HEIDEN: Es stehen Kampfwahlen an

Gallus Pfister und Werner Rüegg kandidieren für den freiwerdenden Sitz im Kantonsrat. Eine Auswahl haben die Stimmberechtigten auch bei der Ersatzwahl in den Gemeinderat.

Jesko Calderara
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Heiden hat zurzeit fünf Kantonsratsmitglieder. Nun wird ein Nachfolger für Norbert Näf gesucht. (Bild: APZ)

Heiden hat zurzeit fünf Kantonsratsmitglieder. Nun wird ein Nachfolger für Norbert Näf gesucht. (Bild: APZ)

Jesko Calderara

jesko.calderara@appenzellerzeitung.ch

Der Wahlgang vom 19. März in Heiden verspricht Spannung. So kämpfen mit Werner Rüegg (CVP) und Gemeindepräsident Gallus Pfister (PU) zwei Kandidaten um die Nachfolge von Kantonsrat Norbert Näf (CVP). ­ Rüegg gehört seit 2008 dem Gemeinderat an. Gleichzeitig ist er Präsident der Schwimmbad-Genossenschaft und der Energie-Region Appenzellerland über dem Bodensee. «Durch meine grosse Erfahrung, insbesondere im öffentlichen Verkehr und bei Energiefragen, bin ich überzeugt, mein Wissen im Kantonsrat einbringen zu können», begründet Rüegg seine Kandidatur.

Einen Sitz im Kantonsparlament strebt auch Gallus Pfister an. «Als Gemeindepräsident der grössten Vorderländer Gemeinde kann ich auf Kantonsebene als gesetzgebende Behörde Einfluss nehmen.» Als Beispiel nennt er das Bau- und das Spitalverbundgesetz, welche beide Auswirkungen hätten auf Heiden. Abgesehen davon sei die Bevölkerung im Kantonsrat seiner Ansicht nach nicht richtig vertreten und wünsche sich eine stärkere bürgerliche Ausrichtung. Den Zeitpunkt des nächsten Schritts in der politischen Karriere hält Pfister für passend. «Ich werde mich rasch in das neue Amt einarbeiten und Wirkung entfalten können.»

Klare Strategie für das Spital gefordert

Das dominierende Thema im Kanton ist zurzeit der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (Svar). Ungewiss ist vor allem die Zukunft des Spitals Heiden. Nach den Vorkommnissen der letzten Monate kann dieser laut Werner Rüegg nicht mehr in der gleichen Art weitergeführt werden. Jetzt müssten alle Fakten auf den Tisch kommen und wertfrei angeschaut werden, fordert er. Anschliessend liege es am Svar, eine neue und klare Strategie für das Spital Heiden zu entwickeln. «Bis diese greift und das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder vorhanden ist, braucht es genügend finanzielle Mittel und Geduld», sagt der CVP-Gemeinderat. Dafür wolle er sich im Kantonsrat einsetzen. Pfister wiederum betont die Bedeutung der medizinischen Grundversorgung und eines 24-Stunden-Notfalldiensts für das Appenzeller Vorderland. Als Kantonsrat könne er sich nur für oder wider den Standort Heiden im Spitalverbundgesetz einsetzen. Für den langfristigen Erhalt des Spitals müsse nach neuen Geschäftsfeldern gesucht werden, um das Angebot und die Arbeitsplätze zu erhalten, so Pfister. Falls sie am 19. März gewählt werden, wollen die beiden Kandidaten in verschiedenen Bereichen Akzente setzten. Als Schwerpunktthemen nennt Rüegg die Familienpolitik, gute Anbindungen mit dem öffentlichen Verkehr und ein sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen. Pfister wiederum will sich für Themen rund um die Bildung und eine gesunde Wirtschaft einsetzten. Auch sei er ein Fan von Windrädern und Solarpanels, sagt der Heidler Gemeindepräsident. «Ich glaube, dass es uns ohne die 2000-Watt-Gesellschaft gelingen wird, den Energiebedarf mit erneuerbaren Energien zu decken.»

Die Qual der Wahl haben die Stimmberechtigten auch bei der Ergänzungswahl in den Gemeinderat. Als Ersatz für Christian Betschon hat die Lesegesellschaft Bissau Hans-Peter Häderli nominiert. Am Samstag stellte er sich mit dem zweiten Bewerber, Jörg Lutz, an einem CVP-Anlass vor. Beide befürworten den Bau einer neuen Dreifach-Turnhalle in Heiden. Für Häderli ist dies eine sinnvolle Investition. Das bringe Leben in die Gemeinde. «Nur schon wegen des baulichen Zustands der Gerbe-Turnhalle muss etwas unternommen werden», betonte Lutz, der die lokale FDP präsidiert. Er bezweifelte aber, dass dafür eine Steuerfusserhöhung notwendig sei. Bei vielen Fragen waren sich die Kandidaten einig. So stufen sie den Standort Nord für den Migros-Neubau als geeigneter ein als beispielsweise das Quartier Bissau. Auch befürworten beide das kommunale Ausländerstimmrecht, das in Heiden eingeführt werden soll. Der freisinnige Vertreter kritisierte aber die Voraussetzungen. «Ein Interessent sollte fünf Jahre in der Gemeinde wohnen und nicht wie vorgesehen im Kanton», so Lutz.