HEIDEN: Gutes Wasser – Schlechte Rohre

Nicht nur die Werte und Zahlen der Wasserversorgung sind ausgezeichnet. Auch für den Dorfbrunnen erhält die Gemeinde dieses Jahr einen Preis.

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Die Verwaltungsmitglieder und der Wasserwart stehen vor dem ausgezeichneten Dorfbrunnen. (Bild: Sara Leu)

Die Verwaltungsmitglieder und der Wasserwart stehen vor dem ausgezeichneten Dorfbrunnen. (Bild: Sara Leu)

«Alle Wasserwerte in der Gemeinde Heiden sind gut bis sehr gut», sagt Ernst Schmid, Präsident der Wasserversorgung Heiden. Am Dienstag fand die 131. Generalversammlung der Wasserversorgung Heiden, Dorfbrunnen- und Roosenkorporation statt. Im letzten Jahr musste man mehr als gedacht in Sanierungen und Erneuerungen der Wasserleitungen investieren. Die in den Achtziger- und Neunzigerjahren gebauten Rohre sollten eigentlich gut 70 Jahre halten. Jedoch musste man sie schon nach knapp 35 Jahren ersetzen. Dank der guten finanziellen Situation der Dorf- und Roosenkorporation hatte man genug Geld, um die Sanierungen umzusetzen.

Die Suva machte 2016 in der ganzen Schweiz Radon-Messungen. Auch Heiden wurde getestet. Im Grund- wie auch im Quellwasser wurden gute Werte erzielt und kaum das auf längere Zeit ungesunde Radon gefunden. Die generelle Wasserversorgungsplanung (GWP) wurde nach 16 Jahren vom Ingenieurbüro Wälli AG aus Heiden überarbeitet und für die nächsten 20 Jahre neu ausgerichtet. Die Wasserversorgung erhielt ein sehr gutes Zeugnis, denn alle vorgeschlagenen Investitionen der letzten Jahre wurden umgesetzt.

Weniger Seewasser verbraucht

Sowohl der Wasserverkauf als auch die Eigenproduktion sind ein wenig angestiegen. 71,5 Prozent des verkauften Wassers werden zum eigenen gezählt, so Schmid. Auf das Seewasser sei man immer noch stark angewiesen. Im letzten Jahr wurde aber weniger Seewasserverbrauch aufgezeichnet. In den nächsten Jahren wird verstärkt versucht, noch mehr auf Eigenproduktion zu setzen, um weniger auf das Seewasser angewiesen zu sein. Ein Heidler Kopf verbraucht im Schnitt pro Tag 132 Liter Wasser. Das sei ein relativ guter Wert, so Schmid.

Wasserwart Paul Niederer erklärte die im letzten Jahr neu eingeführte Steuerung der Reservoirs. Niederer meinte, dass sie Vor- und Nachteile habe. Jetzt wird das ganze Netz durch zwei PC überwacht. Vor der Neu-einführung erhielt er einen Rapport des monatlichen Wasserverbrauchs. Heute erkennt man den aktuellen Tagesverbrauch. Ausserdem kann man bei Wasserverlusten schneller reagieren und verliert dabei weniger Wasser, so Niederer. Nachteil für ihn sei, dass er nicht mehr elektromechanisch eingreifen kann. Die Steuerung läuft elektronisch. Wenn es ein Problem gibt, muss ein Spezialist her, was wiederum Kostenaufwand bedeutet.

Gemeinde gewinnt Preis

Der bekannte Brunnen auf dem Heidler Dorfplatz wird dieses Jahr mit dem jährlichen Preis von 20 000 Franken der Hauenstein-Stiftung ausgezeichnet. Im September findet eine grosse Dorffeier zu Ehren des Brunnens statt. Eine Schulklasse wird aus jedem der 105 Heidler Brunnen Wasser schöpfen und im Dorfkern verteilen. Die ganze Dorfbevölkerung ist herzlich dazu eingeladen, an dem Event teilzunehmen.

Sara Leu

sara.leu@appenzellerzeitung.ch