Hauskultur im Ackerhus zu sehen

EBNAT-KAPPEL. Am kommenden Sonntag öffnet das Ackerhus in Ebnat-Kappel seine Türen. Zu sehen sind nebst dem angebauten Kulturraum die ersten drei neu gestalteten Räume. Ab dem Sommer soll das Museum Toggenburger Hauskultur zeigen.

Sabine Schmid
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Der Stiftungsrat und eine Arbeitsgruppe (von links Bettina Giersberg, Martin Baumann, Paul Koller, Jost Kirchgraber, Jörg Rüesch, Susanne Meyer, Christian Spoerlé, Stephan Vetsch und Marianne Nüesch) haben sich für die Neuerungen im Ackerhus in Ebnat-Kappel eingesetzt. (Bild: Sabine Schmid)

Der Stiftungsrat und eine Arbeitsgruppe (von links Bettina Giersberg, Martin Baumann, Paul Koller, Jost Kirchgraber, Jörg Rüesch, Susanne Meyer, Christian Spoerlé, Stephan Vetsch und Marianne Nüesch) haben sich für die Neuerungen im Ackerhus in Ebnat-Kappel eingesetzt. (Bild: Sabine Schmid)

Im Ackerhus wurde ein erstes Etappenziel erreicht: Am Sonntag wird der neu gebaute Kulturraum dem interessierten Publikum präsentiert. Daneben sind die ersten drei Räume zu sehen, die nach dem neuen Museumskonzept eingerichtet wurden. Der Schwerpunkt im Museum liegt bei den Hausorgeln und den Halszithern. Denn Albert Edelmann, der das Ackerhus nach Ebnat-Kappel brachte, sammelte sieben Hausorgeln und rund 40 Halszithern und bewahrte sie in seinem Wohnhaus auf. Das Ackerhus soll aber mehr sein als ein Museum für diese beiden traditionellen Toggenburger Musikinstrumente, nämlich ein Museum, in welchem die Toggenburger Hauskultur zu sehen ist.

Erweiterung im Jahr 2016

Aus diesem Grund wurde unter der Leitung der Museologin Bettina Giersberg das Inventar des Ackerhus gesichtet, digitalisiert und fotografisch festgehalten. Nur ein Teil der Möbel und Gegenstände, die Albert Edelmann angesammelt hatte, fanden einen Weg zurück ins Museum. Im Foyer, wo die Besucher den Rundgang beginnen, werden Alfred Edelmann und sein Wirken vorgestellt. Auch sind Klänge einer Halszither zu hören. «Wir haben ein altes Tondokument gefunden, auf welchem Ida Bleiker, Albert Edelmanns Haushälterin, spielt», erklärt Jost Kirchgraber. Der Historiker hat die Neugestaltung des Ackerhus angerissen und engagiert Geld dafür gesucht.

Aus Ida Bleikers ehemaligem Stübli ist ein Biedermeierzimmer entstanden. «Wir haben zwei wunderschön bemalte Schränke gefunden, die hier ausgestellt sind», sagt Jost Kirchgraber. Ergänzt wird die Sammlung mit Gegenständen wie Krüge und Teller, die oftmals mit Zeichnungen und Sprüchen verziert sind. Der dritte neu gestaltete Raum ist die Stube von Albert Edelmann. Diese wurde gleich eingerichtet, wie es der Hausherr gemacht hatte, ebenso wird mit Edelmanns Atelier verfahren. Bis im Sommer 2016 sollten die übrigen Zimmer des Ackerhus eingerichtet und als multimediales Museum den Besuchern zugänglich sein.

Trauungen im Ackerhus

«Die Edelmann-Stube kann als Trauzimmer genutzt werden», erklärt Jost Kirchgraber. Sollte sich ein Paar für eine Trauung im Ackerhus entscheiden, kann es auf die übrige Einrichtung zurückgreifen, beispielsweise für einen Apéro. Während die Trauungen im Ackerhus im Zivilstandsamt angemeldet werden müssen, können der Kulturraum und die Räume für andere Gelegenheiten beim Kulturverein Ackerhus gemietet werden. Momentan ist Marianne Nüesch aus Ebnat-Kappel die Ansprechperson. Es sei aber vorgesehen, dass ein Betriebsleiter diese und weitere organisatorische Aufgaben übernimmt. Es hätten bereits einige Anlässe stattgefunden, weitere seien geplant, erzählt Marianne Nüesch. Sie betont, dass es im Ackerhus nur ein kleines Office gebe. Für eine Feier mit Essen müsse ein volles Catering bestellt werden.

Konzerte und Ausstellungen

Mit dem angebauten Kulturraum erweitern sich die Nutzungsmöglichkeiten. Bereits vorgesehen sind Konzerte des Vereins Windbläss, der sich der Hausorgel annimmt. Jost Kirchgraber kann sich auch andere Konzerte in kleinerem Rahmen vorstellen, der Musikstil müsste jedoch dem Gesamtcharakter des Hauses entsprechen. Der Raum wird zudem von der Halszithergruppe als Probelokal genutzt. Marianne Nüesch könnte sich vorstellen, dass auch weitere Formationen oder Chöre in diesem Saal proben könnten.

Im Erdgeschoss dieses Anbaus befindet sich ein Ausstellungsraum. Dieser kann von Künstlerinnen und Künstlern für Ausstellungen gemietet werden. Konkret sei im Moment jedoch noch nichts.

Sonntag, 29. November, 10.30 bis 15.30 Tag der offenen Tür im Ackerhus in Ebnat-Kappel, musikalisches Rahmenprogramm, Kaffeestube.