HB Kloten

Zürich, stand nach langer Zeit wieder einmal auf meinem Plan. Im Schnellzug Richtung Lausanne traf ich eine Bekannte. So achtete ich nicht auf die Stationen, die wir passierten.

Esther Ferrari
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Bild: Esther Ferrari

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Zürich, stand nach langer Zeit wieder einmal auf meinem Plan. Im Schnellzug Richtung Lausanne traf ich eine Bekannte. So achtete ich nicht auf die Stationen, die wir passierten. «Bitte alle aussteigen! Es befinden sich Personen im Tunnel nahe neben dem Bahngleis!», ertönte unerwartet eine Stimme. Wir schauten uns um. Schon beim Flughafen, dachte ich und blickte auf die Rolltreppen vor den Fenstern. Meine Bekannte griff nach dem Handy. Im Gegensatz zu mir hatte sie eine Verabredung. Wir verabschiedeten uns in der Hoffnung, sobald wie möglich zum Hauptbahnhof zu kommen. Die Meldung wegen Personen im Tunnel wurde laufend wiederholt. Was war passiert? Gab es Demonstrationen, versteckte Bomben, war ein Attentat geplant? «Wann fährt der Zug weiter?», fragte ich einen Bahnangestellten, der ebenfalls von einem Vorübergehenden angesprochen wurde. «Wohin wollen Sie?» «Hauptbahnhof Zürich», antwortete ich. «Wir sind in Zürich», gab er zur Antwort, und der Vorübergehende ergänzte: «Hier ist überall Zürich, so weit das Auge reicht. Sie sind mitten im Herzen von Zürich!» Und doch ist es zu weit, um zu Fuss zu gehen, dachte ich und ging eine Rolltreppe hoch. Gleise, Gleise und Perrons, so weit das Auge reichte. Ich las die verschiedenen Destinationen. Kein einziger Zug fuhr zum Hauptbahnhof. Ich musste ein Tram suchen. Aber wo führte der Weg hinaus auf eine Strasse? Ich versuchte nochmals, mich durchzufragen. Die einen verstanden mich nicht, andere hielten mich wohl für «nüd ganz bache». Da fiel mein Blick auf die blaue Tafel mit weisser Schrift «Hauptbahnhof». Langsam fing es mir an zu dämmern. Ich befand mich nicht im Tunnel beim Flughafen, sondern in der Peripherie des neu umgebauten Bahnhofes Zürich. Die Personen nahe den Gleisen im Tunnel waren keine möglichen Terroristen, sondern Bauarbeiter. Erleichtert sah ich Züge kommen und gehen. Was bin ich für ein Landei, ging es mir durch den Kopf.

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