Hans Aggeler als Präsident gewählt

LIBINGEN. Die Zukunft des Dorfladens stand in den letzten Monaten oft im Mittelpunkt der Gespräche. Soll man ihn weiterführen und in welcher Form? Am Donnerstagabend hat mit Hans Aggeler ein neuer Präsident die Fäden in die Hand genommen.

Beatrice Bollhalder
Drucken
Teilen
Hans Näf (Zweiter von rechts) tritt nach 17 Jahren als Präsident der Konsumgenossenschaft Libingen zurück. Unter anderem ziehen Gaby Fust, Hans Aggeler, Monika Brändle und Niklaus Raschle (von links) weiter am selben Strick, um den Dorfladen zu erhalten. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Hans Näf (Zweiter von rechts) tritt nach 17 Jahren als Präsident der Konsumgenossenschaft Libingen zurück. Unter anderem ziehen Gaby Fust, Hans Aggeler, Monika Brändle und Niklaus Raschle (von links) weiter am selben Strick, um den Dorfladen zu erhalten. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Vor einem Jahr konnte der Präsident der Konsumgenossenschaft Libingen erfreut mitteilen, dass die Libinger hinter ihrem Dorfladen stehen. Die Rückmeldungen auf einen Fragebogen haben dieses Resultat hervorgebracht. Also konnten die Verantwortlichen wieder einen Schritt nach vorne unternehmen. Mit der erfolgten Statutenrevision im vergangenen Herbst ist dann ein weiterer Schritt in eine hoffnungsvolle Zukunft für den Dorfladen gemacht worden.

Mitglieder einbinden

Verschiedene Abklärungen sind der Statutenrevision vorausgegangen. So ist man beispielsweise zum Schluss gekommen, dass es sinnvoll ist, die Genossenschaft beizubehalten. Damit haben die Genossenschafter, die die meisten auch Bewohner Libingens sind, besser in das Projekt eingebunden werden. Mit der Anpassung der Statuten, die dahingehend geändert wurden, dass der Nennwert nicht mehr wie bisher zehn, sondern neu 500 Franken beträgt, wollte man ausserdem finanzielle Mittel beschaffen. Hans Aggeler war in den folgenden Monaten massgeblich damit beschäftigt, mögliche Genossenschafter von der guten Sache zu überzeugen. Ihm gelang es, dass viele Anteilscheine – und dies nicht nur von der unmittelbar betroffenen Bevölkerung – gezeichnet worden sind. Mit dem Geld will man das Ladenlokal und das Gebäude sanieren. Ausserdem soll eine zweite Wohnung eingebaut werden. Gerechnet wird, dass mit dem zu erwartenden Mietzins die Kosten für den Umbau allmählich getilgt werden können. Hans Aggeler hat sich so ins Zeug gelegt, weil ihm klar ist, dass die Zukunft des Dorfladens auch die Zukunft des Dorfes bedeutet. Überdies hatte er bereits anlässlich des Informationsabends im Februar dieses Jahres bekanntgegeben, dass er bereit sei, das freiwerdende Präsidium der Konsumgenossenschaft zu übernehmen.

Auf Hans Näf folgt Hans Aggeler

Anlässlich der 96. Hauptversammlung der Konsumgenossenschaft Libingen, an der 59 Mitglieder teilnahmen, erklärte Hans Näf den Sinn einer Genossenschaft. Alle Beteiligten profitieren vom genossenschaftlichen Gedanken. «Gier hat in dieser Gesellschaftsform keinen guten Boden», erklärte der Präsident. «Sie alle haben sich finanziell engagiert. Dafür möchte ich mich bei ihnen bedanken». Dass auch ausserhalb des Dorfes Anteilscheine gezeichnet worden seien, werte er als Zeichen, dass Libingen und sein Dorfladen über die Region hinaus geschätzt würden, hielt Näf fest.

Nach 17 Jahren an der Spitze der Konsumgenossenschaft Libingen äusserte Hans Näf nämlich bereits vor einem Jahr den Wunsch, das Amt des Präsidenten abgeben zu können. Näf zeigte sich sehr erfreut, dass er die Genossenschaft an eine Person weitergeben kann, die sich bereits in den letzten Monaten für die Zukunft des Dorfladens stark gemacht hat. Hans Aggeler hat sich bereit erklärt, seine Zeit und Energie in dieses Projekt zu stecken. Er wurde einstimmig gewählt und mit einem kräftigen Applaus darin bestärkt, dass sein Entschluss richtig und wichtig ist. Der Rest des Vorstandes mit Niklaus Raschle (Vizepräsident), Franziska Gämperle (Aktuarin), Monika Brändle (Geschäftsführerin) sowie Regula Kuhn und Gabi Fust wird den neuen Präsidenten nach Kräften unterstützen.

Gewinn ausgewiesen

Monika Brändle erläuterte die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres, das mit einem Unternehmensgewinn abgeschlossen werden konnte. Sie erläuterte, warum beispielsweise die Personalkosten tiefer als im vergangenen Jahr, aber der Posten Reparaturen diesmal höher ausgefallen ist. Der Konsumwarenumsatz war im vergangenen Jahr leicht rückläufig. Das anschliessende Nachtessen wurde aus dem Vermächtnis einer verstorbenen Frau spendiert.