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HEIDEN: Hotel vor ungewisser Zukunft

Die Hotelzimmer der «Linde» sollen zu Wohnungen umgenutzt werden. Die Genossenschaft prüft den Kauf des sanierungsbedürftigen Objekts. Dafür wären aber mehrere Millionen notwendig.
Jesko Calderara

Jesko Calderara

jesko.calderara@appenzellerzeitung.ch

Das 1840 gebaute traditionsreiche Hotel Linde in Heiden ist stark sanierungsbedürftig. Unter anderem müssen die Gebäudehülle und die Haustechnik umfassend erneuert werden. Die Eigentümerin des Objekts will bei dieser Gelegenheit die Hotelzimmer zu Wohnungen umnutzen. Als Grund für diesen Schritt nennt die Familie Kobelt wirtschaftliche Überlegungen. «Ein Hotel ist in dieser Grösse unrentabel», sagt sie. Zudem sei man abhängig von einem Geschäftsführer. Das Geschäft sei gar ein «Klumpenrisiko».

Kein Thema ist deshalb die Sanierung des Gebäudes und Vermietung des Restaurants sowie der Hotelzimmer wie bis anhin an die Genossenschaft Hotel Linde Heiden. Geplant ist der Umbau der oberen drei Stockwerke für den Zeitraum zwischen September 2018 und Mitte 2019. Die Arbeiten sollen wenn immer möglich bei laufendem Betrieb des Restaurants erfolgen. Die Besitzerfamilie könnte sich unter gewissen Voraussetzungen auch einen Verkauf der ganzen Liegenschaft an die bisherige Betreiberin vorstellen.

Auslastung der Zimmer beträgt 40 Prozent

Die Umnutzungspläne betreffen in erster Linie die Ferienwohnung und die 17 Hotelzimmer. Deren Auslastung beträgt knapp 40 Prozent. Genutzt werden die Übernachtungsmöglichkeiten von Touristen, Handwerkern und Besuchern der kulturellen Veranstaltungen in der «Linde». Der Restaurationsbetrieb würde trotz der Umnutzung weiter bestehen. «Allerdings gibt es auch dort dringenden Sanierungsbedarf», sagt René Struhs. Er leitet eine Projektgruppe, die im Auftrag der Genossenschaft konkrete Vorschläge für den Kauf und die Sanierung der Immobilie vorlegen soll. Erhalten bleiben würde zudem der historische Saal – allerdings mit Einschränkungen. Aus Rücksicht auf die Wohnungsmieter könnten keine Anlässe mehr bis tief in die Nacht dauern, gibt Struhs zu bedenken. Mit der Umnutzung wäre der ursprüngliche Zweck der Genossenschaft nicht mehr erfüllt. Aus diesem Grund ist das Ziel der Verantwortlichen klar: «Wir wollen den Betrieb mit Hotel, Restaurant und Saal erhalten», sagt Struhs.

Zwei Varianten sind im Gespräch

Der Kauf der «Linde» wäre für die Genossenschaft eine Herausforderung. Vor allem ist der Zeitplan eng. Bis Ende Jahr muss die Projektgruppe einen Businessplan erstellen und Gespräche mit potenziellen Geldgebern führen. Dann soll ein Entscheid über den Erwerb gefällt werden. Gemäss einer groben Schätzung würden sich der Kaufpreis der Liegenschaft und der Sanierungsbedarf auf bis zu vier Millionen Franken belaufen. Für die Finanzierung sollen deshalb primär grössere Investoren gesucht werden. Es stehen zurzeit zwei Varianten im Raum: Einerseits der Kauf der Liegenschaft, wie sie heute betrieben wird mit einer Sanierung in einer zweiten Phase. Der Aufwand für die Hypothek und die Verzinsung der Investorengelder würden damit tiefer liegen als die jetzige Miete, sagt Struhs. «Für die Genossenschaft, die immer wieder ums wirtschaftliche Überleben kämpft, wäre dies eine willkommene Entlastung und würde mehr Raum für die Planung der Sanierung ermöglichen». Bei der zweiten Variante würde das Projekt mit Kauf und Sanierung in einem Schritt geplant, was laut Struhs ein kleineres Risiko ist. Diese Option sei aber innerhalb des gegebenen Zeitrahmens nur schwer zu realisieren.

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