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Harziger Start mit EC Wil Ladies nach Querelen in der Sommerpause

Diego Gremminger ist neu Chefcoach der EC Wil Ladies. Mit dem Herisauer soll wieder Ruhe einkehren.
Yann Lengacher
Mit der neuen Trainingsjacke in der alten Heimat: Diego Gremminger im Sportzentrum Herisau. (Bild: Yann Lengacher)

Mit der neuen Trainingsjacke in der alten Heimat: Diego Gremminger im Sportzentrum Herisau. (Bild: Yann Lengacher)

Die Trainerkarriere des Diego Gremminger beginnt unspektakulär. Sie nimmt ihren Anfang, als der Herisauer im Jahr 2004 sein Zimmer aufräumt. Nachdem er seine Spielerlaufbahn beim SC Herisau wegen eines Oberschenkelbruchs vorzeitig beendet hat, sortiert er seine Hockeyausrüstung aus und bringt sie auf einen Markt für Eishockeyzubehör. Hier trifft er Charly Meier, den Vater des zu dieser Zeit in den Kinderschuhen steckenden Timo Meier. Dieser weist ihn darauf hin, dass der SCH Trainer im Nachwuchs suche. «Mir bedeutet das Eishockey sehr viel», sagt der gelernte Elektriker heute. Auch nach der gravierenden Verletzung war das nicht anders.

Vom Nachwuchs zu den Frauen

So beginnt Gremminger im Nachwuchs seines Stammvereins zu arbeiten. Über eine Dekade lang stand er in Herisau an der Bande. Vor vier Jahren beschliesst er, eine neue Herausforderung in Wil anzunehmen. Dort will er den frischgegründeten EC Wil Ladies zu Erfolgen verhelfen. Als Assistent von Teamgründer und Cheftrainer Marcel Herzog prägt er eine erfolgreiche Ära mit: Die EC Wil Ladies schaffen im ersten Jahr den Aufstieg in die Swiss Women’s Hockey League B (SWHL B). Letzte Saison gelingt sogar der Einzug in die Playoff-Halbfinals. Nach diesem Erfolg zieht sich Herzog in die zweite Reihe zurück und wird Sportchef. Gremminger steigt im Februar zum Chefcoach auf und übernimmt ein aufstrebendes Team mit Potenzial.

Undurchsichtiger Streit

Während der Sommerpause ändert sich die Ausgangslage für den 34-Jährigen drastisch: Die Vereinsführung des EC Wil will das Ladies-Team aus der SWHLB zurückziehen. Daraufhin entbrennt ein undurchsichtiger Streit zwischen Sportchef Marcel Herzog und Vereinspräsident Roger Dietschweiler, der medial über mehrere Monate hinweg ausgetragen wird. Beim Team steht eine Abspaltung vom Verein zur Debatte. Doch es kommt anders: Der EC Wil bietet seinen Ladies an, trotzdem in der SWHL B auflaufen zu können, sofern diese sich von Herzog als Sportchef trennen. Die Ladies nehmen an.

Automatismen fehlen

Beim Treffen in seiner alten Hockey-Heimat, dem Sportzentrum Herisau, muss Diego Gremminger schmunzeln, als er an die Ereignisse des Sommers denkt und sagt: «Mich haben Trainerkollegen gefragt, was ich mir da antue.» Bis die Querelen ad acta gelegt wurden, war es den EC Wil Ladies nicht möglich, die Saisonvorbereitung plangemäss aufzunehmen. «Wir spielten gerade mal zwei Testspiele», sagt Gremminger. Er sieht die nun fehlenden spielerischen Automatismen neben aktuellen Personalproblemen mit als Grund, weshalb in den ersten drei Meisterschaftsspielen Niederlagen resultierten. Wer den neuen Chefcoach nun in Anbetracht dieser Ausgangslage als chancenlos abstempelt, tut dem Herisauer unrecht. Denn Gremminger, der von sich sagt, dass er Herausforderungen mag, hadert nicht. Er versucht, das Beste aus der Situation zu machen: «Wegen der noch fehlenden Abstimmung im Team können wir nicht dominant auftreten, aber auch Konter sind im Eishockey ein gutes Mittel.»

Erster Erfolg im Cup

Mit dem 3:1-Sieg im Cup gegen den SC Weinfelden gelang zuletzt ein erster wichtiger Arbeitserfolg. Im November treten die Wilerinnen in der zweiten Cuprunde gegen den HC Lugano an, dessen Frauen unangefochtene Spitzenreiterinnen in der höchsten Liga sind. Dieses Spiel möchte Gremminger auch nutzen, um Kontakte nach Lugano zu knüpfen. «So kämen wir eventuell leichter an Spielerinnenleihen heran», erklärt er. An Engagement und Leidenschaft fehlt es Gremminger nicht, zumal er viele Stunden in sein Traineramt investiert. Die Ziele möchte er trotz schwieriger Ausgangslage nicht zu tief stecken: Auch dieses Jahr visiert er mit seinem Team die Playoffs an. Ein Sieg gegen die Rapperswil Lady Lakers am Sonntag wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

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