Haupteingang neu auf der Westseite

Momentan kann man die Pläne für den Umbau und die Erweiterung des Regionalspitals Wattwil im Gemeindehaus anschauen. Der 80 Jahre alte Trakt B wird abgebrochen und durch einen sehr schmalen und langen Neubau mit Flachdach ersetzt.

Martin Knoepfel
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Das Haus B des Spitals Wattwil (gelbe Fassade) wird abgebrochen. Der Neubau erstreckt sich fast bis zum Standort des Fotografen. (Bild: Martin Knoepfel)

Das Haus B des Spitals Wattwil (gelbe Fassade) wird abgebrochen. Der Neubau erstreckt sich fast bis zum Standort des Fotografen. (Bild: Martin Knoepfel)

WATTWIL. Seit kurzem liegt das Projekt für die Sanierung und Erweiterung des Regionalspitals Wattwil im Gemeindehaus Wattwil öffentlich auf. Teile des Traktes A, welche die heutigen statischen Anforderungen nicht erfüllen, und der Trakt B werden abgebrochen. Der Trakt B stammt aus den Dreissigerjahren des 20. Jahrhunderts und ist damit der älteste Teil des Spitals. Er hat ein Giebeldach.

Das Bauvolumen des gesamten Projekts erreicht rund 62 200 Kubikmeter. Das Baugesuch geht von 120 Arbeitsplätzen im Spital aus. Die Kosten sind mit 72,3 Millionen Franken veranschlagt.

Lange Wege vorprogrammiert

Der Neubau, der gegen Süden hin erstellt wird, wird am meisten ins Auge stechen. Er wird sich vom heutigen Spitalgebäude fast bis zur Spitzkehre der Ibergstrasse erstrecken. Auffällig ist, dass der Neubau im Verhältnis zur Länge sehr schmal gehalten ist. Die Breite beträgt ganze 18 Meter, dies bei einer Länge von etwas mehr als 68 Metern. Das wird die Wege für das Pflegepersonal verlängern. Im Neubau werden auf verschiedenen Stockwerken zusammen fast 40 Zwei-Bett-Zimmer angeordnet werden.

Stahlbeton und Stein

Der Neubau wird zusätzlich zum Parterre drei oberirdische Stockwerke aufweisen. Mit fast 15 Metern – ohne den Liftschacht gemessen – nimmt er die Höhe der bestehenden Gebäude auf. Zudem ist ein Flachdach vorgesehen, wie bei den bisherigen Spitalgebäuden, die erhalten bleiben. Das Parterre des Neubaus wird mit raumhohen Fenstern versehen und damit durchlässiger wirken. In den Obergeschossen sind in den Plänen grosse – aber nicht raumhohe – Fenster eingezeichnet. Die Decken des Neubaus bestehen aus Stahlbeton. Bei den Wänden kommen Kalksandstein, Stahlbeton oder Backstein zum Zuge.

Notfallstation im Parterre

Nach der Fertigstellung des Neubaus sollen die Grünflächen auf der Nord- und Südseite renaturiert werden. Zudem ist vorgesehen, Blumenwiesen mit einheimischen Blumen oder Sträuchern sowie Spazierwege anzulegen und Sitzbänke aufzustellen. Die Besucher werden nach Vollendung der Bauarbeiten das Spital nicht mehr von Süden, sondern durch einen neuen Haupteingang von Westen betreten. In der Abstimmungsbotschaft vom November 2014 wird das Fehlen eines repräsentativen Eingangs beklagt. Auf der Westseite befinden sich schon heute die Besucherparkplätze. In den Untergeschossen findet man unter anderem die Küche im ersten und die Bettenaufbereitung im zweiten Untergeschoss. Dazu kommen weitere Räume für den Betrieb. Im Parterre werden der Empfang, die Patientenaufnahme, Büros und das Restaurant zu finden sein. Ebenfalls im Parterre findet man die Notfallstation mit vier Kojen, einem Schock-Raum und einem Raum für medizinische Notfälle. Dazu kommen unter anderem der Röntgen-CT-Raum, Büros, Rapport- und Besprechungszimmer sowie der Aufbahrungsraum. In den Plänen ist auch ein Kiosk eingezeichnet. Im ersten Stock findet man unter anderem zwei Operationssäle – einen neuen und einen aus dem Jahr 2009. Dazu kommen Laborräume, Büros und Untersuchungszimmer. Im zweiten und dritten Stock wird man Aufenthalts- und Essräume für Patienten sowie Therapieräume, Besprechungszimmer und Büros finden.

Helikopter aufs Dach

Der Start- und Landeplatz für die Helikopter wird verlegt. Neu starten und landen die Helikopter auf dem Dach des Neubautrakts, wo ein direkter Zugang zu den beiden Bettenlifts besteht. Heute tun sie das südlich des Trakts A auf der Höhe des Erdgeschosses.

Beim Parkplatz bergseits der Ibergstrasse ändert sich nichts. Der grössere Parkplatz wird zu etwa einem Sechstel einen Belag aus Sickersteinen erhalten. So soll das Regenwasser versickern, anstatt in die Kanalisation abzufliessen. Der Rest des Parkplatzes erhält einen Asphaltbelag.

Die Heizung und Bereitstellung von Warmwasser erfolgt durch Erdsonden, Wärmepumpen und zusätzlich durch eine Gasheizung. Das Spital soll nach der Erweiterung und Sanierung den Minergie-Standard erfüllen.

Während der Bauzeit sind Provisorien nötig. Die Frist für Einsprachen gegen das Projekt läuft bis zum 28. Oktober.