HEIDEN: Filme vergangener Zeiten

Das Museum Heiden veranstaltet diesen Sonntag ab 14 Uhr zum ersten Mal einen Heidener und Appenzeller Filmnachmittag. Gezeigt werden Dokumente aus dem Filmarchiv von Andres Stehli.

Roger Fuchs
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Ein Film am Heidener Filmnachmittag rückt Lina Bischofberger, die letzte Handmaschinenstickerin, in den Mittelpunkt. (Bild: pd)

Ein Film am Heidener Filmnachmittag rückt Lina Bischofberger, die letzte Handmaschinenstickerin, in den Mittelpunkt. (Bild: pd)

HEIDEN. Während der 35jährigen Zeit als Geschäftsführer der Pension Nord hat es Andres Stehli zu seinem Markenzeichen gemacht, fast jeden Tag ein Abendprogramm zu gestalten. Dazu gehörten auch Filmvorführungen. Immer wenn am Fernsehen ein Film über Heiden oder die Umgebung lief und wenn mit Heiden verbundene Persönlichkeiten porträtiert wurden, hat Stehli den Aufnahmeknopf gedrückt. Gegen 100 Filme sind so zusammengekommen. Heute werden diese Dokumente vom Historisch-Antiquarischen Verein Heiden gehütet. Statt dass die Filme im Archiv verstauben, sollen sie nun wieder ans Tageslicht geholt werden. Dazu hat Andres Stehli für kommenden Sonntag den ersten Heidener und Appenzeller Filmnachmittag organisiert. Im Herbst soll dann ein zweiter Anlass folgen. Und, je nach Resonanz, sind auch weitere vergleichbare Veranstaltungen denkbar.

Andres Stehli Kurator des Museums Heiden (Bild: apz)

Andres Stehli Kurator des Museums Heiden (Bild: apz)

Start mit «Chumm und lueg»

Insgesamt werden diesen Sonntag vier Filme gezeigt. Den Start um 14 Uhr macht eine Livesendung des Schweizer Fernsehens vom Mai 1991 anlässlich der 700-Jahr-Feier in Heiden. Passend zum Titel der Sendung «Chumm und lueg» wurde extra auf die Ausstrahlung hin in Heiden ein Chumm-und-lueg-Weg konzipiert, erinnert sich Andres Stehli. Der Weg existiere heute noch, sei aber nicht mehr unterhalten. Im Zentrum der Sendung stand aber nicht dieser Weg, sondern die damals in Heiden wohnhafte Schriftstellerin Helen Meier. Sie hatte in jener Zeit auch ein Stück geschrieben, das am Stadttheater St. Gallen aufgeführt wurde: «Die gegessene Rose». Heute lebt Meier in Trogen.

Anschliessend an diesen Film werden zwei Dokumentarfilme von Andreas Baumberger abgespult. «Gelebte Tradition» beleuchtet Bräuche wie das Bloch, die Viehschauen oder das Silvesterchlausen. Die Innerrhoder Landsgemeinde bildet den Inhalt bei «Das Wort ist freigegeben».

Letzte Handmaschinenstickerin

Enden wird der Filmnachmittag um 16 Uhr mit einem Streifen aus der Serie «Lebenslinien». Porträtiert wird darin Lina Bischofberger, die letzte Handmaschinenstickerin. Bischofberger ist heute über 90 Jahre alt und wird der Vorführung beiwohnen. Wie Andres Stehli aus persönlichen Kontakten weiss, arbeitet sie immer noch täglich an der Handstickmaschine. Im April dieses Jahres wird aber Schluss sein. Die Handstickmaschine von Lina Bischofberger werde ans Museum in Stein verschenkt, sagt Stehli.

Erster Heidener und Appenzeller Filmnachmittag: Sonntag, 21. Feb., ab 14 Uhr, Museum Heiden. www.museum.heiden.ch