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Hanspeter Blaas, 3. 4. 1947 — 17. 1. 2018

Im Gedenken
Stefan Frischknecht, Urnäsch

Die unfassbare Todesnachricht von Hanspeter Blaas lastete schwer auf Urnäsch und eine überaus grosse Anzahl Menschen erwiesen ihm an der Abdankung die letzte Ehre. Mit einem Blick auf sein intensives, zu kurzes Leben wollen wir ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Hanspeter Blaas verbrachte seine Jugendzeit im Dorfzentrum von Urnäsch, wo seine Eltern die Bahnhof-Garage führten. Er wuchs zusammen mit einer älteren und einer jüngeren Schwester auf und aufgrund einiger Streiche, von denen seine Tochter Eva, heute reformierte Pfarrerin in Wildhaus, anlässlich der Abdankung erzählte, kann man ermessen, dass in der Familie Blaas ab und zu einiges los war.

Er besuchte die Primar- und Sekundarschule in Urnäsch und absolvierte anschliessend erfolgreich eine Lehre als Automechaniker. Während der Lehre war er aktiver und regional erfolgreicher Skispringer. Seine Wanderjahre brachten ihn nach Biel, wo er als Rennmechaniker mit dem Autorennsport in Kontakt kam und daran Gefallen fand. 1974, nach Abschluss der Ausbildung als eidg. dipl. Automechaniker (Meisterprüfung) übernahm er den elterlichen Garagenbetrieb. Im gleichen Jahr heiratete er Verena Baumgartner, die (bis heute unüberhörbar) aus dem Glarnerland stammte und an der Urnäscher Schule Handarbeit lehrte.

Der Familie wurden drei Kinder geschenkt: Eva, Annina und Samuel. Familie bedeutete ihm sehr viel, die Kinder mit ihren insgesamt sechs Kindern wurden zu einem weiteren Inhaltsschwerpunkt seines Lebens, den er bei Besuchen in Luzern und Hamburg genoss.

Ein weiterer Lebensschwerpunkt war seine Arbeit. Er arbeitete gerne und für ihn kam es nicht in Frage, dass er seine «Bude» mit 65 schloss. Er arbeitete mit Freude und Elan weiter, bis ihn, kurz nach seinem 70. Geburtstag, seine Kräfte verliessen und er gezwungen wurde, sein Geschäft aufzugeben.

Hampi war ein Naturmensch. Jeden Sommer sehnte er sich nach dem Herbst, wenn er seine Alphütte «Oberer Chamm» in Betrieb nehmen konnte. Auch mehrtägige Skitouren mit Übernachtungen in SAC-Hütten oder lange Biketouren in verschiedenen Landesteilen waren Leidenschaften, die er gerne zusammen mit guten Kollegen pflegte.

Ins Gedächtnis der Gemeinde Urnäsch eingeprägt hat sich Hampi als Vorrolli des Dörfli-Schuppels. «De Blaas» wurde von Kindern und Jugendlichen jahrelang aktiv gesucht und zu mancher wilden Verfolgungsjagd herausgefordert. Er war ein ungestümer Rolli. Offene Haustüren waren für ihn Motivation, die Hausbewohner mit einem wilden Spurt durch die zugänglichen Räumlichkeiten zu begrüssen.

Im Jahr 2002 beendete er seine aktive Chlauselaufbahn, half aber rund um den Erdball herum, wenn irgendwo für eine Ausstellung «wüeschte Chläuse» aufgestellt werden mussten, z.B. in Paris, Peking und St. Louis (USA). Unvergessen bleiben auch seine schaurig-schönen Chlauselarven, die sowohl sein, wie auch seines Schuppels Markenzeichen waren.

Anfang 2017 machten sich Beschwerden bemerkbar, deren Ursache lange nicht exakt diagnostiziert werden konnte. Und dann, Anfang Oktober 2017 kam die erschütternde Diagnose: ALS!

«Und wir dachten, wir hätten noch so viel Zeit», schrieb die Familie als Überschrift über die Todesanzeige. Wer ihn in diesen letzten Monaten erlebt hat, wie der vor Energie strotzende Hanspeter zu einem saft- und kraftlosen Häufchen Elend wurde, ist für ihn dankbar, dass er am 17. Januar 2017 seinen Rollenträger für immer ablegen durfte. Hanspeter wird als erfolgreicher Gwerbler, gemütliche Saftwurzel und Vollblutvorrolli in Erinnerung bleiben und noch für lange Jahre in vielen «Wääsch no…?»-Geschichten vorkommen.

Stefan Frischknecht, Urnäsch

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