70 Prozent Ja-Stimmen: Heiden erhält einen Bushof ++ Gemeinderat Hans-Peter Häderli: «Ein solch deutliche Zustimmung konnte man nicht erwarten.»

In der Vorderländer Gemeinde kann nach dem Ja zur Kreditvorlage eine Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr gebaut werden.

Jesko Calderara
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Voraussichtlich ab 2024 werden alle Postautos vom Bahnhof Heiden aus verkehren. Nach dem gestrigen Entscheid ist der Weg frei für den Bushof.

Voraussichtlich ab 2024 werden alle Postautos vom Bahnhof Heiden aus verkehren. Nach dem gestrigen Entscheid ist der Weg frei für den Bushof.

Bild: David Scarano
Gemeinderat Hans-Peter Häderli ist Projektleiter des Bushofes.

Gemeinderat Hans-Peter Häderli ist Projektleiter des Bushofes.

Bild: APZ

Der geplante Bushof beim Bahnhof Heiden ist einen wichtigen Schritt weiter. Die Stimmberechtigten sprachen sich am Sonntag deutlich für einen Bruttokredit über 3,5 Millionen Franken aus. Es gab 1205 Ja- und 559 Nein-Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei annähernd 65 Prozent. Die Sieger der Abstimmung zeigten sich in einer ersten Reaktion erfreut über den klaren Ausgang. «Eine solch deutliche Zustimmung konnte man nicht erwarten», sagte Gemeinderat und Projektleiter Hans-Peter Häderli. Als Gründe für den hohen Ja-Anteil nennt er unter anderem den Informationsanlass im Kursaal und das Engagement der breit abgestützten Pro-IG. Zudem hätten die Heidlerinnen und Heidler gesehen, dass beim jahrealten Thema Bushof nun eine gute Lösung vorliegt, so Häderli.

Der Gemeinderat Heiden äusserte in einer Medienmitteilung Verständnis für alle jene, welche aufgrund der Kosten, möglicher Lärmemissionen oder eines befürchteten Rückgangs der Kundenfrequenzen den Bushof ablehnten. Gemäss Häderli will man versuchen, bei der angestrebten Aufwertung des Kirchplatzes diese Skeptiker wieder ins Boot zu holen. Zur Neugestaltung des historischen Platzes soll ein Wettbewerb durchgeführt werden.

Infrastruktur soll 2024 in Betrieb genommen werden

Derweil werden die Planungen zum Bushof vertieft. So muss noch bestimmt werden, wie die Bedachung aussehen soll. Das Projekt der Appenzeller Bahnen, der Postauto AG und der Gemeinde Heiden kostet insgesamt 8,2 Millionen Franken und wird voraussichtlich 2024 in Betrieb genommen. Handlungsbedarf gibt es unter anderem wegen des Behindertengleichstellungsgesetzes. Demnach müssen alle Bahn- und Bushaltestellen bis 2023 behindertengerecht umgebaut werden. Für die Vorlage setzten sich nebst dem Gemeinderat und der erwähnten IG auch die FDP, die SP und die CVP ein.

Enttäuscht über die klare Niederlage sind die Gegner der Vorlage. Dazu gehören die SVP und insbesondere die IG «gegen den Bushof und für ein lebendiges Zentrum». Deren Initiator Alfred Widmer sagte: «Es ist schwierig zu sagen, weshalb dieses sehr umstrittene Busbahnhofprojekt so deutlich angenommen wurde.» Er vermutete, dass die vielen jungen Einwohner und Zuzüger in Heiden eine grosse Rolle gespielt haben. Darunter seien Leute, die mit dem Flair des alten Biedermeierdorfes wohl nicht sehr vertraut seien, sagte Widmer. «Vielleicht sind viele auch durch Schlagworte wie Zentrumsentwicklung, zukunftsträchtiger ÖV-Verbund oder Begegnungsplatz geködert worden.»

Widmer zeigte sich überzeugt, dass der Bushof noch viele Probleme aufwerfen wird. Es sei schade, dass das Zentrum mit seinen beliebten gelben Postautos nun sterben werde.