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Happy Birthday: 190 Jahre Appenzeller Zeitung

Zeitungen tot zu schreiben ist falsch, schreibt Roger Fuchs, leitender Redaktor der Appenzeller Zeitung, anlässlich des Jubiläums vom 5. Juli 2018 in seinem Leitwort. Im Videoclip zeigt er die erste Appenzeller Zeitung von anno 1828.
Roger Fuchs
Redaktionsteam der Appenzeller Zeitung. Vorne: Astrid Zysset, Roger Fuchs (Leiter), Monika Egli, Salome Bartolomeoli (Praktikantin), Jesko Calderera (Stv. Leiter), Miranda Diggelmann (Volontärin), Karin Erni. Hinten: Bruno Eisenhut, Alessia Pagani, Mea McGhee, Martin Schneider (Sommeraushilfe). Bild: Ralph Ribi

Redaktionsteam der Appenzeller Zeitung. Vorne: Astrid Zysset, Roger Fuchs (Leiter), Monika Egli, Salome Bartolomeoli (Praktikantin), Jesko Calderera (Stv. Leiter), Miranda Diggelmann (Volontärin), Karin Erni. Hinten: Bruno Eisenhut, Alessia Pagani, Mea McGhee, Martin Schneider (Sommeraushilfe). Bild: Ralph Ribi

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: 190 Jahre Appenzeller Zeitung. Am 5. Juli 1828 ist die erste Ausgabe erschienen. Wie bei Musikstars ist es auch bei der Zeitung. Damit diese existieren kann, braucht es ein Gegenüber. Und das sind Sie, liebe Leserinnen und Leser, liebe Kundinnen und Kunden. Ein grosses Dankeschön für die stets gelebte Treue. Sie alle wissen es: Die Medienbranche ist im Umbruch. Zeitungen werden bei Vorhersagen regelmässig totgeschrieben. Die Redaktion kann den Kopf in den Sand stecken oder mutig voranschreiten. Wir entscheiden uns für das Zweite.

Voranschreiten heisst aber auch, steten Veränderungen unterworfen zu sein. Doch das ist nicht erst seit heute so. «Hundert Jahre Appenzeller Zeitung. Welch eine Entwicklung des Zeitungswesens und der Buchdruckkunst liegt darin, welch ein gewaltiger Fortschritt», schrieb Oscar Alder im Vorwort der Jubiläumsschrift zum 100-Jahr-Jubiläum. Und beim 175. Geburtstag griff die damalige Chefredaktorin Monika Egli in die Tasten. Sie erinnerte an das Ende der Selbständigkeit angesichts des 1997 unterschriebenen Kooperationsvertrags mit dem St. Galler Tagblatt. Und sie sprach über Ressourcen, wie sie auch heute Thema sind.

Wir können den Kopf in den Sand stecken oder mutig voranschreiten. Wir entscheiden uns für das Zweite.

Mit anderen Worten: Die Medienbranche hat es schlichtweg in sich, von Veränderungen geprägt zu sein. Die Zeitungen deshalb totzuschreiben, ist falsch. Es wird diese auch in Zukunft geben. Aber schon beim 200-Jahr-Jubiläum wird die Appenzeller Zeitung garantiert wieder anders aussehen als heute. Der technologische Fortschritt ist enorm. Und dieser verändert auch das Nutzerverhalten, ob wir wollen oder nicht. Folglich kommen Blätter unter Zugzwang, so man eine Chance auf Zukunft haben will. Doch auch eine digitale Zeitung ist eine Zeitung. Die grosse aktuelle Herausforderung ist es, sich von den klassischen Vorstellungen zu lösen.

Zweifelsfrei tangiert dieser Loslösungsprozess von Bisherigem auch den journalistischen Alltag. Reine Versammlungsberichte verlieren an Reiz. Mit solchen verkauft sich keine einzige Zeitung mehr. Die Menschen wollen stattdessen unterhalten werden, sie wollen Neuigkeiten, Geschichten hinter den Geschichten, Hintergründiges, Analysen, die ihnen nicht schon via Facebook oder Instagram begegnet sind. Für die Redaktion bedeutet dies Herausforderung und Lernprozess zugleich. Hinzu kommt eine Online-Entwicklung, die dem Erzählen und Aufbereiten von Geschichten neue Möglichkeiten bietet. Auf einmal ist der schreibende Journalist sogar Filmregisseur. Das ist heute Realität, auch wenn sich zugegebenermassen keinesfalls alle Redaktorinnen und Redaktoren gleich leicht tun mit dieser Zeiterscheinung. Da geht es uns teilweise durchaus wie einigen von Ihnen, geschätzte Leserinnen und Lesern. Doch es sei an meine Anfangsworte erinnert: Wir können den Kopf in den Sand stecken, oder mutig voranschreiten. Entscheiden wir uns für Letzteres, so tun wir dies verbunden mit der Hoffnung, durch die Offenheit leichter mit Veränderungen umgehen zu können. Ich wünsche uns allen, dass dies gelingt.

Was 1828 als Wochenblatt begann, hat sich zum auflagestärksten Produkt im Appenzellerland entwickelt.

Vorerst dürfen wir jetzt aber einen Moment innehalten und feiern. Was 1828 als Wochenblatt mit gerade mal 620 Abonnentinnen und Abonnenten begann, hat sich zum auflagestärksten Produkt im Appenzellerland entwickelt. Einen Teil dieser Geschichte mitschreiben zu dürfen, macht stolz und ist nicht selbstverständlich. Schön, wenn Sie uns und die Appenzeller Zeitung auf dem weiteren Weg begleiten.

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