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HEIDEN: Raus aus dem Klassenzimmer

Die Sekundarschule Heiden ist eine Partnerschaft mit der Sefar AG eingegangen. Bei einem Projekt erhielten die Lernenden einen Einblick in die Praxis der Mathematik.
Sara Leu
Schülerinnen erzählen bei der Präsentation von den Schwierigkeiten der Matheaufgaben. (Bild: PD)

Schülerinnen erzählen bei der Präsentation von den Schwierigkeiten der Matheaufgaben. (Bild: PD)

Sara Leu

sara.leu@appenzellerzeitung.ch

«Mathematik ist ein Kummerfach vieler Schülerinnen und Schüler», sagt Hans-Peter Hotz, Schulleiter von Heiden. Mit dem Projekt «MINT macht Schule» will man die Motivation der Schüler für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) steigern. Lehrberufe sowie Studiengänge in diesen Bereichen sind rückläufig. Vor allem den Mädchen will man MINT-Berufe schmackhafter machen. Das Projekt der Partnerschaft mit der Sekundarschule Gerbe in Heiden und der Sefar AG wurde von der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG) lanciert und unterstützt. Solche Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmungen soll eine Bereicherung für Betrieb und Schülerinnen und Schüler sein, so Hotz.

Bereits vor einem Jahr fand eine erste Sitzung zwischen der PHSG, der Sekundarschule und der Sefar AG statt. Man einigte sich darauf, dass das Projekt vorerst auf dem Schwerpunkt Mathematik liegt. Denn auch die Lernenden im Betrieb haben Mühe damit. Die Berufsbilder der Sefar AG erarbeiteten ein Dossier mit anwendbaren Matheaufgaben, welches die Sekundarlehrer auf die Verständlichkeit überprüft haben.

Anwendung in der Praxis

Anfang Mai erhielten die ersten Sekundarklassen einen Einblick in den Betrieb und lösten darauf die Aufgaben. Dabei merkten die Erstsekler, dass sie ihr theoretisches Grundwissen tatsächlich im späteren Leben anwenden müssen. Dreisatzaufgaben wie «Wie viele Maschinen brauche ich, um in einer bestimmten Zeit so und so viele Textilstücke zu weben?» stellten die Schülerinnen und Schüler vor die eine oder andere Herausforderung. Aufgeteilt in vier Gruppen und mit hilfreichen Skizzen wurden mehr oder weniger alle Aufgaben richtig gelöst. «Fehler sind nicht immer gleich schlecht», sagt Hotz. Heute bestehe die grösste Herausforderung darin, dass die Lernenden logischer überlegen müssen und Aufgaben hinterfragen sollen. «Neugierde ist wichtiger als reines, theoretisches Wissen.»

«Die Schule muss raus», Erklärt Hotz. «Man muss das Erlernte praktisch anwenden.» Der Schulleiter hofft, dass durch die Partnerschaft die Schülerinnen und Schüler den Nutzen hinter Fächern wie Mathematik sehen und merken, dass sie nicht für die Schule lernen, sondern für den späteren Alltag.

Präsentationen vor der Leitung

Am Dienstag präsentierten die Schüler der ersten Sekundarklassen ihre Erlebnisse bei der Sefar AG. Das liess sich unter anderem der CEO nicht entgehen. «Es hat die Jugendlichen sehr beeindruckt, dass so viele interessierte Leute an die Präsentationen kamen. Nicht nur vor der eigenen Klasse zu sprechen war eine wichtige Erfahrung», sagte Hotz.

Die Rückmeldungen der siebten Klassen sind positiv ausgefallen. Lisa Müller findet Mathe sonst eher langweilig. Aber bei der Sefar AG fand sie es interessant zu sehen, wo man Mathematik einsetzt. «Wir rechneten etwas ‹Sinnvolles› aus, nicht bloss Aufgaben aus dem Lehrbuch.» Auch Livia Alther hat das Projekt gut gefallen. Sie hat viel Neues gelernt und würde gerne wieder bei einem solchen Projekt mitmachen. Anna-Kira Bernhard erklärt, dass sie gar nicht wirklich wusste, was auf sie zukomme. Sie habe einfach ihren Taschenrechner mitgenommen, um welchen sie beim Lösen der Aufgaben froh gewesen sei. Die drei Schülerinnen werden in Zukunft versuchen die Aufgabenstellungen besser zu verstehen und zu hinterfragen. Die drei Mädchen haben erkannt, dass sie Mathematik wirklich in der Praxis anwenden werden und es nicht nur lernen, weil es im Lehrplan steht. Die Partnerschaft der Sek Heiden und der Sefar AG wird weiterhin gepflegt. In einem zweiten Schritt plant man weitere Projekte, die neue Themen wie zum Beispiel Chemie behandeln werden.

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