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Heimatschutz kämpft um den alten Bahnhof in Trogen

Den Entscheid desTrogener Gemeinderates, den alten Bahnhof nicht unter Schutz zu stellen, nimmt der Ausserrhoder Heimatschutz nicht hin. Er hat Rekurs beim Departement für Bau und Volkswirtschaft eingereicht.
Astrid Zysset
Der Trogener Bahnhof wurde 1903 erbaut. Bild: Martina Basista

Der Trogener Bahnhof wurde 1903 erbaut. Bild: Martina Basista

Gegen den Entscheid des Trogener Gemeinderates, das Bahnhofsgebäude nicht unter Schutz zu stellen, regt sich Widerstand: Der Heimatschutz Appenzell Ausserrhoden hat Rekurs beim Departement für Bau und Volkswirtschaft erhoben. Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, will sich Obfrau Eva Louis nicht detailliert über die Gründe, die zu diesem Schritt geführt haben, äussern. Fakt ist jedoch: Der Heimatschutz setzt sich seit Jahren für den Erhalt des Bahnhofs ein. «Der Bahnhof im Schweizer Holzstil ist ein wichtiger historischer Zeitzeuge der Pionierzeit der Trogenerbahn», sagt Louis.

Der Bahnhof Trogen wurde zusammen mit der Trogenerbahn 1903 erbaut und gilt mit seinem «Schweizerhäuschen-Stil» als Relikt der Bahn- und Dorfgeschichte. Die Appenzeller Bahnen planen, das Gebäude abzureissen und an dieser Stelle einen modernen Neubau zu errichten. Das Projekt ist umstritten. Ein gemeinsames Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) und der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) hat die Schutzwürdigkeit unterstrichen. Viele Dorfbewohner würden es ebenfalls gerne sehen, wenn der Bahnhof erhalten bleibt.

Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr überrascht der Unmut nicht, den der Entscheid des Gemeinderates ausgelöst hat. Dass jedoch die Mehrheit der Bevölkerung den alten Bahnhof stehen lassen möchte, daran glaubt sie nicht. «Wenn man in Trogen eine Umfrage machen würde, wäre das Resultat nicht klar dafür, den alten Bahnhof zu erhalten.» Die historischen Überlegungen könne sie nachvollziehen, aber man müsse «neuen Zeiten eine Chance geben». Der Gemeinderat führt wirtschaftliche und verkehrstechnische Überlegungen an, die einen Abbruch des Gebäudes und einen Neubau notwendig machen würden. Die Situation für die Fussgänger und das Postauto müsste verbessert werden. Zudem brauche es attraktive Ladenflächen. Altherr findet, dass im Gutachten der EKD und ENHK die wirtschaftlichen Interessen der Gemeinde nicht ausreichend berücksichtigt wurden. «Den Bahnhof zu ‹opfern›, ist wichtig für die Entwicklung Trogens. Wir können ja nicht alles schützen und zum Schlafdorf verkommen.» Der Ball liegt nun beim Departement für Bau und Volkswirtschaft. Sollte dieses entscheiden, es dürfe nicht abgebrochen werden, muss der Gemeinderat die Lage neu beurteilen. Altherr: «Was wir dann machen werden, wissen wir noch nicht. Dann sind vor allem die Appenzeller Bahnen als Besitzerin der Parzelle und die Gemeinde als Verantwortliche für die Postautohaltestelle und für die Zukunft Trogens neu gefordert.»

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