HARMONISCH: Rekordverdächtiges Kirchberg

An der Kirchberger Gemeindeversammlung wurde über mehrere einzigartige Zahlen abgestimmt. Der neue Gemeindepräsident Roman Habrik bekundete bei seiner ersten Versammlung keinerlei Schwierigkeiten.

Simon Dudle
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Musste keine kritischen Fragen beantworten: Gemeindepräsident Roman Habrik bei seiner ersten Gemeindeversammlung. (Bild: Simon Dudle)

Musste keine kritischen Fragen beantworten: Gemeindepräsident Roman Habrik bei seiner ersten Gemeindeversammlung. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Es war in zweierlei Hinsicht eine Premiere: Einerseits für Gemeindepräsident Roman Habrik, der seit diesem Jahr im Amt ist und am Freitagabend in der katholischen Kirche Kirchbergs erstmals durch die Traktanden führte. Er tat es unaufgeregt und vor allem speditiv: Nach genau 28 Minuten waren die Geschäfte bereits alle erledigt. Gefordert wurde Habrik nicht, und es gab keine einzige Wortmeldung. Das war schon bei der Vorversammlung in Kirchberg so gewesen.

Andererseits war es eine Premiere für das Konstrukt Einheitsgemeinde, welches per 2017 eingeführt worden war. Dies spielte nur insofern eine Rolle, als dass die Jahresrechnungen jener drei Dorfkorporationen genehmigt werden mussten, welche in die Einheitsgemeinde inkorporiert worden waren. Jene von Müselbach-Bäbikon hatte als einzige ein kleines Plus von 6000 Franken vorzuweisen, womit ein Eigenkapital von 80000 Franken in die Politische Gemeinde floss. In Gähwil hatte ein Verlust von 20000 Franken resultiert, womit das abschliessende Eigenkapital noch 41000 Franken betrug. Bei der Dorfkorporation Dietschwil setzte es 2016 einen Verlust von 23000 Franken ab. Allerdings konnte trotzdem ein Eigenkapital von 196000 Franken an die Politische Gemeinde überwiesen werden.

Wenig Interesse an der Versammlung

Obwohl der Abend keine hohen Wellen warf, wurden mehrere rekordverdächtige Zahlen präsentiert. Dazu gehörte gewiss die Versammlungsdauer. Allerdings erinnerte sich Gemeinderat Hermann Baumgartner daran, dass es vor manchem Jahr schon einmal eine so kurze Versammlung gegeben hatte. Äusserst tief war die Beteiligung. Nur gerade 218 der 5103 Stimmbürger machten von ihrem Stimmrecht gebrauch, womit der Aufmarsch bei mageren 4,27 Prozent lag. Zum Vergleich: Zwei Abende zuvor waren in der 1000-Seelen-Gemeinde Wuppenau über 37 Prozent der Stimmbürger zugegen gewesen, was allerdings an einer umstrittenen Abstimmung über eine Kiesgrube gelegen hatte.

Rekordverdächtig sind auch die Zahlen, welche von der Schule präsentiert wurden. Ganze 37 Millionen Franken sind nötig, um dem Wachstum in der Gemeinde mit dem zusätzlich nötigen Schulraum zu begegnen. Mit diesem Geld wird die Oberstufe Flurstrasse in Bazenheid erweitert, bei der Primarschule Neugasse in Bazenheid ein Neubau erstellt, die Primarschule Sonnenhof in Kirchberg ergänzt und es soll in Kirchberg eine Mehrzweckhalle geben. Ob dafür eine Steuerfusserhöhung nötig ist, steht derzeit noch nicht fest (siehe Infokasten). Im Finanzplan, welcher die nächsten fünf Jahre abdeckt, ist keine Anpassung vorgesehen.

Die Stimmbürger genehmigten einstimmig den Gewinn von gut 1,7 Millionen Franken, welchen die Politische Gemeinde für 2016 ausweist. Budgetiert gewesen war ein Verlust von knapp 800000 Franken. Somit ist der Abschluss um rund 2,5 Millionen besser als budgetiert. Dies ist kein Rekord, hatte doch im Vorjahr ein um 3,8 Millionen besseres Ergebnis resultiert.

In 13 Jahren von tiefrot zu markant schwarz

Ein Rekord ist dafür das Eigenkapital, welches sich neu auf fast 12,7 Millionen Franken beläuft. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 war Kirchberg noch mit fast 25 Millionen Franken in der Kreide gestanden. Für das laufende Jahr wird bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 142 Prozent mit einem Verlust von knapp 361000 Franken gerechnet.

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