Hansruedi Jüstrich-Zäch

Zum Gedenken

Peter Eggenberger
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Eine grosse Trauergemeinde begleitete Ende März Hansruedi Jüstrich-Zäch (23.7.1938 – 16.3.2017) in Walzenhausen zur letzten Ruhe. Der Verstorbene hat sich als Mitglied der Just- und Nahrin-Geschäftsleitung, aber auch mit seinem Wirken zum Wohle der Gemeinde verdient gemacht.

Als drittes Kind der Eltern Ulrich und Anna Jüstrich-Maurer am 23. Juli 1938 geboren, erlebte Hansruedi mit seinen Geschwistern Ernst und Margrit eine unbeschwerte Jugendzeit. Nach den Schuljahren in Walzenhausen absolvierte er die renommierte Ecole Supérieure de Commerce in Neuenburg. Gerne hätte er nach der Matura Medizin studiert, doch sein Vater wünschte mit Nachdruck ein Engagement im 1930 gegründeten Just-Familienunternehmen. Deshalb folgte ein Studium an der internationalen Business School in Fontainbleau bei Paris, das er mit dem Master abschloss.

1961 trat er ins elterliche Unternehmen ein, wo er schwergewichtig den Personalbereich betreute. Für die Anliegen seiner Mitarbeiterschaft hatte er immer ein offenes Ohr, und als verständnisvoller und fürsorglicher Chef erwarb er sich auch das Vertrauen jener Mitarbeiter, die als schwierig galten oder mit Problemen belastet waren. Einvernehmliche Lösungen für beide Seiten waren ihm ein tiefes Anliegen. Von seiner Besonnenheit und Schaffenskraft profitierten weitere Firmen, die er mit­prägte.

1962 schloss er mit der St. Margretherin Jva Zäch den Bund der Ehe, dem die Kinder Nicole, Jacqueline, Michel und Jeannine geschenkt wurden. Nebst den Aufgaben in der Firma und Familie engagierte sich Hansruedi auch als Mitglied des Gemeinderats, in verschiedenen Kommissionen und als Schulpräsident.

Erholung und Ausgleich fand er beim Klavierspiel, als aktiver Faustballer, als Cessna-Pilot und auf Reisen mit Gattin Jva und den vier Kindern. Beliebtes Sommerziel war Marbella, und im Winter fühlte er sich als Skifahrer und Fan des Hockeyclubs in Davos, seiner zweiten Heimat, wohl. Hansruedis vielfältiges Engagement liess ihn Erholung auch im Überschreiten des massvollen Genusses suchen, was ihn und sein unmittelbares Umfeld immer wieder vor Probleme stellte. Aber auch hier bewies er Gradlinigkeit, verheimlichte nichts, stand zu seiner Schwäche und stellte sich den nötigen Therapien.

Im Jahre 2002 trat er in den aktiven Ruhestand. Als Verwaltungsrat aber blieb er seinen Unternehmen eng verbunden. Mit grosser Befriedigung verfolgte er den Werdegang seiner Kinder und ihren Einstieg in die Familienfirmen (Nahrin, Similasan, Jüstrich Cosmetics), die heute in Vaters Sinn und Geist weitergeführt werden. Die gewonnene Freizeit nutzte er für ­intensive Kontakte mit seinen engsten Angehörigen und Freunden.

In den letzten Jahren schränkten starke Rückenschmerzen seine Bewegungsfreiheit ein. Im November 2016 war erneut eine schwere Operation nötig. Ein unerwarteter Befund liess die Hoffnung schwinden, und am 16. März durfte er friedlich einschlafen. Als vielseitig engagierte Persönlichkeit mit Ecken und Kanten bleibt Unternehmer und Freund Hansruedi Jüstrich-Zäch unvergessen.

Peter Eggenberger