Die Suche nach möglichen Gemeinderäten in Teufen läuft harzig

Für die vier Sitze im Teufener Gemeinderat finden sich kaum Kandidaten. Auch im Kantonsrat gibt es Vakanzen: Nach Walter Grob haben nun auch Edgar Bischof und Monica Sittaro eine weitere Legislatur ausgeschlossen.

Astrid Zysset
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Noch ist offen, wer sich für den Teufener Gemeinderat zur Verfügung stellen wird. (Bild: Ralph Ribi)

Noch ist offen, wer sich für den Teufener Gemeinderat zur Verfügung stellen wird. (Bild: Ralph Ribi)

Gespräche finden statt. «Aber es läuft harzig», sagt Oliver Schmid, FDP-Präsident. Noch sind sie nicht beisammen, die vier Kandidatinnen und Kandidaten. Nachdem Anfang November bekannt geworden war, dass vier von neun Gemeinderäten in Teufen an den Gesamterneuerungswahlen im Frühling nicht mehr antreten werden, suchen die Parteien derzeit nach geeigneten Nachfolgelösungen. Aber eben: Auf reges Interesse stossen sie nicht. Dennoch ist Schmid davon überzeugt, dass sich ausreichend Kandidatinnen und Kandidaten finden werden. Wie viele Zusagen er bereits hat, will er nicht verraten. Ändern könne sich ohnehin noch viel. «Wir hatten beispielsweise einen Kandidaten, von welchem wir davon ausgingen, dass er sich zur Verfügung stellen wird. Leider hat er dann vergangene Woche abgesagt.»

Ähnlich ernüchternd klingt es bei der SVP. Fredy Bressan, Ortsparteipräsident: «Es läuft nicht rosig, aber wir hoffen das Beste.» Man sei noch auf der Suche nach möglichen Kandidatinnen und Kandidaten. Bea Weiler, Präsidentin der SP Rotbach, zieht ein optimistischeres Fazit: Drei Interessenten gebe es. Aber auch hier wurden noch keine definitiven Zusagen gemacht.

Grosses zeitliches Engagement gefordert

Viele schreckt der zeitliche Aufwand ab. Für das Amt des Gemeinderats müsse mit einem 10- bis 30-Prozent-Pensum gerechnet werden. «Wir haben vor allem Gespräche mit Leuten geführt, die zwischen 30 und 50 Jahre alt sind. Diese sind aber beruflich stark eingebunden, ein Auslandaufenthalt steht an oder sie haben Kinder im Schul- wie auch Kindergartenalter. Da liegt ein zusätzliches Engagement nicht drin», resümiert Schmid die vergangenen Gespräche. «Es gab aber auch einige, die einfach kein politisches Amt übernehmen möchten.» Bea Weiler gibt überdies zu bedenken, dass sich auch viele nicht für die im Vergleich geringe finanzielle Entschädigung dermassen exponieren wollen. Die Suche nach geeigneten Nachfolgern für die nicht mehr antretenden Gemeinderäte begann im Oktober. Seitdem sind die Parteien und der Gewerbeverein in ständigem Kontakt. «Es war eine intensive Zeit», so Schmid. Zwischen Weihnachten und Neujahr sei es ruhig geworden, doch jetzt beginne die heisse Phase. Nächsten Mittwoch trifft sich die FDP mit der SVP, der SP, den Einwohnervereinen und dem Gewerbeverein zum Gespräch. Dann wird eruiert, ob bei den Interessenten vier valable Kandidaturen auszumachen sind. Bis Ende Januar müssen die Namen aller tatsächlichen Kandidatinnen und Kandidaten der Gemeinde zugestellt werden.

Drei Kantonsratssitze müssen besetzt werden

Auch die Suche nach geeigneten Kantonsräten wird dann diskutiert. Insgesamt drei Sitze gilt es, neu zu besetzen. Nachdem Walter Grob (FDP) bereits im November verkündet hatte, dass er nicht mehr antreten werde («Irgendwann wird es Zeit, den Jüngeren Platz zu machen»), haben sich nun auch Monica Sittaro (FDP) wie auch Edgar Bischof (SVP) dazu entschlossen, dem Kantonsrat den Rücken zu kehren. Monica Sittaro erklärt ihre Beweggründe auf Anfrage hin dahingehend, dass sie «frei für andere interessante Aufgaben» sein möchte. Und Edgar Bischof meint: «Ich habe diese Aufgabe 16 Jahre lang wahrgenommen. Es ist nun Zeit, Platz für andere Ansichten zu machen.» Zudem gibt er an, dass es innerhalb der Fraktion keine Geschlossenheit mehr gebe. Weiter ausführen, will er das aber nicht. Nur soviel: «Ich hatte eine schöne Zeit und werde sie in guter Erinnerung behalten.»

Für Oliver Schmid ist klar, dass die FDP ihre beiden Sitze behalten wird. «Ich bin gespannt, ob es der SVP noch gelingt, einen Nachfolger zu finden.» Bei derselben zeigt man sich zuversichtlich, obwohl noch keine definitiven Zusagen vorliegen. Bressan geht dennoch davon aus, dass die SVP einen eigenen Kandidaten präsentieren wird. Ausreichend Interessenten gebe es. Bereits bekannt ist die Kandidatur von Gemeinderätin Pascale Sigg-Bischof (parteilos). Sie will sich der Wahl in den Kantonsrat stellen.

Hinweis

Am Montag, 21. Januar, werden die möglichen Kandidatinnen und Kandidaten um 19.30 Uhr im Lindensaal vorgestellt.