HEIDEN: Altern mit Blick auf den Bodensee

Investitionen in Millionenhöhe, 40 neue Arbeitsplätze und altersgerechte Wohnungen. Das Projekt der Kurwohnen AG soll der Gemeinde mehrere Vorteile bringen. Eine grosse Hürde gibt es aber noch.

Jesko Calderara
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Als Investoren treten Beat Frischknecht und Daniel Nipkow auf. (Bild: CAL)

Als Investoren treten Beat Frischknecht und Daniel Nipkow auf. (Bild: CAL)

Jesko Calderara

jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch

Am 24. September entscheiden die Stimmberechtigten in Heiden über den Teilzonenplan Sunnematt. Die Umzonung des Areals von der Kurzone in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen ist eine Voraussetzung für das Projekt der Kurwohnen AG. Diese möchte eine Überbauung mit altersgerechtem Wohnen realisieren. Gestern stellten die beiden Investoren Daniel Nipkow und Beat Frischknecht, dessen Heimatort Heiden ist, das Projekt an einer Medienorientierung vor. Auf dem Sunnematt-Grundstück sollen vier Gebäude mit 40 Alterswohnungen und ein Pflegezentrum mit 32 Plätzen entstehen. Zudem ist ein öffentliches Restaurant geplant. Den Studienauftrag für das 25 Millionen Franken teure Vorhaben hat der Architekt Hubert Bischoff aus Wolfhalden gewonnen. «Die Architektur des Siegerprojekts im Appenzeller Stil fügt sich ortsbildschutzmässig perfekt in die Häuserzeile an der Bahnhofstrasse ein», betonte Nipkow. Auch auf die Kritik an den wuchtigen Bauten ging er ein. Um einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen, müsse die Überbauung eine Mindestgrösse haben, sagte Nipkow.

Nach einer Analyse der Marktverhältnisse haben sich die Projektentwickler für eine Nutzungsart im Bereich Alter entschieden. Wohnformen mit individuellen Dienstleistungen lägen im Trend, sagte Frischknecht. Es gebe bereits heute zu wenige Plätze. Als künftige Betreiberin der Anlage steht die Sensato AG aus Bern bereit. Sie hat auf dem Gebiet des altersgerechten Wohnens an anderen Orten Erfahrungen gesammelt. Guido Reber, Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer der Sensato AG, sieht das Kurwohnen-Projekt als Ergänzung zum bestehenden Angebot in Heiden. Aufgrund er demografischen Entwicklung werde die Nachfrage nach Alterswohnungen und Pflegeheimplätzen langfristig steigen. In Heiden wolle man dereinst auch Pensionäre aus der ­Region anziehen, sagte Reber. Insgesamt sollen vierzig neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Baustart könnte 2018 erfolgen

Gegen den Teilzonenplan wurden drei Einsprachen eingereicht. Mit den betroffenen Anwohnern konnten Einigungen ­erzielt werden. Die Bauherren rechnen daher nicht mit weiterem Widerstand. Ebenfalls geklärt ist die Zufahrt. Sie wird über eine neu zu erstellende Strasse beim Haus, wo einst die Heilsarmee untergebracht war, erfolgen. Bei einem Ja zum Teilzonenplan will die Kurwohnen AG im ­Frühling 2018 das Baugesuch einreichen. In diesem Fall könnten voraussichtlich Ende 2020 die ersten Bewohner auf das Sunnematt-Grundstück ziehen.