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HEILKRAFT: Eine Pflanze mit Löwenkräften

Die goldgelben Blüten des Löwenzahns bescheren uns jeden Frühling eine wahre Farbenpracht auf den Wiesen. Er gedeiht zwar wie Unkraut, ist jedoch dank seiner Inhaltstoffe ein patenter Geselle.
Elias Eggenberger/ alessia Pagani/Mea Mc Ghee
In privaten Gärten ist der Löwenzahn oftmals zu Unrecht verpönt. (Bilder: APZ)

In privaten Gärten ist der Löwenzahn oftmals zu Unrecht verpönt. (Bilder: APZ)

Elias Eggenberger/ Alessia Pagani/Mea Mc Ghee

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Man nennt sie Pusteblume, Kuhblume oder Butterblume, im Appenzeller Dialekt sagt man der Blüte Sonnewendlig oder Söiblueme. Der Löwenzahn ist wohl die einheimische Pflanze mit den meisten Volksnamen. Über fünfhundert Bezeichnungen sind bekannt und beschrieben. In vielen Gärten wegen der langen und robusten Wurzeln verpönt, sorgt der Löwenzahn im Frühling landesweit für in imposantem Goldgelb leuchtende Wiesen. Die vielen Namen deuten bereits darauf hin: Der Löwenzahn bietet nicht nur fürs Auge einiges. Die Pflanze ist eine wahre Naturapotheke und mundet obendrein noch lecker. So lässt er sich gut in die heimische Küche integrieren.

Als Sirup, zu Gschwellti oder in Smothies

Allseits bekannt und sehr beliebt ist der Löwenzahnhonig. Dieser kann nicht nur auf das morgendliche Brot gestrichen werden, sondern findet auch Verwendung beim Süssen von Nachspeisen. So gibt er Kuchen, Parfaits oder ­Crémes einen besonderen Geschmack. Für den Honig werden die Löwenzahnblüten mit ein wenig Zitrone während 20 Minuten im Wasser gekocht. Wer mag, kann auch ein wenig Orange mit zugeben, um den Geschmack zu verfeinern. Die Flüssigkeit wird anschliessend einen Tag stehen gelassen und danach abgesiebt. Das daraus gewonnene Extrakt wird in einem nächsten Schritt 1:1 mit Zucker während ungefähr drei Stunden auf niedriger Stufe gekocht, wie Gertrud Preisig, die auf ihrem Hof in Schwellbrunn selber Löwenzahnhonig herstellt, erklärt. Wer lieber einen Löwenzahngelee herstellen möchte, nimmt anstatt des normalen Zuckers Gelierzucker. Es lässt sich wie mit den Holunderblüten auch ein Sirup aus Löwenzahn machen. Dazu die Flüssigkeit einfach weniger einreduzieren lassen. Durch das Zugeben von Zitronensäure wird der Sirup mindestens zwei Jahre haltbar.

Mit dem Löwenzahn lässt sich ein weiterer Brotaufstrich zaubern. Dafür werden die jungen Blätter, die Knospen und Blüten fein zerkleinert und mit Quark, Pfeffer und Salz verrührt. Der Löwenzahnquark eignet sich auch bestens als Beilage zu Gschwellti.

Im Frühling können die jungen und zarten Blätter einem Salat beigemischt werden oder man verwendet sie in einem grünen Smoothie. Auch die gelben Blüten sind roh essbar. Diese eigenen sich gut als Dekoration. Löwenzahn findet dank seiner Inhaltstoffe auch vielseitige Verwendung in der Heilkunde. Er enthält viele Inhaltsstoffe, die unserem Körper gut tun: Bitterstoffe, Cholin, Inulin, viele Mineralien, Natrium, Kieselsäure, Schwefel und in den frischen Blättern einen hohen Anteil an Kalium und Vitamin C.

Die Bitterstoffe wirken appetitanregend und verdauungsfördernd, Cholin wirkt auf die Gallenblase, auf den Darm und auf die Leber und hilft, Fette zu verdauen.«Er regt die Gallenproduktion an und er wirkt harntreibend», sagt Marlis Cremer, Drogistin HF bei der A. Vogel GmbH. Die französische Bezeichnung «pissenlit» nimmt denn auch Bezug auf die harntreibende Kraft des Löwenzahns. Im Dialekt wird Löwenzahn nicht ohne Grund hie und da Bettseicherli genannt. «Die Bitterstoffe, die Löwenzahn enthält, regen die Verdauungssäfte an.»

Löwenzahntee macht wach und frisch

A. Vogel vertreibt Löwenzahn unter anderem als Tee. Dieser sei gut gegen Frühlingsmüdigkeit, wirke erfrischend und helfe bei der Entschlackung, so Marlis Cremer. Im Frischpflanzen-Präparat Boldocynara zur Anregung der Gallenproduktion in der Leber sei die Tinktur der Löwenzahnwurzel einer von mehreren Inhaltstoffen. Die Tropfen würden angewendet bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Druckgefühl im Magen und Völlegefühl. Weiter attestiert die Drogistin dem Löwenzahn eine leicht krampflösende und leicht entzündungshemmende Wirkung. Löwenzahntee ist auch zu Hause einfach herzustellen. Man nehme ein grosses Löwenzahnblatt oder einen Esslöffel getrocknete Pflanzenteile und giesst dies mit einer Tasse heissem Wasser auf. Tee lässt sich ebenfalls aus der Wurzel herstellen. Dazu etwa zwei bis drei frische Wurzeln über Nacht in einem Liter kalten Wasser ziehen lassen. Am nächsten Tag kocht man den Tee kurz auf und giesst ihn anschliessend ab.

Frisch gepresster Löwenzahnsaft kann hingegen für eine Blutreinigungskur benutzt werden. Dazu einfach die Blüten, Blätter und Wurzeln entsaften und täglich zwei bis drei Esslöffel des Saftes mit Wasser verdünnt trinken. Die Kur dauert vier Wochen. Vom Löwenzahn kann man alle Pflanzenteile mit Ausnahme des Stiels geniessen. Wichtig ist, die Blätter gut zu waschen. Zu erfahren ist zudem, dass früher die im Spätsommer gestochene inulinreiche Löwenzahnwurzel geröstet und Kaffee-Ersatzmischungen beigemengt wurde.

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