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«Hat man schon in jungen Jahren an einer Abstimmung teilgenommen, bleibt man politisch eher am Ball.»

Die Verfassungskommission hat sich für das Stimmrechtsalter 16 ausgesprochen. Drei Kantischülern gefällt die Idee grundsätzlich. Vergessen werden dürfe aber nicht, Jugendliche politisch zu bilden.
Yann Lengacher
Melanie Frischknecht, David Schober und Jonathan Mösli wollen, dass Jugendliche in politische Prozesse integriert werden. (Bild: Yann Lengacher)

Melanie Frischknecht, David Schober und Jonathan Mösli wollen, dass Jugendliche in politische Prozesse integriert werden. (Bild: Yann Lengacher)

Sollen Jugendliche im Alter von 16 Jahren schon über das aktive Stimmrecht verfügen? Dieser Frage ging die Ausserrhoder Verfassungskommission kürzlich nach (Appenzeller Zeitung von gestern). Fragt man bei drei jungen Erwachsenen nach, merkt man schnell, dass sie sich über mehr politisch mitsprechende Jugendliche freuen würden. Melanie Frischknecht, David Schober und Jonathan Mösli sind Lernende der Kantonsschule Trogen und besuchen dort das Freifach Politik.

Für David Schober ist klar: «Das wäre bestimmt eine gute Sache. Mit 16 Jahren ist man noch viel länger von politischen Entscheidungen betroffen als ältere Personen.» Eine Senkung des Mindestalters für das Stimmrecht könne auch helfen, das Interesse an der Politik zu steigern: «Österreich hat das Stimmrecht ab 16 Jahren bereits. Dort hat sich gezeigt, dass Jugendliche grösseres Interesse an Abstimmungen und und Politik haben.»

Im Parlament dabei gewesen

David Schober ist mit dem Thema bestens vertraut: Er ist Mitglied der Verfassungskommission und Teil der Arbeitsgruppe, die vorgeschlagen hat, das Stimmrechtsalter zu senken. Via Wochenmail wurden an der Kantonsschule Jugendliche gesucht, die in der Verfassungskommission mitarbeiten. Daraufhin hat sich Schober beworben und wurde in die Kommission aufgenommen. Viel Überzeugungsarbeit hat Schober nicht leisten müssen, wie er sagt. «Ich war überrascht, wie offen die meisten gegenüber der Idee eines tieferen Stimmrechtsalters waren.» Den Aussagen des Schülers entsprechend wurde der Antrag, das Mindestalter um zwei Jahre zu senken, mit einer deutlichen Mehrheit in der Verfassungskommission angenommen.

Etwas anderer Meinung ist David Schobers Mitschülerin Melanie Frischknecht. Sie ist sich nicht sicher, ob man im Alter von 16 Jahren schon über genügend politisches Wissen verfüge, um sich an einer Debatte beteiligen zu können. Grundsätzlich findet Frischknecht das Stimmrechtsalter ab 16 Jahren eine gute Idee, aber einer entsprechenden Vorlage würde sie nur zustimmen, wenn Jugendliche im Bereich Politik besser ausgebildet würden. «Auch mit 18 Jahren hat man bei vielen politischen Themen den Durchblick noch nicht.» Darum bringe es vielleicht aktuell gar nicht so viel, das Stimmrechtsalter zu senken. Um das Politikinteresse und -wissen von Jugendlichen zu steigern, müsse schon in der Schule sensibilisiert werden: «Ich finde es wichtig, dass Schulen Jugendliche schon früh an die Politik heranführen», sagt Frischknecht.

Diese Meinung vertritt auch Jonathan Mösli. Mit mehr Wissen würde es denn leichter fallen, mitzureden. Der Lernende ist der Meinung, dass Jugendliche, idealerweise schon während der Schulzeit mitbestimmen sollen. «Hat man schon in jungen Jahren an einer Abstimmung teilgenommen, bleibt man politisch eher am Ball.» Jugendlichen soll auch erklärt werden, dass sie mit ihrer Stimme etwas bewegen können: «Wenn das Bewusstsein da ist, dass politischer Einsatz die Zukunft verändern kann, steigt das politische Interesse», sagt Mösli.

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