahmenbedingungen mit der besagten dreifachen Abstufung aushandeln können. Ansätze der Saalmiete und auch Zusatzleistungen würde die Stadt in eigenem Ermessen festlegen. Über individuelles Sponsoring müsse daher jeder Verein selber mit der Stadt verhandeln.

Eine gewisse Unzufriedenheit der Vereine stellt auch Stadtrat Stefan Lenherr fest, wie er auf Anfrage sagt. Die Tarifstruktur musste jedoch im Zuge der Sparmassnahmen der Stadt erneuert werden, so seine Erklärung. Um alle Vereine gleich zu behandeln, sei ausserdem die konsequente Anwendung unabdingbar. Eine erneute Tarifanpassung sei derzeit keine geplant.

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